Das höhere Bewusstsein

Diese Welt ist voller Konflikte und Ambiguitäten. Wir sind Angriffen und Existenzstress ausgesetzt, der extrem schädlich ist, was mittlerweile wissenschaftlich bewiesen ist. Niemand darf sich solche Unterminierungen der eigenen Existenz gefallen lassen. Zunächst aber gilt es, die eigene Gesundheit zu schützen und in die Sphäre des höheren Bewusstseins einzutreten.

Wer es gelernt hat, sich selbst zu retten in einen Bereich der spirituellen Unverletzbarkeit, der hat die Quelle der Selbstheilung erreicht. Dafür müssen wir ganz nach oben ins höhere Bewusstsein. Von dort aus hat man die Gelassenheit, den Über- und Durchblick für eine bessere Orientierung. Diesen Kanal darf man sich durch nichts und niemanden blockieren lassen. Die meisten Menschen erreichen diese Sphäre nicht, weil sie nicht gesucht wird und nichts für ihre Instanz getan wird. Sie fällt selten vom Himmel, wir müssen an ihr arbeiten. Diese Sphäre zieht eine andere neue Ordnung nach sich, die mehr Wahrhaftigkeit und Sinn beinhaltet. Wir bekommen hier das Adlerauge, das von oben schaut und erkennt, was in den untergeordneten Sphären stattfindet. Diese Schau darf ruhig verteidigt werden gegen Angriffe aller Art, denn sie lässt tiefer blicken und ermöglicht so einen Zugang zum höheren Wissen.

Das Ding an sich

Kant meinte, wir wären auf unsere Anschauungsformen und Begriffe reduziert und könnten das Ding an sich nicht erkennen, was unser Erkenntnisvermögen determiniert. Aber es gibt einen Bereich der Erkenntnis, der sich nicht über die Wahrnehmung erhebt, sondern sie sensibilisiert und verfeinert. Es ist ein Bereich sehr subtilen Information, für die wir empfänglich werden und die wir uns dann bewusst machen müssen. Diese Annäherung an die Wahrheit beschreibt auch James H. Austin in seinem Buch Zen-Brain-Reflections. An diesen Punkt der Erkenntnis kommt man nicht unbedingt erst nach langer Meditationspraxis, sondern auch über den Weg der inneren Befreiung von Blockaden mit Hilfe von Hatha- und Raya Yoga. Ich stoppe hier den schädigenden und blockierenden Gedankengang und erhalte die Offenbarung von oben. Diese Sphäre führt in eine Welt der Ruhe und der Besonnenheit nach Aufregungen aller Art, die den Kanal nach oben schwer beeinträchtigen und in die Stresserkrankung führen. Auf diese Sphäre kann sich jeder verlassen, der sie begreift und als Existenzial annimmt. Alles Kleinliche und Einschränkende hat in ihr keinen Platz. Sie ist der Ort der inneren Freiheit und des Friedens. Sie ist hoch spirituell und verweist auf ein höheres Dasein, das seine umfassende Liebe bezeugt im Augenblick der Not, die uns oft andere Menschen bescheren. Man findet diese Sphäre auch nicht unbedingt in einer Kirche, sondern überall, wo man geschützt ist vor den Ein- und Übergriffen einer allzu profanen Welt, in die wir nicht allzu absteigen sollten, um nicht den Halt zu verlieren.

Dünne Luft

Der vertikale Weg nach oben ist der sichere, denn Menschen versagen zu oft und versagen auch immer wieder, haben auch ein Interesse an Unterminierung des höheren Bewusstseins, weil sie sich hier nur durchschaut fühlen. Doch kein Amt und keine öffentliche Würde schützt vor diesen Einblicken aus einer Warte der Losgelöstheit von allzumenschlichen Bedingtheiten. Wir befinden uns hier in einem Reich der Klarheit, die eigentlich mehr Lebensqualität bringen sollte durch Unterscheidung und Differenzierung, so dass wir uns anders begegnen können. Der entsprechende Dialog kann nicht die Ungerechtigkeiten und Unerträglichkeiten beseitigen, aber er kann sich distanzieren auch von sich selbst und wird hier unverwundbar und offen für die heilenden Botschaften aus der Welt des universalen Wissens, durch das wir im Hier und Jetzt die Dinge in Frage stellen und bestenfalls auch verändern können, um nicht unpolitisch zu werden. Wir klagen an und lassen uns von einer Kraft führen, die jedem zur Verfügung steht und in die uns Theologen hineinführen und begleiten sollten, denn es ist nichts anderes als der heilige Geist, der uns umgibt wie eine Schutzmauer vor dem Unrat und dem Unvermögen der Welt, die uns sonst verzweifeln lässt. Dieses innere Bergsteigen muss sich bewusst werden, dass die Luft dort oben dünner wird.

James. H. Austin: Zen-Brain Reflections. London MIT Press. 2006

 

 

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