Good Fight Club oder Mount Stupid?

Die Demokratie ist in Gefahr und das liegt auch an jedem Einzelnen, dem offenbar der „Mistdetektor“ fehlt und der sich in gnadenloser Selbstüberschätzung in Autokratismen ergeht und diesen folgt

Adam Grant hat ein inspirierendes und humorvolles Buch geschrieben mit einem ernsten Hintergrund: dem Abstieg der Demokratie und der Idolisierung von Autokraten, die sich nicht mehr verständigen und etwas aushandeln wollen durch gut erwogene Argumente, sondern in absolutum vermeintliche Wahrheiten vertreten und die Auseinandersetzung unterbinden. “ Eine Auseinandersetzung zu meiden ist schlechtes Benehmen. Schweigen missachtet den Wert eurer Ansichten und unsere Fähigkeit, eine zivilisierte Meinungsverschiedenheit auszutragen.“ so Adam Grant. So richtig hat die Menschheit diese Fähigkeit nicht erworben, weil der Narzissmus des kleinen Egos viel stärker ist als die Intelligenz auch zur Selbstkorrektur. Sich einlassen auf Argumente ist wahres Selbstbewusstsein, aber damit ist es bei vielen nicht weit her. Sie verteidigen ihre langweilenden, oft komplett humorlosen und störenden Beschränktheiten, die ein Miteinander so gut wie unmöglich machen. So entwickeln sich lauter kleine Reichsbürger, die die höheren Kompetenzen nicht mehr entwickeln können aufgrund ihrer Dummheit, die darin besteht, dass sie zu Karikaturen der Besserwisserei entarten, ohne Gegenargumente auch nur anzuhören. Das ist der autokratische Absolutismus, der sich auch hinter mancher esoterischer Ideologie verbirgt wie der Astrologie, worauf schon Theodor Adorno hinwies.

Die Unabdingbarkeit der flexiblen Selbsterkenntnis

Keine noch so ausgefeilten Konzepte können die Selbsterkenntnis ersetzen, die bei guter Menschenentwicklung immer auch Selbstkritik beinhaltet, denn es gibt sonst keinen Fortschritt, keine Entwicklung, kein inneres Wachstum mehr. Manch einer glaubt, der Fortschritt bestünde darin, immer dasselbe zu behaupten, auch wenn es falsch und dumm ist. Diese verunstaltete udn verunstaltende Ichdurchsetzung richtet großen Schaden an, weil Falsches und Unzulängliches nie mit neuen Dogmatismen überwunden werden kann, sondern nur mit mehr Diskursdynamik für wirklich gute Lösungen. Eine narzisstische Gesellschaft/Menschheit hat genau dies nicht gelernt und sieht sich selbst sofort bedroht, wenn sie kritisiert wird. Meistens schlägt sie dann wild um sich, wird giftig und ausfallend bzw. abwertend, kann nicht bei der Sache bleiben. Wenn der Einzelne Demokratie nicht begreift oder akzeptieren will, fällt er auch wieder auf sich selbst herein bei anderen Autokraten und Antidemokraten. Er durchschaut die Gefahr des Rückschritts nicht, erfasst nicht die Struktur des Abstiegs in den Faschismus, der sich dann der Gewalt bedient gegen jede Form des vernünftigen und klugen Diskurses. Verweigerung von Debatten und Diskursen ist schon eine Form der Gewalt. So werden Demokraten als dumm bezeichnet von denen, die absolutistisch auf dem Mount stupid sitzen und ihre Lächerlichkeit nicht begreifen. Der blinde Fleck wird immer größer, denn er wird nicht mehr durch kluge und wohlwollende  Auseinandersetzung relativiert. Bildung ist nicht eine Anhäufung von Wissen, sondern die Fähigkeit, Andersdenkende einzubeziehen und so eventuell zu realistischen und verbessernden Lösungen zu kommen. Auch das Selbst wächst nicht durch Größenwahn und dummdreister Behauptungen, die als die Wahrheit verkauft werden, sondern durch Hinhören, überlegen und abwägen. Das macht ein Gespräch interessant und spannend und den Menschen attraktiv. Gibt es etwas Unattraktiveres als einen kleinen lächerlichen Despoten, der mit einer unsichtbaren Krone der Selbstüberschätzung herumläuft?

Den Mistdetektor aktivieren

Der Besserwisserei hat mehr Selbstvertrauen als Kompetenz und das ist mehr als unerträglich, denn an ihm prallt jedes Argument und Korrektur ab. Selbstbewusstsein ist nicht die Summe der Dogmatismen, sondern das Eingehenkönnen auf widersprechendes Denken, ohne dass das Ego ins Wanken gerät und das Eidechsengehirn aktiviert (Amygdala), das dann nur kampfbereit ist und die Waffen mobilisiert. Wahren Frieden kann nur der schaffen, der respektiert, dass es sicher nicht nur eine Wahrheit gibt und dass wir Menschen uns eben verständigen müssen, anstatt dass wir alle ins selbe Rohr blasen. Wer wahres Selbstbewusstsein hat, kann andere in ihren Erkenntnissen und ihrem Denken wertschätzen und respektieren. Wer sich auf ein Podest stellt, ohne die Gegenmeinung auch nur zu begreifen, der wird wohl auch recht schnell ziemlich einsam werden und sollte sich nicht über seine Isoliertheit beklagen. Im Gespräch zu bleiben ist menschenfreundlich und fortschrittsorientiert. Nichts muss bleiben, wie es ist. Etwas starr festhalten zu wollen, richtet sich gegen die Lebendigkeit und fällt entsprechend erstarrend auf einen selbst zurück. Offen zu werden für einen „Mistdetektor“ im Sinne der Metakognition wäre eine sehr humane Lösung für viele Probleme, die Menschen produzieren. Größe zeigt sich in der Fähigkeit, sich selbst zu korrigieren und immer weiter zu lernen, anstatt Thesen zu vertreten, die vor über 30 Jahren eventuell einen Sinn gemacht haben (was auch oft fraglich ist).

Viel Freude beim Lesen des Buches von Adam Grant und beim Gestalten dieser so wertvollen Demokratie.

Adam Grant: Think again. Die Kraft des flexiblen Denkens. Wie wir gewinnen, wenn wir unsere Pläne umschmeißen. München 2024

Warum ganzheitliches Bewusstsein versteht und heilt

Es wird einfach gedanklich zu viel unkritisch übernommen aus Vorzeiten, anstatt Dinge neu zu denken und die Sprache zu entlarven, die Innovation verhindert. Dabei geht es nicht um Wortklauberei, sondern um sprachliche Festschreibungen, die das Verständnis blockieren, wie das in Bezug auf psychische und auch organische Krankheiten der Fall ist.

Prinzipiell muss klar sein, dass man auf Krankheiten nicht mit Gewalt und Zwang reagieren darf, weil sich die traumatischen Erfahrungen so nur verschlimmern. Das müsste eigentlich jedem einleuchten. Viele psychische Erkrankungen bestehen darin, dass der Mensch sein ganzes Bewusstsein verliert und in die Ausdrucksformen des Unterbewusstseins gerät, das als solches nicht schlecht ist, sondern nur eine symbolische Sprache entwickelt, die unbedingt interpretiert werden muss, weil sie Rückschlüsse auf das ursprüngliche Leiden ermöglicht. Das Unterbewusstsein ist nicht vernunftlos, sondern eigentlich eine Erweiterung der Sprache, die deklarativ nicht mehr so gut funktioniert wegen einer leidvollen Überlastung. Diese Problemakkumulation behebt die derzeitige Psychiatrie nicht nur nicht, sondern verstärkt sie mit ihren unverständigen Maßnahmen. Damit riskiert sie auch, dass Menschen in die Auswegslosigkeit geraten. Medikamente können keine Verletzung, keine Schädigung und damit kein Leid beheben. Die Unterlassungen der Staatspsychiatrie sind daher unverantwortlich. Der Mensch muss angehört und verstanden bzw. wohlwollend  interpretiert  werden, damit die Ursachen seiner Bewusstseinseinschränkungen behoben werden können.

Bewusstseinserweiterung gegen Bewusstseinseinschränkungen

Wir unterliegen tagtäglich diesen Bewusstseinseinschränkungen, wenn wir nicht durch Maßnahmen dagegen steuern. Es hat sich gezeigt, dass dies notwendig ist für die Klarheit und Bewusstheit des Geistes, der dann auch regulierend auf den gesamten Organismus einwirkt. Unbehandeltes und unüberwundenes Leid schränkt das Bewusstsein ein und somatisiert sich, der Mensch bleibt hier zu sehr auf sich selbst zurückgeworfen und sieht die positiven Möglichkeiten nicht. Ihm fehlt die Energie für die Weiterentwicklung und Neugestaltung. Wir dürfen auch die verbreitete Meinung nicht übernehmen, dass das Bewusstsein, dem man nur 5 Prozent zuschreibt, dem mächtigen Unterbewusstsein unterlegen sei, dem man 95 Prozent andichtet. Es ist eine Frage der Übung, wie viel Bewusstsein ich mir erarbeite – Tag für Tag und Schritt für Schritt.  Das Verhältnis von Bewusstsein zu Unterbewusstsein ist flexibel, was uns die Yogis zeigen, die selbst ihren Herzschlag beeinflussen können. Der Organismus dominiert dann, wenn die Belastungen zu hoch werden und der Mensch mit dem Nacharbeiten nicht nachkommt, weil er sein Handeln als nicht effektiv erlebt, also die Selbstwirksamkeit behindert wird durch äußere und innere Faktoren. Die Staatspsychiatrie ist leider kein Aufbausystem auch aufgrund der Vorurteile, die sie schürt, sondern ein ziemlich radikales Abbausystem, das ausgrenzt aus dem Arbeitsmarkt und Höchstdiskriminierung durch zusätzliche Maßnahmen und Propaganda betreibt. Dass sich dahinter dessen Inkompetenz und Mangelverständnis verbirgt, sehen nur wenige.  Wer also mit diesem System in Kontakt gekommen ist, sollte dringend  Bewusstseinserweiterung betreiben, um wenigstens selbst die eigene Misere zu durchschauen und sie dann nach und nach selbst überwinden zu können durch Einsicht und höhere Erkenntnisse. Vor allem ist aber die Erfahrung, relevant, dass das eigentliche und göttliche Selbst nicht verletzbar ist und der Mensch sich so wieder aufbauen kann gegen diese Determinierungen eines defizitären Systems, das den Menschen  nicht versteht oder nicht verstehen will aus lukrativen Gründen. Auch die Pflegefallproduktion in Deutschland sollte man durchschauen, denn sie ist nicht alternativlos.

 Es gibt keine „Geisteskrankheiten“, sondern nur Inkompetenz im Verständnis

Der Begriff „Geisteskrankheit“ stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Aufklärung, die sich aber eben nur auf einen Teil des Menschen bezieht und wir heute feststellen müssen, dass einige Probleme rationale Gründe haben, d.h. rational generiert sind. Die Einschränkung des Denkens auf Rationalität  ist das Problem, denn ich kann auch kreativ, bildhaft und in Metaphern denken wie in der Poesie, Musik, Kunst und in der Intuition. Menschen sagen eine Menge von sich aus, was wir aber nur über eine gut funktionierende Intuition begreifen und dann wirklich das Richtige tun. Rationalität ist nicht immer der beste Ratgeber in menschlichen Angelegenheiten. Hier kommt es oft zu Fehlschlüssen, weil nicht der ganze Geist arbeitet. Den ganzen Menschen zu erfassen ist eine Frage des ganzheitlichen und erweiterten Bewusstseins. Hier kommt man der Wahrheit dann auch näher und kann wirklich hilfreich sein, denn ohne Erfassung bleibt auch alle Hilfe egozentrisch und dient dem eigenen Narzissmus, der Bestätigung der eigenen Glaubenssätze, Ideologien etc.. Wenn nun gerade ein staatliches Psychiatriesystem genau das unterlässt, was in die Heilung führen könnte, muss es sich vehemente Kritik gefallen lassen. Auch C.G. Jung sollte man nicht einfach zitieren, der ja trotz seines Wissens über das Unterbewusstsein noch von „Geisteskrankheiten“ sprach, sondern begreifen, dass er denselben Fehler machte wie die sogenannten Aufklärer, die Menschen das Menschliche absprechen, indem sie diese als „geisteskrank“ abqualifizieren und entwerten und so Menschenrechtsverletzungen gegen sie legitimieren wollen. Es ist der komplette Unverstand, der hier wirkt und weiter Schaden anrichtet zusätzlich zu den ursächlichen Schädigungen, die Menschen anderen antun. Es gibt also kein Interesse im staatlichen Psychiatriesystem zu heilen, sondern Menschen zu verwalten, zu kontrollieren, zu entmündigen und zu unterwerfen. Das alles kann nicht zur Heilung beitragen, sondern zementiert das Leid. Auch Durchgeknallte gehen auf das Konto dieser Psychiatrie wegen ihrer Unterlassungen. Jeder Mensch kann wieder ins volle Bewusstsein und Selbstbewusstsein gehoben werden für neue Perspektiven und Möglichkeiten. Und wenn es ein anderer Mensch nicht kann, sind es eben die spirituellen hochentwickelten Geisteshelfer, die immer zur Verfügung stehen.

Eine hoch entwickelte und bessere Menschheit

Es existieren so viele positive Informationen um Universum, für die wir uns öffnen sollten, um nicht einer doch zum Teil destruktiven und immer auch inkompetenten Menschheit ausgeliefert sein zu müssen, die dann auch noch die Macht an sich reißen will. Viele autoritäre Staaten wollen Spiritualität verbieten, weil durch sie der Mensch ganz wird, innerlich frei und die Dinge durchschaut, die nicht in Ordnung sind. Auch die demokratischen Länder neigen zur Diskreditierung und dulden dann noch die Unterwerfung in Bezug auf eine Religion, was aber nicht mit Spiritualität gemeint ist. Es gibt also noch viel Luft nach oben und viel Verbesserungsbedarf, wenn es um das Verstehen des Menschen geht. Die Komplexität kann nur erfasst werden über eine hohe Differenzierungsfähigkeit. Pauschaldiagnosen und Pauschalbehandlungen sind menschenfeindlich. Um Menschen zu heilen, müssen wir in die Tiefe gehen über einen vertikalen Aufstieg für mehr ganzheitlichen Geist, der einfach mehr begreift und das Innere beleuchtet und hier auch zur Selbsttherapie befähigt ist bei entsprechendem Wissen oder vielmehr  Weisheit.  Wir dürfen das Defizitäre nicht hinnehmen, weil es die Demokratie beschädigt, die eine Höherentwicklung und Evolution zumindest ermöglichen sollte und offen bleiben muss für Kritik und anschließende Innovationen. Eine bessere Politik und ein besseres Gesundheitssystem gelingt auch nur, wenn man den Menschen ganzheitlich versteht bzw. erfasst. So könnten wir uns viel Leid und Konflikte ersparen. Man lese besser William James, wenn es um Vorzeiten geht, und beziehe sich auf sein Verständnis vom Menschen.

William James: The meaning of truth. 1909

William James: A plurastic universe. 1909

Transformation oder Rückschritt?

Das Geld wird knapper und schon regen sich die Konservativen und wollen den Status quo oder noch weiter in den Rückschritt bei Beschuldigung der Unschuldigen. Kann so Transformation gelingen?

Dieser vermeintlich freiheitlich demokratische Rechtsstaat muss seine antidemokratischen Strukturen überwinden, um den Weg frei zu machen für wahrhaftige Transformation. Überall, wo die Rechte von Menschen verletzt werden, ist ein System defizitär und inkompetent, versteht den Menschen nicht, was auch für Teile der Schulmedizin gilt. Die Psychiatrie zum Beispiel ist im letzten Jahrhundert steckengeblieben und will ihre Maßnahmen immer wieder als Fortschritt verkaufen. Schlichte Gemüter glauben dies auch noch. Wer aber differenzieren kann, merkt sehr schnell, dass die Erkenntnisfortschritte in Bezug auf den Menschen gerade in der Psychiatrie nicht ankommen und man den Verdacht hat, dass die Krankheitswirtschaft in Deutschland kein Interesse an Heilung hat und diese auch nicht befördert, sondern Menschen verwaltet, kontrolliert, entrechtet und entwürdigt, anstatt sie wieder aufzubauen, in die innere Entwicklung und Gestaltungsfähigkeit zu bringen. Medikamente lösen keine (psychischen) Probleme, die verursacht worden sind. Die Differenzierungsfaulheit in etablierten Systemen ist eine Folge der bildungsmäßig etablierten Diktatur des Mittelmaßes, das eben nicht in die Innovation strebt, sondern aus Profitgründen und Bequemlichkeit das Etablierte und sei es noch so defizitär bevorzugt- eben ein Verharren in der Reproduktion.

Systeme aus den vorletzten Jahrhunderten

Die subjektiven Möglichkeiten des Menschen haben sich längst erweitert, aber die Systeme halten dagegen und das be- und verhindert die Transformation einer Gesellschaft. Lieber beschuldigt man Unschuldige und die Rechten gehen so weit, Transferleistungs- und Bafögbeziehern das Wahlrecht entziehen zu wollen – wahrscheinlich dann in der Folge auch den Frauen… Dass sich Menschen trauen, derartiges zu artikulieren ist auch den konservativen Parteien anzulasten, die nicht pluralistisch und integral denken können und keine flexible Rationalität besitzen. Sie setzen weiter auf Unterordnung und Instrumentalisierung bzw. Funktionalisierung des Menschen entgegen der Tendenz, selbstbestimmt das eigene Potenzial zu entfalten auch für die Weiterentwicklung der Gesellschaft, die nicht nur sinnlos konsumiert, sondern Sinn produziert und damit eine höhere Lebensqualität möglich wird. Durchschauen wir bitte, wer hier was will und lassen uns nicht von Propaganda und Manipulation steuern. In den 70er Jahren waren die Medien eine vierte Macht im Staate, was leider stark abgenommen hat und Menschen besonders aufgefordert sind, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen und die Strukturen zu durchschauen, die schwer antidemokratische Züge tragen, weil Verhältnisse nicht verbessert werden. Angesichts zunehmender Weltbevölkerung muss mit einer Verschlechterung gerechnet werden, weil der Einzelne nicht mehr viel zählt und keine Anstrengungen unternommen werden, ihn wirklich aufzubauen. Es gibt leider den Profit der Ausgrenzung (siehe Krankheitswirtschaft, die eines der stärksten Wirtschaftszweige ist). Auch das derzeitige Schul- und Bildungssystem gehört nicht ins 21. Jahrhundert.

Integral denken wird zur Notwendigkeit

Anstatt also weiter populistische Spaltungsthesen zu äußern, bedarf es eines erweiterten Denkens und hier muss sich die Parteienlandschaft zusammenreißen, um wirklich neu denken zu können. Die Flickschusterei wird keine Innovationen ermöglichen und vieles kostet nicht so viel Geld, sondern bedarf der beherzten Entscheidungen auch gegen konservative Kräfte, die nicht begreifen wollen, dass Menschen heute alte Muster überwinden und in ein kompetenteres androgynes , komplex-pluralistisches  und integrales Zeitalter aufbrechen, in dem nicht nur dubiose Noten und Zertifikate gelten, sondern wirkliche Fähigkeiten. Die Komplexität der Welt kann nicht mehr mit versimpelnden Sprüchen beantwortet werden. Auch die Politik muss sich ein höheres Bewusstsein aneignen und Zusammenhänge begreifen. Abwandernden Unternehmen muss auch der Vorwurf gemacht werden, dass sie kein Interesse an einer besseren Zukunft haben. Dabei gibt es hoch interesssante Unternehmen, die beispielsweise den Ersatz für Fleisch- und Tierprodukte erforschen und in eine Zukunft weisen, die uns von dem riesigen Problem der Massentierhaltung befreien könnte – leider kein deutsches Ansinnen. Warum setzt das Land nicht auf intelligentere Unternehmen, sondern will weiter eine Industrienation bleiben? Ist dies der einzige Weg, den Wohlstand zu sichern? Die Demokratie ist eine zarte Pflanze, auf der viele weiter herumtrampeln, anstatt sie endlich zur vollen Blüte zu bringen.

Solar Food, Finnland

Planted Food, Schweiz

Good Meat, Californien

 

Das Unsagbare ist ein Versagen

Evolution ist nur möglich, wenn ich mich über das Neue verständigen und alles Bestehende und vermeintlich Unabänderbare reflektieren und differenzieren kann über eine Sprache. Menschen sind sehr wortreich, wenn es um ihre eingeschränkten Einsichten geht, aber scheitern dann oft im Diskurs, der Bestehendes hinterfragt und zu neuen Ufern aufbrechen oder zunächst Frieden schaffen will und muss

Es gibt das Unsagbare nicht, sondern nur die Faulheit, nicht zu reflektieren, zu differenzieren, zu korrigieren und erfinden zu wollen. Keine Selbstveräußerung ist etwas Endgültiges, das für alle Zeiten richtig sein soll. Wer alte Thesen immer wiederholt, der wird zum Dogmatiker und verliert das Interesse am Fortschritt, am Wandel, am Wachstum, an der Konstitution und Erfahrung neuer Wirklichkeiten, die sprachlich erfasst werden müssen. Egal, welche Begriffe man benutzt, wenn sie definiert werden und Analogien aus den Wissenschaften beinhalten. Wenn ein Quantencomputerwissenschaftler Quantenheilung als Unsinn abqualifiziert, zeigt das seine reaktionäre Haltung, die neues Denken oder die Transformation von Kognitionsprozessen für absurd hält. Darin wurzelt alle wirkliche Innovationsfeindlichkeit auch in Begrenzung der Sprache. Wirklich Sinnloses gibt es nicht, sondern nur Symbolisches,  Analoges und Mystisches. Fortschritt gibt es für diese Leute nur in technologischer Hinsicht, aber nicht anthropologischer. Genau darin liegt das Problem, denn auch der Quantencomputer kann die aufgetretenen Probleme nicht lösen, dafür bedarf es der kreativen Sprache, die den Erfahrungs- und Denkhorizont erweitert und die sich ruhig an wissenschaftliche Begriffe anlehnen kann, um zu erklären, wie auch der Geist auf das Gehirn und seine Neuropeptide Einfluss nimmt oder nehmen kann. Dies gelingt ansatzweise mit der Quantenphysik, da hier der Übergang von Welle zu Teilchen thematisiert wird durch eine Lücke der Möglichkeiten, auf die wir Einfluss nehmen durch unser Denken, unser Verhalten und unsere Emotionen. Im Kleinsten und Feinsten sind wir nicht stofflich, sondern energetisch und frequenzhaft, besitzen wir auch ein inneres Feld, das mit dem Kosmos interagiert. Der Geist geht immer über den Organismus hinaus und von dort aus kann er auf ihn einwirken über Gedanken, Gefühle, Intuitionen, Informationen etc. Ich muss mir bewusst machen, mit was ich meinen Körper füttere und wie hineinwirkt bis in die DNS und darunter.

Die Unterminierungen der Demokratie

Wenn auch die Stille für supramentales Wissen öffnet, darf nicht der Schluss gezogen werden, dass die Verweigerung von Gesprächen eine Tugend wäre. Es ist und bleibt eine destruktive Haltung, die die eigenen Überzeugungen nicht hinterfragen will und sich  somit Absolutheitsansprüche offenbaren, die noch nie zu einem Frieden geführt haben. Wenn die Sprache versagt, ist man vielleicht an eine Grenze gestoßen, die aber nicht einfach hingenommen werden darf, wenn es um neue Erkenntnisse und Erweiterung des Wissens geht. Offenheit verlangt, alles Erdachte auch wieder infrage stellen zu können gegen allerlei Indoktrinierungen, die nicht lebensdienlich sind und das Leben von Menschen belasten wie alle defizitären Systeme, die sich auf ihre oft antidemokratischen Neigungen verlassen. Das Beschwören der Demokratie mutet scheinheilig an, wenn man die vielen Bereiche erwägt, die der Demokratie zuwiderlaufen. Despotismen und Dogmen haben viele Gesichter und wirken in das Denken einzelner Menschen hinein, die dann nicht mehr in der Lage sind,  in schwierigen Situationen bewusst, sprachlich kontrolliert und sachlich zu bleiben. Überall lauern Machtansprüche, die das Ego diskursuntauglich macht, denn es müsste sich selbst hinterfragen und das können nur die wirklich starken Charaktere. Wer das Gespräch verweigert, ist in seinem Herzen kein Demokrat. Und wo die Demokratie keine Herzensangelegenheit ist, wird sie scheitern. Das Totschweigen verhindert den Ausblick und damit die Zukunft. Und wie kann es sein, dass Menschen viel monologisieren und dann in den diskursiven Herausforderungen scheitern? Es ist die Egozentrizität, die sich auf anderes nicht wirklich einlassen will, sondern nur das Eigene gelten lässt und so das demokratische Projekt unterwandert. aber gerade der moderne Mensch sollte demokratiefähig sein und anderen nicht ihre Rechte absprechen, wie es Rechts- und Linksradikale immer wieder versuchen. Auch Medien müssen eine vierte unabhängige Macht sein auch manchmal gegen einen sich verirrenden Staat und seine Tendenz, Grundrechte zu verletzen.

Diskursive Wirklichkeiten

Überall sieht man, dass Diskurse in vielen Bereichen und auch Wissenschaften nicht gelingen und am Ende der Erkenntnisgewinn für ein verständiges Miteinander eher gering ist. Sind wir also noch lange nicht in der Lage, unvoreingenommen miteinander zu kommunizieren? Menschen in ihrem Ausdruck und Finden von Begrifflichkeiten einzuschränken, ist die Etablierung gedanklicher Gefängnisse und nicht Ausdruck einer lebendigen Demokratie, die ohnehin sehr langsam auf Veränderungen im Denken reagiert, weil viele neues Denken ablehnen und sabotieren, den Drang nicht spüren, Neues zu entdecken und zu verbalisieren für mehr Menschlichkeit und  mehr Demokratie. Menschen verkriechen sich hinter vermeintlichen Sicherheiten und verpassen die Chance,  Dinge neu zu denken für Entwicklungssprünge, die die Menschheit so dringend braucht. Gerade wenn das Bestehende defizitär ist und Schaden verursacht, ist die Notwendigkeit gegeben, diese Verhältnisse zu verbessern durch eine Hinzunahme von denkbaren Wirklichkeiten, die auch über unsere fünf Sinne hinausgehen und wir von hier Informationen erhalten, die viel weiter gespannt sind als unsere kleinlichen Glaubenssätze und Meinungen. Wir können von überall neue Informationen beziehen, die uns mahnen, nicht despotisch bei einem Wissen stehenzubleiben und dies als unüberwindbar zu deklarieren. So wie jedes Teilchen teilbar ist, ist jede Erkenntnis falsifizierbar und eventuell ungültig auf einer höheren Ebene. Immer gültig bleibt die Voraussetzung, die dies prinzipiell möglich macht:  Demokratie. Hinterfragen wir doch bitte unsere Geisteslähmungen und deren Ursachen. Edmund Husserl hat anhand seiner Phänomenologie versucht,  die Sache an sich in den Vordergrund zu stellen und diese möglichst vorurteilsfrei zu betrachten. Nur so kommen wir weiter als Menschen, Gesellschaft und als Staat und nicht mit defizitären Theorien über den Menschen und seine vermeintliche Fehlbarkeit. Sprachlosigkeit ist eine Ohnmachtserklärung. Neues zur Sprache bringen zu können im Diskurs oder durch die Kontemplation ist Glück und Zuversicht zugleich, dass der Mensch doch noch zu guten Lösungen kommen kann und die Hoffnung nicht verliert, dass gute Lösungen immer möglich sind und wir auch neue Wirklichkeiten durch die Sprache schaffen.

Neue Werte der Verfeinerungen und Veredelungen

Viele suchen nach Antworten in der Vergangenheit, um die entstandenen Probleme zu lösen. Aber es bedarf neuer Werthaltungen, um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.

Es wurde nicht alles schon einmal gedacht, sondern vielleicht mal eben angedeutet, aber nicht ausdifferenziert. Die Bewusstseinswissenschaften, die keinesfalls verschult werden dürfen, sondern höchstmögliche Offenheit für uneingeschränkte Möglichkeiten etablieren sollten gegen die Tendenzen von Wissenschaften festzulegen und zu indoktrinieren. Die Kombination von Rationalität, Intuition, Kreativität, Erfahrung und Spiritualität erschaffen ein neues Feld der Intellektualität und damit gleichzeitig ein neues Spektrum an Gestaltung und Handlungsmöglichkeiten. Faktisch bewegen wir uns gesellschaftspolitisch eher in einer Sackgasse und Zwickmühle, was man deutlich an den Entwicklungsländern sehen kann, die nicht in den Klimaschutz investieren können und wollen, denn der verursacht Kosten, weil sie durch uneingeschränktes Wirtschaftswachstum vor allem die Armut bekämpfen wollen. Wir alle wissen, was Mangel nach sich zieht: soziale Unruhen, Kampf um Ressourcen, Kriminalität, Feindseligkeit und unsägliche Konkurrenz sowie Ungerechtigkeiten.  Eine globale Übereinkunft gibt es zurzeit nicht, Entwicklungsländer machen also dieselben Fehler, um den Lebensstandard zu erhöhen auf kosten der Umwelt und auf kosten auch der Gesundheit von Menschen. Dieser Zusammenhang ist nicht deutlich geworden, weil wir Wohlstand und Glück an Materielles gebunden  haben, das im Überfluss vorhanden sein soll. Den westlichen Ländern ist das rechte Maß abhanden gekommen und dies wird eben weiter globalisiert, anstatt inne zu halten und sich zu fragen, wie eigentlich ein Leben aussehen könnte, dass in Liebe zu Tieren, Pflanzen, Umwelt und Planeten aussehen könnte. Es ist ein destruktives Leben, das andere nun einfach nachahmen, weil in den westlichen Ländern keine neuen Werte erarbeitet worden sind, die jenseits von Mangel doch einen Suffizienzgedanken entwickeln könnten bei einer nachhaltigen Wirtschaftlichkeit, die in der Lage ist, die Schäden, die sie verursacht, auch wieder zu beseitigen und qualitativ hochwertige Produkte auf den Markt bringt, einen Kreislauf der ökologischen Produktivität schafft.

Jeder kann die Destruktivität überwinden

Mittlerweile wissen wir, dass wir subtile energetische Felder um uns herum aufbauen bzw. aufbauen können, die in das Ganze hineinwirken und es auch so mitgestalten,und die uns zu einer besonderen Verantwortung veranlassen. Wir sind also aufgerufen, die destruktiven Momente in einer Gesellschaft zu mindern, indem wir immer feinsinniger und feinstofflicher werden – gedanklich sowie körperlich und damit sensitiver miteinander, mit Tieren, Pflanzen und der Umwelt umzugehen erlernen. Jeder trägt hier die Selbstverantwortung. Diese Verfeinerungen und Veredelungen, wie sie Claus Eurich nennt, führen zu einer bewussteren Gestaltung und Entfaltung, die sowohl Rücksicht auf die eigenen gesundheitlichen Belange als auch auf die der anderen nimmt. Dieses zunehmende Bewusstsein dahingehend, was ich wirklich brauche und was mich wirklich beglückt, bezieht ein supramentales Wissen mit ein, das mir nur zur Verfügung steht, wenn ich mich nicht andauernd ablenke und zerstreue durch Vergnügungen aller Art, sondern der Stille und Kontemplation eine Chance gebe, mediale Durchsagen zu erhalten. Ich kann es lernen, dem Universum zu lauschen und seine Informationen zu verstehen. Dafür bedarf es der Verfeinerung der Sinne bis ins Übersinnliche hinein. Dieser Evolutionsdruck ist mehr als deutlich und wir tun gut daran, uns hier zu besinnen, denn die Wirtschaft wird sich nicht aus eigenen Stücken transformieren. Vielleicht müssen wir neue Formen des Zusammenlebens finden, um  mehr Erfüllung im Dasein zu erreichen, die den unersättlichen Konsum ersetzen könnte durch eine lebensdienliche Qualität des Kooperierens und Kommunizierens bzw. Experimentierens für neue Gestaltungsmöglichkeiten. Vereinzelungen des Menschen ersetzen oft die Medien als letzte Instanz und Fenster zur Welt. Vereinsamende ältere Menschen und Generationenkonflikte gehörten der Vergangenheit an, denn man lebte wieder zusammen und respektierte sich, arbeitete am gemeinsamen Entwickeln neuer Fähigkeiten und Potenziale.

Wir müssen wieder in Verbindung treten

Die Gesellschaft derzeit  ist keine Einheit, kein Arbeiten an gemeinsamen Zielen. Sie divergiert immer stärker und führt zu unheilvollen Trennungen bzw. Abspaltungen. Die Bewusstseinswissenschaften haben zwar erkannt, dass alles  miteinander in einem Zusammenhang steht und dort, wo Menschen sich verfehlen, aus der Verständigung herausfallen, schlimmste Konsequenzen entstehen in gesundheitlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Zu denken, es käme hier nicht so darauf an, ist ein Fehlschluss. Jede Verfehlung aus meistens Unwissenheit und Uneinsichtslosigkeit heraus hat Wirkungen auf das Ganze. Wer sich um Konstruktivität und Verständigung bemüht, um unnötige Verletzungen, Blockaden und Determinierungen zu verhindern, trägt viel zum Frieden und zur Freiheit aller bei. Dafür bedarf es immer einer ausgeprägten Selbstreflektion und Erkenntnissen von Zusammenhängen, in denen wir alle stehen und denen wir nicht entkommen können. Eine spirituelle Orientierung ermöglicht tiefste Einsichten in unser eigenes Leben und in das Miteinander. Manchmal scheitern Verbindungen, weil sie keine sind. Gerade hier muss man sich fragen, wo eigentlich der gemeinsame Nenner oder die Gleichgesinnung liegen könnte oder eben auch nicht. Letztlich sind wir alle aufgerufen, uns an gemeinsamen Werten zu orientieren, die ein Überleben auf diesem Planeten ermöglichen. Manch einer begreift es nie, andere brauchen sehr lange, um zu verstehen, viele arbeiten aber schon an der Verfeinerung ihrer Sinne und verzichten auch auf alles Gewalttätige in ihrem Leben und in der Kommunikation wie auch auf das Schlachten von Tieren etc. All diese Entscheidungen wirken in uns hinein und aus uns heraus und schaffen nach und nach ein Klima der Friedfertigkeit, auch wenn wir nicht in allem einer Meinung sind. Wenn diese Bedingungen nicht erarbeitet werden können, bleibt das Damoklesschwert der Destruktivität über allen Gedanken und Handlungen bestehen und die Gesellschaft degeneriert weiter wie auch der Einzelne und die Kultivierung seiner Unfähigkeiten. Dennoch muss eine zunächst doch weitgehend abstrakte Verbundenheit bleiben, die irgendwann wieder im Konkreten gelebt werden kann, wenn die inneren Transformationen gelingen.

Claus Eurich: Endlichkeit und Versöhnung. Minima Spiritualia. München 2022

Das integrale Zeitalter

Rationalität und reduktionistisch-materialistisches Denken in den Wissenschaften haben uns an den Rand des Abgrundes gebracht. Sogenanntes interdisziplinäres Querdenken wird heute diffamiert. Möglicherweise kann ein integrales Zeitalter und Denken die Transformation einer Gesellschaft bewirken

Der Kommunikationswissenschaftler und Philosoph Claus Eurich betont die Notwendigkeit der Verbundenheit, der Geschwisterlichkeit für ein „Interbeing“, das uns befähigt, die Herausforderungen der Zukunft auch durch Suffizienz zu bewältigen. Der Mensch ist dabei, das Leben auf diesem Planeten zu verdrängen und schädigt sich damit extrem selbst. Gut ist, was dem Leben dient und destruktiv, was Leben vernichtet. Danach müssen wir das Fleischessen aufgeben, da es massenhaft Lebewesen vernichtet und das Prinzip der Gewalt vorherrscht. Jeder Mensch erzeugt ein Feld um sich – entweder der Gewalt und Destruktivität oder der konstruktiven Lebendigkeit in Respektierung aller Lebewesen und Pflanzen auf dieser Erde sowie der Achtung der Natur für einen liebevolleren Umgang miteinander in Verbundenheit. Gescheiterte Diskurse beruhen meistens auf einer fehlenden konstruktiven Haltung dem Leben gegenüber. Auch wenn etwas scheitert im Leben, kann das durch integrales Denken ein enormes Wachstumspotenzial beinhalten für die Reifung des Menschen. Wo alles glatt läuft, existiert dieser Reifungsdruck nicht und das Leben läuft eben so dahin. Auch im Yoga ist die Ahimsa- die Gewaltlosigkeit- ein hoher Wert. Aber wir sind auch in Filmen und in der Literatur mit viel Gewalt konfrontiert und das befördert unser positives Feld nicht. Dieses negative Feld führt zu einem negativen Universalfeld, das gefährlich werden könnte, wenn wir unser eigenes Gewaltpotenzial nicht hinterfragen in unserer Alltäglichkeit. Destruktive Diskurse sind der Anfang vom Ende und führen nicht zu Lösungen und gute Verständigungen. Rechthaberei und Machtansprüche bzw. Dogmatismen können Kommunikation unmöglich machen. Hier muss sich jeder fragen wo er eigentlich steckengeblieben ist.

Der Wert der Verbundenheit und Geschwisterlichkeit

Ist es nicht wichtiger, in guter Verbindung zu bleiben, als seine begrenzten Einsicht zum Maßstab zu machen, die dann Fortschritt und auch Heilung verhindern die wir alle nötig haben aufgrund einer eher verletzenden Kollektivität, die immer mehr ausgrenzt und sich selbst falsch versteht. Der Kampfmodus ist wirtschaftlich und manchmal auch politisch gewollt, aber eine integrale Gesellschaft kann dagegenhalten und neue Maßstäbe des Interbeings und des Friedens formulieren und umsetzen, was vor allem über die Bewusstseinswissenschaften heute geschieht, die sich nicht an die herkömmlichen Wissenschaften anbiedern sollte, um nicht ihr ureigenes Veränderungspotenzial zu verraten und zu verfehlen. Hier geht es um integrales und interdisziplinäres Denken, das sich nicht auf eine Linie zwingen lässt, aber den Werten der Liebe allem Lebenden gegenüber verpflichtet ist. Schlecht ist, was dem Leben schadet, was die Lebendigkeit unterbindet aus einer moralischen Überheblichkeit und/oder aus  schlechter Destruktionslust heraus. Diese Schädigungen sind mittlerweile auf vielen Ebenen sichtbar und zerstören unsere Lebensgrundlagen. Eine geschwisterliche Zukunft wird uns wieder die Augen öffnen für den gegenseitigen Gewinn über Verbundenheiten eines intensiveren Zusammenlebens samt seiner damit implizierten Möglichkeiten. Noch ist die Masse der Bevölkerung ichbehaftet und destruktiv organisiert und das sollte uns das Fürchten lernen. Solche Destruktivitäten wirken überall hinein und vergiften unser Leben. Auch die drei Geistesgifte: Gier, Hass und Unwissenheit versucht der Buddhismus zu überwinden.  Sie sind noch der Motor der derzeitigen Gesellschaft trotz sogenannter Bildung. Das stimmt bedenklich.

Für neue Lösungen bedarf es viel Kreativität und Kooperation

Angstfelder und Felder des Leidens, die überall erzeugt werden, können nicht konstruktiv werden. Wir brauchen dafür einen Raum der stresslosen Kontemplation in der positiv-energetischen Gegenwart, um zu besseren und ethischeren Handlungen zu gelangen. Tolstoj wusste, dass, solange es Schlachthöfe gibt, es Schlachtfelder geben wird. Wir müssen das Todbringende gänzlich aufgeben, um ein konstruktives Universalfeld der Kooperation und des Lebens zu schaffen, damit dieser Planet und auch Menschen wieder heilen können und sich erholen von den Spaltungen in Politik und im Miteinander. Konstruktiver Diskurs ist immer befreiend und inspirierend. Wer Verständigung unmöglich macht, trägt viel zum destruktiven Feld seiner eigenen Aura bei und schädigt sich vor allem selbst. Diskurs ist immer Ausdruck von Lebendig- und Beweglichkeit. Der Geist wird hier gefordert und zum Wachstum animiert. Alles Nichtmessbare wird heute als nichtexistent betrachtet und schon allein das ist ein Todesleben, denn die Wirklichkeit ist so viel reicher und geistig lebendiger, als der Normalverstand wahrhaben möchte. Auch darin liegt das Potenzial für Heilung der Seelen, die in aller Anpassung den eigenen lebendigen Grund verloren haben und nun zwanghaft ihr Glück in dem suchen, was uns als vermeintlich sinnvoll angeboten wird: Sexualität, Konsum, Ablenkungen, Prestige etc. – alles auf den Körper Bezogene und weniger auf den Geist und die Seele, die aber unsterblich uns zu einem anderen Leben mahnen, das im möglichen  integralen Zeitalter neu entdeckt und ausdifferenziert werden sollte. Die integrale Zeit begreift, dass alles miteinander verbunden ist und jeder einzelne sein Feld bereinigen sollte von Destruktivität und Morbidität, damit das Ganze gesünder und lebensdienlicher wird.

Claus Eurich: Aufstand für das Leben. Vision für eine lebenswerte Erde. Via Nova Verlag Petersberg 2016.

Claus Eurich: Die heilende Kraft des Scheiterns. Ein Weg zu Wachstum Aufbruch und Erneuerung. München Via Nova Verlag Petersberg 2006

Michael Andrick: Im Moralgefängnis. Spaltung verstehen und überwinden. Frankfurt am Main 2024

 

Die Entthronung der Philosophie durch die Bewusstseinswissenschaften

Lange Zeit wurde die Philosophie als die Königin der Wissenschaften bezeichnet und der Logos als die Methode der Problemlösung. Das hat sich schon aufgrund der Geschichte als falsch erwiesen. Somit müssen wir heute die Bewusstseinswissenschaften als die Kaiserin bezeichnen, da sie integral, spirituell und interdisziplinär denkt, fühlt und erfährt.

Auch für mich war der Weg in die Bewusstseinswissenschaften ein steiniger, weil meine Identität als Philosophin unantastbar schien, obwohl meine Erfahrungen mit dieser Wissenschaft keine guten waren und ich von dieser Männerdomäne doch sehr abgeschreckt wurde, die sich dann auch noch in Kombination mit der katholischen Kirche teilweise im Konkordat zu einer regelrechten Misogynie entwickelte, die man als Frau nicht akzeptieren kann, weil das Selbstsabotage wäre. Frauen schreiben derart redundante und einseitige Bücher nicht, die letztlich oft schwer verständlich sind und nichts zur Lösung globaler und menschlicher Probleme beitragen können, weil es immer nur die linke Gehirnhälfte ist und eben nicht der ganzheitliche Geist, der positive Gefühle, Kreativität und eine Kontemplation einschließt, die nicht rein rational, sondern eben integral denkt. Aber die Zukunft ist ganzheitlich androgyn und tendiert nicht die eine oder andere Einseitigkeit. Der Logos ist sezierend-analytisch und besitzt kein Befreiungs- und Lösungspotential, führt auch bei den Vertreten der Philosophie zu einer Reihe von Inkompetenzen in Bezug auf die Selbstorganisation (auch Gesundheit) und vor allem in Bezug auf das Urteilsvermögen auch was andere Menschen betrifft. Das berechnende Denken ist keine Quelle der tieferen Einsichten und des  Glücks, sondern schafft oft Situationen der Unmöglichkeiten und des Unverständnisses. Sichtbar ist immer und zu jeder Zeit die Überheblichkeit, die aber real nur ein Defizit ist, nämlich Dinge, Menschen und Situationen nicht objektiv genug einschätzen zu können, denn dafür braucht man komplexes Denken, das dann auch wirklich emergenzfähig ist und der Wirklichkeit näher kommt. Dafür bedarf es ein ganzheitlicher Funktionen und den transzendenten Geist bzw., die transzendente geistige Welt, die wir nur erfahren können und als Erfahrungsbeweis akzeptieren sollten, damit wir nicht mehr diese entsetzlichen Fehler machen und Grausamkeiten begehen wie im Dritten Reich, das trotz des Denkens der Aufklärung oder wegen eines isolierten Denkens stattfinden konnte. Denken dreht sich oft im Kreise und führt zu allerlei merkwürdigen Ergebnissen, wenn es nicht korrigiert wird durch höhere Instanzen und tiefere positive Gefühle.

Die höhere Welt informiert uns, wenn wir uns öffnen

Also mit dem reinen linkslastigen Denken des Analysierens kommen wir nicht weit, sondern oft zu falschen Schlüssen über das Leben, über Lagen und Personen. Erfassen können wir die Wirklichkeit so nicht, sondern nur unter Bezugnahme von positiven Gefühlen wie Intuition, Empathie, Achtsamkeit, Demut, Liebe, Zuversicht und Hoffnung sowie einer gewissen spirituellen Hingabe an eine höhere Welt, die uns führt und begleitet, wenn wir dies zulassen. Die Überschätzung der Egofunktionen, die sich gerade auch im einseitigen rationalen und berechnenden Denken äußern, ist die Quelle schlimmster Fehlurteile, die dann die Menschheit oder einzelne Menschen ausbaden müssen. Die Schädigungen solcher Beschränktheiten sind zahllos. Wenn die Psychologie teilweise zu stark determiniert, ist die Philosophie einer ähnlichen Gefahr durch ihre kalte Einseitigkeit ausgesetzt, die zu schwerwiegenden Folgen im Miteinander führt und den Reifungsprozess schwerstens behindert. Der besteht nicht darin, Dinge zu sezieren, sondern ganzheitlich zu erfassen über die höchsten Vermögen und das ist nicht das rationale Denken. Ganzheitliches Denken wird auch nirgends geübt oder angeleitet, man muss es sich heute selbst erarbeiten, weil Bewusstseinswissenschaften im ganzheitlichen Sinne nicht studiert werden können, obwohl diese Erkenntnisse überlebenswichtig sind, denn die Menschheit schafft sich sonst selber ab, wenn sie nicht möglichst viele Faktoren und Fähigkeiten einschließt. Die Bewusstseinswissenschaften sind multimodal und befördern nur so die Entwicklung von Menschen im Hinblick auf eine kulturelle Evolution, die sich nicht im reinen Denken erschöpft. Ich gewinne auch kein Heil- oder Hellwissen über Analyse dessen, was ist, sondern über die unbegrenzten Synthesemöglichkeiten des komplexen Geistes. Die höchsten Ebenen des Geistes sind spirituell und weit davon entfernt zu schädigen oder eindimensionale „Lösungen“ zu entwickeln. Schließlich sind wir mit existenziellen Problemen behaftet, die ein gewisses Denken zum Teil geschaffen hat.

Ein Leiden kann nicht durch den Logos behoben werden

Die Zunahme psychischer Erkrankungen beruht auch auf einem kollektiven Irrsinn, der darin besteht, dass Menschen nicht mehr in der Lage sind, komplex zu „denken“ und zu empfinden, um ihre Probleme zu lösen. Sie bleiben im Schmerzkörper – so Eckhart Tolle – des Unterbewusstseins befangen, weil keine positive Erfahrung sie aus dem gedanklichen Gefängnis befreien kann. Das reine Denken wiederholt die negativen Erfahrungen und versucht sie zu analysieren und bleibt stecken, denn die Identifikation mit dem Schmerz ist nur auflösbar durch die Entwicklung von positiver Energie in der Gegenwart bei Zurücknahme des Egos für die Öffnung. Diese energetische Batterie lässt sich nur aufladen durch neue positive Erfahrungen, die jeder machen kann vor allem in Bezug auf eine helfende und heilende transzendente Welt, die das negativ determinierte Unterbewusstsein transformiert, wenn ich dieser Welt es zutraue und vertraue. Es geht nicht um einen Glauben in erster Linie, sondern um die Möglichkeit positiver Erfahrungen auch schon in der geführten oder in der Meditation der Leere, durch die man Abstand gewinnt und das Negative als Verfehlung und Irrtum akzeptiert und so loslassen kann. Wenn das eigene göttliche Selbst wieder zum Vorschein kommt, offenbart es den Sinn und die Aufgabe im eigenen Leben, auch anhand der negativen Erfahrung spirituell zu wachsen für die Rückgewinnung der eigenen ganzheitlichen Gesundheit und Überwindung des Defizitären in diesem Leben.  Schädigende Menschen wird es immer geben, aber der Einzelne kann sie entlarven und entmachten bis in ihre Bedeutungslosigkeit hinein. Damit sind sie am besten bestraft, indem  sie einfach keine Rolle mehr spielen. Oft sind sie schon im Diesseits zu einem banalen, einsichtslosen Leben verurteilt, das man ihnen ansieht und bemerkt in ihren Äußerungen.

Pharisäer und Schriftgelehrte und die Heuchelei

Für mich persönlich eine Abrechnung mit universitären Philosophen, die vorsätzlich schwer geschädigt haben aus einer Arroganz der Unwissenheit heraus, des Nichtwissenwollens. Leider musste ich die Erfahrung machen, dass Philosophen weder bessere Menschen, noch die Folgen ihre Handelns bedenken. Und was schädigt, kann nicht klug gewesen sein. Empathische Klugheit schützt vor solchen Auswirkungen. Und wenn man nicht genau Bescheid weiß, dann auch noch den Diskurs zu verweigern,  ist der Gipfel der Inkompetenz. Diese  Leute vertreibt man besser aus dem Elfenbeinturm (Tempel des Geistes),  schenkt Ihnen keine Aufmerksamkeit mehr. Aus dem descartschen Cogito, ergo sum wird nun: Ich bin Bewusstsein und in der unverletzten Energie der Gegenwart. Dieses Bewusstsein ist komplex und ganzheitlich, schließt die Liebe, die Gesundheit, die Kreativität und die Spiritualität ein und richtet sich nicht nach Kirchenrecht und anderen sinnlosen Einschränkungen des Lebens. Gott will unsere positiv konnotierte Freiheit – und es geht hier nicht um die Freiheit, auch das Schlechte zu tun, denn sie ist keine wirkliche Freiheit – und Erweiterung bzw. Öffnung im Sinne der drei großen Ideen bei Kant: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Nur sind es heute keine nur regulativen Ideen mehr aufgrund des weltweiten Austausches über spirituelle und mediale Erfahrungen, sondern Wirklichkeiten. Kants Kritik an Emanuel Swedenborg ist nach heutigem Wissen falsch. Die Bewusstseinswissenschaften dürfen sich aus Erfahrungsgründen nicht bei den Naturwissenschaften anbiedern, wo alles Nichtmessbare als nichtexistent gilt.

Eckhart Tolle: Eine neue Erde. Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung. München 7.Aufl. 2005

 

Weisheit aus dem Jenseits

Der Psychotherapeut und Psychologe Viktor Terpeluk entwickelt in seinem Buch eine Therapie, die die jenseitige geistige Welt für real hält und entsprechende Erfahrungen für den Heilungsprozess wirksam machen will

Noch ist es ein schwieriges Unterfangen, Karma, Reinkarnation und Verschränkungen auch als Möglichkeit für psychischer Erkrankungen zu betrachten und entsprechende Maßnahmen anzuwenden, die diese Determinierungen wieder aufheben können. Das Urprinzip hier lautet: Liebe. Diese Liebe kann der Mensch wieder erfahren, indem er sich an hoch entwickelten geistigen Wesen orientiert und diese um Unterstützung bittet. Ihre Macht liegt darin, dass der Mensch hier vertraut und nicht nur glaubt. Dabei geht der Autor von der Prämisse aus, dass persönliche Weiterentwicklung und Reifung vor allem über die Liebe möglich ist und nicht nur – oder auch gar nicht – über theoretische Erkenntnisse. Wir müssen uns heute auch eingestehen, dass die oft einseitige Philosophie keine Lösungen weiß und Ratlosigkeit in wichtigen Fragen des Lebens zurücklässt, ja sogar Täuschungen unterliegt, weil Vernunft und Verstand nicht den ganzheitlichen Geist umfassen. Letztlich erschließt sich der transzendente Geist nur wirklich über die Liebe und nicht über die Berechenbarkeit. Wer also auch Beziehungen berechnen will, der erfährt die wahre Liebe nicht und erhält keine höheren Einsichten über unser Dasein und seine Möglichkeiten auch im Jenseits. Es ist also eine Informierung aus diesen höheren Bereichen nur möglich über das Tor der Liebe, die man gibt und auch empfängt – so der Autor. Diese Bewusstseinserweiterung ermöglicht Heilung auch der Störungen, die Menschen verursachen durch Schlechtigkeit, Unwissenheit und Lieblosigkeit.

Die transzendente Welt infomiert

Die vielen Erfahrungsberichte, die heute eine eigene Wissenschaftlichkeit begründen können, weil diese globale Kommunikation möglich wurde, machen den Diskurs über jenseitige Welten notwendig.  Wir müssen solche Ereignisse wie Nahtoderfahrungen und mediale Durchsagen ernst nehmen, denn der Mensch hat sich kollektiv verirrt und diejenigen, die an Verirrungen leiden, sind  nur ein Symptom des kollektiven Irrtums bzw. Nichtwissens über die Dimensionen des Daseins als körperliches und rein geistiges Wesen. Für Immanuel Kant waren Gott, Freiheit und Unsterblichkeit nur regulative Ideen, aber ihnen kommt nach heutigen Erfahrungen Realität zu, die nicht länger geleugnet werden kann und auch bei der Heilung gerade von psychischen Erkrankungen eine große Rolle spielen, indem man diese Realitäten einbezieht für die Überwindung von Leid und Negativismen. Es kommt auf die Gedanken und Handlungen des Einzelnen an, die in Resonanz schwingen mit den höheren oder auch weniger höheren geistigen Wesen je nach Reifungszustand. Dabei spielt die Überwindung der Selbstsucht oder des Egos eine entscheidende Rolle, denn das Ego ist Trennung von der prinzipiellen Verbundenheit des Menschen auch mit höheren Mächten, die ihm beiseite stehen können, wenn er sie akzeptiert und respektiert.  Die Individualisierung des Selbsts bezieht sich dann auf die eigenen Fähigkeiten und Aufgaben, die die Evolution der Menschheit voranbringen sollten und nicht auf die Idolisierung des eigenen Ichs und seiner selbstsüchtigen Ziele der Maximierung des vermeintlich Eigenen. Oft ist das Ego ein Selbstmissverständnis und bleibt deswegen stecken. „Es geht im Wesentlichen um die Transformation vom Ich zu überpersönlichen, göttlichen Selbst.“ (S. 97).

Die höchste Form der Selbstverwirklichung

Was der Mensch in Wahrheit und Gesundheit sein kann, ist nicht die Dimensionierung seines Selbstbildes, seiner subjektiven Vorstellungen über sein Leben, sondern um eine Belehrung von höchster Stelle über die wahre Fülle des Daseins jenseits aller Materialität. Sie ist dann zugleich auch höchste Freiheit, den negativen Erfahrungen wieder zu entkommen durch Einsichten in die Kraft der Liebe zu allen Lebewesen und dem Planeten gegenüber gegen Ausbeutung, Missbrauch und Schädigung. Die Psychotransformation der Therapie von Viktor Terpeluk  liegt in der Überwindung von negativen Eigenschaften durch die Erfahrung universeller Liebe, die kein Abstraktum ist, sondern sich ereignet in der Begegnung mit hoch entwickelten Wesen wie Jesus Christus durch seine ewig andauernde und erfahrbare Liebestätigkeit. Wer glücklich wird in diesem Leben, richtet keinen Schaden an, sondern will das Glück anderer befördern auch für eine Transformation der Menschheit zu mehr Verwirklichung des Guten, Wahren und Schönen. Ein erfülltes Leben richtet sich nach der Offenheit gegenüber einer transzendenten Welt, die berät, begleitet und befördert bis zur Weisheit über den Grund dieses Daseins, das eine Vorbereitung auf ein Leben im Jenseits und damit  Kontinuität im Sinne einer spirituellen Ethik ist, die das gesamte Leben durchwirkt und verändert. Die heutige Egokultivierung unterstützt eher die Empfindlichkeit einer Gesellschaft, aber nicht ihre Stärke und schwache Menschen verletzen, weil sie keinen wahren Halt in sich selbst finden. Das Ego blendet und lässt sich blenden gegen jeden Wahrheitsanspruch und stabiler Innerlichkeit.

Jeder kann sich darüber hinaus die von Viktor Terpeluk angebotenen Seelenreifungsreisen im Internet anhören und diese Meditationen schon einmal für sich anwenden.

Viktor Terpeluk: Weisheit aus dem Jenseits. Warum wir leben und welche Reife wir erreichen können. Aachen 1. Auflage 2022

 

Naturwissenschaft trifft Spiritualität

Naturwissenschaft trifft SpiritualitätDie Naturwissenschaften erklären uns die Zusammenhänge in der Natur, die Spiritualität die Abhängigkeit und Verbundenheit miteinander und mit dem Organischen. Beide zeigen, dass der Mensch einerseits die Natur nie ganz erfassen wird, aber das Prinzip des Zusammenwirkens von allem begreifen muss

Michael Fleischberger versucht in seinem Buch eine versöhnende Begegnung zwischen zwei Phänomenen, die meistens streng getrennt behandelt werden, aber auch aufgrund der globalen Problematiken und der Erkenntnisse in den Bewusstseinswissenschaften nicht mehr separat betrachtet werden können. Auch die Natur wirkt nicht nach streng festgelegten Ursache- Wirkungsgesetzen, sondern beinhaltet eine Unschärfe, wie man sie aus der Quantenphysik kennt. Danach geschieht nichts wirklich ohne einen verändernden Beobachter und immer mit der Möglichkeit der Emergenz, die Unerwartetes möglich macht. Darauf darf sich der Mensch aber nicht verlassen, er muss immer das Menschenmögliche zur Rettung der Natur unternehmen, darf aber auch hoffen, dass es Prozesse gibt, die er nicht vorhersagen kann. Nicht alles ist mess- und berechenbar, deswegen darf die rationale Berechnung aber nicht aufgegeben werden. Nur reduzieren auf das Messbare darf man weder die Natur noch den Menschen, weil sie lebendige Organismen sind, denen immer nur eine Wahrscheinlichkeit zukommt und keine strenge Kausalität. Das gilt auch für die Gesundheit des Menschen und bezieht sich auf mögliche Spontanheilungen. Der Mensch hat darüber hinaus die Pflicht zu korrigieren durch Kultur und das Unethische des Naturhaften zu minimieren. Das rousseausche reine Zurück-zur-Natur ist zu romantisch.

Naturwahrnehmungen und Erfahrung von Zusammenhänge mit Lebewesen gegen reine Mathematisierungen

Der Mensch muss lernen, dass Pflanzen, Tiere, Natur und Mensch eine Einheit bilden, die man nur ganz im Hier und Jetzt begreift.  Unser Dasein ist geprägt von Ablenkungen und Zerstreuungen, so dass uns nicht bewusst wird, dass wir ohne Pflanzen, Tiere und Natur nicht leben können. Sie alle senden Informationen, für die der moderne Mensch nicht mehr empfänglich ist, was ihn aber die Existenz kosten kann, wenn er sich hier nicht besinnt. Überall schwingen Energien, die unser Leben beeinflussen. Es liegt an uns selbst, diese Energien für unser Leben fruchtbar zu machen, so dass wir psychisch und körperlich gesund bleiben oder werden. Dafür müssen wir in die Verbindung mit dem Organischen treten, das uns die entsprechenden Anweisungen gibt, wenn wir uns dafür öffnen. So kommen wir in einen ständigen Austausch mit Natur und Umwelt, der eine höher Form der Kommunikation ist, als wir das gewohnt sind und heute vollziehen. Diese totale Kommunikation über die Medien kann auch das Ende der Demokratie bedeuten, weil auch die totale Kontrolle so möglich wird. Es ist also ratsam, sich mit der Natur zu verbinden und sich für eine subtile Informierung bereit zu halten, die eben kein Ende der Freiheit bedeutet.  Kein Tier lässt sich freiwillig einschränken. Die Wildheit ihres Daseins ist auch unsere Chance auf gesunde Gedankenfreiheit, die niemanden schädigt und das Beste für alle will – nämlich ein erfülltes Dasein, das sich nicht sinnlos in Konsum, Konkurrenz und totaler Kommunikation erschöpft.

Evolution als Kultur

Der Autor betont, dass Evolution nicht immer ethisch ist wie auch der Darwinismus nicht. Das wäre ein neoliberaler Gedanke, der Selektion,  Kooperation  und Konkurrenz als die treibenden Faktoren der Natur thematisiert. Fortschritt wäre ohne die Gesamtheit der Verhaltensweisen und Prozesse nicht zu haben. Der Mensch sollte aber in der Lage sein, Evolution als Kultur ethischer zu gestalten und die schwierigen und negativen Prozesse möglichst klein zu halten. Die intrinsische Motivation einer Verbesserung der Lebensbedingungen für alle aus Gründen der Verbundenheit sieht daher etwas moderater und humaner aus. Es wird auch immer wieder betont, dass das Ganze das Gute und das Schlechte einschließen würde, weil auch Naturereignisse nicht immer positiv sind und die Natur gewaltig zurückschlagen kann. Aber der Mensch hat die Pflicht, das Schlechte zu minimieren und möglichst ganz auszuschalten, damit ein Ganzes das Wahre, Gute und Schöne wird und so in Richtung humane Optimierung des Lebens führt. Er muss hier über die Natur hinaus, um mehr Humanität möglich zu machen. Spiritualität ist weitaus mehr als Naturwissenschaft, die sich an der Natur orientiert und ihr keine Ratschläge geben kann. Eine Renaturierung des Menschen kann also nicht die Lösung sein, sondern eine höhere Ethik des Miteinanders, der wahren Verständigung und des Verstehens, dass jeder Mensch ein gutes Leben will und wir uns hier nicht schädigen dürfen. Kein Wert der Welt erlaubt es, anderen Menschen bewusst Schaden zuzufügen, was heute aber immer noch selbst in kirchlichen Kreisen der Fall ist. Das Paradies ist nicht Natur oder Kirche, sondern liebendes Denken, das Achtung vor allem Lebenden entwickelt und sich auch zurücknehmen kann, wenn die Situation dies erfordert. Erfüllung ist immer Sinnerfüllung und nicht materielle. Der Mammon ist Ursache für Streit und Krieg.

Das Buch von Fleischberger beinhaltet eine Menge Diskussionsstoff und liefert jedem Interessierten Einblicke in die derzeitige Debatte auch aufgrund der fundierten naturwissenschaftlichen Ansätze im ersten Teil.

Michael Fleischberger: Naturwissenschaft trifft Spiritualität. Eine versöhnende Begegnung. Petersberg 1.Auflage 2016

 

Neues Verstehen von psychischen Erkrankungen

Bezüglich sogenannter psychischer Erkrankungen gibt es so gut wie keine Fortschritte in der Interpretation, weil der Profit durch Medikamente den Verstehensprozess eingefroren hat. Doch es gibt längst neue Erkenntnisse

Schon oft wurde auf die Problematik des materialistischen Verständnisses des Menschen hingewiesen, aber noch keine Erklärung abgegeben, was eigentlich hinter psychischen Erkrankungen stecken könnte. Es sind nämlich nicht nur Verletzungen und Schädigungen, sondern genau das Gegenteil: die Rettung, die Probleme bereiten kann, wenn sie nicht richtig verstanden wird. Es ist die Erfahrung rein geistiger Welten, die auch verunsichern und beunruhigen, aber eben auch heilen kann, wenn ihre Bedeutung sowie mediale Durchsagen begriffen werden. Das sind keine einfachen Prozesse. Vorab muss man einsehen, dass es geistige Welten gibt, die nach anderen Gesetzen funktionieren als diese materielle Welt und ein hohes Transformationspotenzial enthalten für die eigene innere Reifung. Gerade Menschen, die Schlimmes erlebt haben, werden durch geistige Welten tangiert eben als Angebot zur Entschädigung. Aber nicht jeder reagiert hier mit Verständnis, fühlt sich oft zusätzlich belastet, wenn der innere Prozess noch fragmentiert ist und der Mensch seine ganzheitliche Natur nicht wiedergewonnen hat. Vorbereitet ist man auch nur dann, wenn man diese Welten  prinzipiell  für möglich hält und hier viel dazulernen kann und will. Es hilft auf jeden Fall, viel darüber zu lesen, um besser beurteilen zu können, wie die kranken und wie die Hinweise auf eine geistige Welt aussehen. Sehr viele sogenannte psychische Erkrankungen sind spirituelle Krisen und müssen demnach auch ganz anders behandelt werden, als dies die oft inhumane Medizin derzeit unternimmt.

Lernen zu unterscheiden

Wer nicht unterscheiden kann, was aus einer Verletzung herrührt und was eigentlich schon ein Heilungsversuch und – impuls ist, wird oft gänzlich pathologisiert, was nicht nur diskriminierend, sondern auch einfach falsch und unverantwortlich ist, denn es beraubt den Menschen der Heilung. Hier ist die Forschung nicht weitergekommen, weil viele Erfahrungen, die Menschen machen in Bezug auf Nahtoderlebnisse und mediale Durchsagen, als esoterischer Unsinn eingestuft werden. Diese Kurzsichtigkeit richtet großen Schaden an und soll einen engen Konsens schaffen, der dann vermeintliche psychische Erkrankungen schlichtweg diskreditiert und als etwas Unerwünschtes abqualifiziert.  Aber so einfach ist es eben nicht. Natürlich möchte kein Mensch unnötig leiden, aber wenn er unter einer Hilfe aus der geistigen Welt „leidet“, ist sein Erfahrungshorizont zu begrenzt letztlich durch die vermeintlich ach so  „wissenschaftliche“ Indoktrination. Dass Menschen mit “ Störungen“ sehr interessante Menschen sein können mit beeindruckenden Einsichten, wird gerne verschwiegen. Fast alle machen außergewöhnliche Erfahrungen, die aber nur sehr weit gebildete und denkende Menschen richtig verstehen können. Damit Menschen besser hier  nicht auf andere angewiesen sind, hilft nur die Selbstbildung durch Lektüre, die jedem zugänglich ist auch über Bibliotheken. Vaclav  Havel meinte: „Die Macht der Mächtigen kommt von der Ohnmacht der Ohnmächtigen“. Es gilt also immer selbst zu denken und nichts einfach zu übernehmen, weil das eben so bequem ist und meistens Versuche der Ausgrenzung, der Abwehr sowie der Ab- und Entwertung von Menschen dient, also die niederen Instinkte angesprochen werden.  Der Mensch muss verstehen, dass karmische Einflüsse, Reinkarnationen und Verschränkungen, Jenseitskontakte und vor allem die zerstörerischen globalen und nationalen Entwicklungen (zunehmende Ungerechtigkeit, Rücksichtslosigkeiten, Anpassungszwänge, Konkurrenz, Diffamierungen, Gewalt vieler Art etc. ),  die die menschliche Psyche tangieren können. Das kann auch sehr heilsam sein, wenn man den Reifungsprozess antizipiert und zulässt.  Informationen aus der geistigen Welt sind dann hilfreich, wenn wir von der eigenen Ichbezogenheit absehen können, die oft ins Dysfunktionale abgleitet.

Die Anfälligkeit des Menschen

Wann wird der Mensch je verstehen? Manchmal möchte man hier verzweifeln, denn wir haben bis heute nicht einmal den aramäisch sprechenden Jesus Christus richtig verstanden, was Franz Alt in seinem Buch eindrucksvoll thematisiert. Viele sind Atheisten, weil sie nicht verstehen, dass Gott den Mord an seinem Sohn nicht verhindert hat. Aber sie bedenken nicht, dass Gott nur in der geistigen Welt allmächtig ist und nicht in der materiellen! Wer also um Geld betet, wird wohl eher nicht gehört werden. Der Mensch muss sich gottgerecht verhalten, ein gottgefälliges Leben führen, damit diese geistige Energie für ihn wirk- und erfahrbar wird. Dann aber kann sie eine Quelle großen Glücks werden. Hier ereignen sich dann außergewöhnliche Dinge, die der Mensch allerdings richtig einordnen sollte. Wer Jesus Christus liebt, der verliert hier sehr viele Sorgen um seine eigene Existenz. Aber der Mensch ist kleinmütig, er will Beweise. Die erhält er aber nur, wenn er liebt und nicht nur glaubt. Wer sich auch nicht geliebt fühlt, macht auch gerade anderen Menschen das Leben schwer, vor allem denjenigen, die  vermeintlich nicht richtig funktionieren. Die Wahrheit sieht hier aber anders aus. Wer ein reines Herz hat, der wird von Gott gerettet, aber dafür braucht man einen feinen Sensor, sonst entgeht einem die Rettung oder sie wird als weiterer Angriff missverstanden. Es gilt das Law of Attraction. Der Fall psychische Erkrankungen zeigt uns deutlich, dass wir dringend weiter denken und Erfahrungen einbeziehen müssen, die in Richtung anthropologische Evolution weisen. Stagnationen sind immer verdächtig, falsch zu sein. Wahre Menschenfreundlichkeit im jesuanisch-humanistischen Sinne ist eben keine Realität bis heute.

Law of Attraction

Die Quantenmindphysik beschreibt die persönliche Vorbereitung für das Prinzip der Resonanz und der Anziehung im Universum. Wir bekommen oft das, was wir befürchten oder das, was wir erhoffen,  wenn wir uns innerlich einstellen auf Ereignisse und dadurch nicht zu Opfern werden müssen, sondern zu Akteuren unseres Schicksals in Verbindung mit geistigen Helfern, die der Kosmos uns zur Verfügung stellt. Dies ist kein Wunschtraum, sondern Erfahrungsrealität, die zu einer grundsätzlich positiven Grundhaltung führen kann, wenn man sie denn respektiert.  Und es geht hier in erster Linie um Respekt einer Dimension, die gehört werden will, weil sie nur so wirklich helfen kann. Das ist auch das Gesetz der Möglichkeiten, das ich mir nicht nehmen lassen sollte, auch wenn viele hier nur von einem Placeboeffekt reden. Dass der Mensch über so viel Selbstsuggestion verfügt, ist eher unwahrscheinlich. Höhere Mächte kommen ins Spiel, wenn die Haltung unerschütterlich ist und sich nicht korrumpieren lässt durch einen oft banalen und simplen Mainstream, der alles wegreden möchte, was dem Menschen nützen könnte. Schon allein das ist Dummheit.  Der Geist folgt nicht den materialistischen Gesetzen, aber er kann verursachen, ist selbst aber frei, wenn er beginnt zu verstehen und nachzudenken. Kein Mensch muss über einen längeren Zeitraum Opfer bleiben oder sich gar mit einer Opferrolle identifizieren. Bedingung ist aber das Lernen, das Informieren und die Offenheit gegenüber eines  Informiertwerdens. Wer dieses hohe Entwicklungspotenzial verinnerlicht, hat gute Chancen, wieder ganz  gesund zu werden, denn Gesundheit ist inneres Wachstum in Korrelation und Koinzidenz mit dem Universum.

Franz Alt: Was Jesus wirklich gesagt hat. Gütersloh 2015

Michael Nehls: Das indoktrinierte Gehirn. Wie wir den Angriff auf unsere mentale Freiheit erfolgreich abwehren. Vörstetten 2023

Nancy Patterson: Quantumphysics and the Power of Mind. Warschau 2020

Fachzeitschrift für Bewusstseinswissenschaften. Transpersonale Psychologie und Psychotherapie. 2/ 2023. 29. Jahrgang (Themenschwerpunkt: Umgang mit veränderten Bewusstseinszuständen)