Bewusstseinsstufen

Jede Emergenz ist mit einem erweiterten Bewusstsein in Form von Erkenntnissen verbunden, die zu einer Veränderung drängen

Systeme und Beziehungen oder Partnerschaften können stark determinieren, wenn Ungleiches sich nicht voneinander trennt. Echte Emergenzen geschehen aufgrund von erarbeiteter genuiner Selbsterkenntnis oft in Verbindung mit äußeren positiven Impulsen. Dem Bewusstseinswachstum kann man sich nicht entziehen, er braucht den Wandel, da sonst eine Emergenz rückgängig gemacht wird oder gar zerstört wird, wenn sie nicht erkannt wird in neuen Begegnungen. Hier ist die Zerstörungsmacht hoch, wenn emergente Zustände sich an nichtemergente andere Zustände binden. Jede gefühlte Verbindung braucht den Klartext, um sich in dieser Verbindung zu vergewissern und um Fortschritte in der Erkenntnis machen zu können. Emergenz ist nicht allein ein Produkt höherer komplexer Bildung, sondern gelingt nur in der Kombination mit gesunder und hoch bewusster Selbstwerdung. Wo das eigene Selbst nicht klar organisiert und erkannt wurde, findet es nicht zu einer Sprache und verunsichert. Jeder emergente Zustand hat die Befürchtung zurückzufallen, also nicht von einer Außenwelt aufgefangen und beantwortet zu werden. Die Ablenkung in eine diffuse und schwammige Allgemeinheit führt zu schweren Missverständnissen und verschleiert die Klarheit der Emergenz, die immer in direkter Weise wirksam werden will, da wir nur hier in eine konstruktive Verbindung kommen, auch um zu klären, ob die Emergenz zu dem Zustand des anderen passt, d.h. hier weitere Entwicklung möglich ist oder eben nicht. Ein Selbst, das von Ideologien und Dogmen und Autoritäten verunstaltet und belastet wird, findet keine Sprache der Emergenz, die immer auch objektiviert und in Distanz zu sich selbst gehen kann.  Etwas ist auf der Strecke geblieben, die Identität ist nicht rein und nicht geklärt, wenn sie sich nicht direkt äußert. Es führt kein Weg an der Bewusstmachung der eigenen Wahrheit vorbei. Wer sein Selbst nicht befragt, hat kaum Chancen auf Emergenz und damit zu einer höheren Wahrheit, die die Fehler der unteren Stufen beheben und überwinden kann. Zerstörte Emergenzen aus Unkenntnis anderer können zu Krankheiten führen, wenn man auch die Erkenntnisfähigkeit anderer überschätzt.

Emergenz braucht Direktheit, um sich zu stabilsieren

Höhere Bildung ohne Emergenz bleibt hohl und reine Reproduktion, sie wirkt nicht erhellend und aufbauend, sondern verschleiert und bleibt bei einer Geheimnistuerei, die nur darauf bedacht ist, zu verhindern, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Sie ist rücksichtslos, weil sie andere so in den Sog nach unten zieht oft aus dem Sog in die Vertikalität heraus. Eine Emergenz hat viel mit Wahrheitsgenerierung zu tun, die Irrtümer beseitigen kann. Sie ist kommunikativ und ordnend und wird durch Verweigerungssysteme, die meinen etwas besser zu wissen über das eigene Selbst, rückgängig gemacht. Neue Erkenntnisse suchen nach neuen Gesprächspartnern, was auch meistens unter normalen Umständen gelingt, es sei denn, der Erwählte ist nicht bei sich selbst und versteht die Emergenz nicht als Emergenz, sondern als profane Banalität. Sein Fassungsvermögen reicht nicht aus und das kann niemand von außen ändern. Er versteht den Wunsch nach Synergie nicht und kapriziert sich auf Äußerlichkeiten. Der Systemwechsel wird ausgehebelt und damit auch die Chance auf Erhalt der Emergenz, die in überwundenen Systemen nur  verdorrt. Es gibt den architektonischen Aufbau des Geistgehirns bzw. des Bewusstseins, das sich nicht nur auf Qualia bezieht (Gefühle und Zustände aller Art), sondern mit deutlichen Erkenntnissen über die Wirklichkeit verbunden ist. Mit einer diffusen Allheit kann der Geist eher weniger anfangen, da er unterscheiden muss. Differenzierungen dürfen nicht regredieren, sondern sind die Grundlage für die richtigen Entscheidungen, die Entwicklung möglich machen und Blockaden aufheben. Für den Erhalt der Emergenz braucht der Mensch Klarheit und Direktheit. Jeder, der sich selbst gut kennt, ist auch dazu in der Lage mit welcher Wahrheit auch immer.

Es gibt nur ein Ausdifferenziertes, das ins Ganze führt

Wir brauchen die Differenzierungsmechanismen, um die Erkenntnisse aus der Emergenz fruchtbar zu machen und ihre gesunden Impulse umzusetzen. Sie strebt nach mehr Gesundheit durch Erkenntnis und darf nicht zersetzt werden durch informelle Desorientierung oder einem indifferenten Weiterso. Emergenzen aus einer verursachten Erkrankung heraus sind immer Ausdifferenzierungsprozesse, dessen Ganzwerdung nicht darin besteht, Unterschiede zu verwischen und ihnen dann zu resignieren, sondern sie zu begreifen als nicht integrierbar, weil sie das eigene und das andere Selbst nicht erfassen und virulent werden. Die Austauschfähigkeit ist da nicht gegeben, wo Menschen in der Selbstwerdung und Selbsterkenntnis schwer blockiert sind und andere dadurch blockieren. Eine integrale Psychologie muss immer berücksichtigen, dass das Eigene sich nicht auflöst in Fragmente, sondern zunächst bei der Integration von Erkenntnissen bleibt bis zur Erreichung einer Zugehörigkeit, die tragfähig ist und die Identität wieder stützt und nicht angreift. Nur jeder Einzelne kann sein Leben ändern vorerst für die Erreichung von mehr Gesundheit und Wahrheit für die Konstitution eines bewussten Wir. Der Bewusstseinsaufbau ist ein Ausdifferenzierungsprozess, der aber zu einer Verbundenheit zunächst unter Gleichen führt, um dann weiter wirksam werden zu können. Die Überforderung einer diffusen Verbundenheit als Ausdruck einer integralen Psychologie berücksichtigt den Erkenntnisprozess der Bewusstseinsstufen nicht. Der Gedanke eines naiven Wir ist unrealistisch und kann zum Abbau von Emergenzen führen und damit das Bewusstsein enorm schwächen, so dass es zu einer Orientierungslosigkeit bei Selbstverlust kommt und wieder in die Krankheit führt. An Emergenzen wird immer gerüttelt und ein Ganzes, das sich nicht in ausdifferenzierte Systeme konfiguriert, ist totalitär und hebelt das Urteilsvermögen aus. Wir müssen Vielfalt tolerieren, aber nicht integrieren. Gegen ein totalitäres Wir hilft nur die Bewusstmachung zunächst der Unterschiede. Die Kollektivität der Verantwortung und der Rücksicht gegenüber unseren Lebensgrundlagen muss ebenfalls geklärt werden.

Klarheit gegen Diffusion und Dissoziation

Wenn der hohe Klärungsbedarf von Emergenzen extern blockiert wird, hat der Mensch keine Chance, die aufgetretenen Probleme auch real zu lösen, so dass sie nicht mehr auftauchen und so Freiheit möglich wird. Die vorsätzliche Verweigerung solcher Klärungen hat etwas Unmenschliches und kann deshalb nicht integriert werden. Es sperrt sich und versperrt anderen den Weg aus der Krankheit und den Problemen heraus. Ein Gespräch oder ein direkter Austausch in welcher Form auch immer vermag die enormen Zeitverluste zu stoppen, die mit ungeklärten Problemen verbunden sind. Es ist auf Dauer eine anhaltende Emergenzzerstörungsmaßnahme, die nicht entschuldbar ist. Deklaratives schafft Handlungsfreiheit und Gesundheit. Hier gibt es keine Rückfälle in Vorstufen der Bewusstheit mehr, die immer auch Krankheit bedeuten können wegen einer Zurückentwicklung,  und das Leben kann wieder gelingen. Wahrheit ist nie reine Konstruktion, sondern eben auch Tatsache, der sich jeder  stellen muss, bevor etwas zum Positiven geändert werden kann. Und klare Identitätsbildung ist notwendig, um nicht zur Projektionsfläche für andere zu werden. Ohne deutliches eigenes Profil bleibt der Mensch ein Blatt im Wind. Profil zu zeigen kann Widerstand erzeugen, aber darf nicht zu Schädigungen führen. Aus schweren Fehlern kann man keine Tugend machen. Das Ganze kann sich nur weiterentwickeln, wenn der Einzelne bei sich anfängt und sich selbst durchschaut. Es gibt kein Aufgehen in einem Ganzen – kann pathologische Züge haben -, bevor der Mensch nicht ganz zu sich selbst gekommen ist.

 

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