Die falsche Richtung

Es läuft vieles schief seit den anfänglich doch im Bewusstsein so freundlichen 70er Jahren, deren Symbol Woodstock daran erinnert, dass Frieden und Lebensqualität keine hohlen Worte und nicht an eine vorwiegend materialistische Einstellung gebunden sind

Wir müssen heute feststellen, dass viele Krankheiten schlichtweg vermeidbar wären, wenn wir uns darauf besinnen würden, was das Leben lebenswert macht. Spätestens seit Anfang der 90er Jahre wurde gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch viel Druck gemacht, mehr Zwang und Gewalt ausgeübt auch über Institutionen, die es eigentlich besser wissen müssten. Eine gewisse Wissenschaftshörigkeit hat uns ein Leben beschert, das wir bei vollem Bewusstsein nicht befürworten können. Die zunehmend materialistische Haltung wurde bis in die Forschung hinein manifestiert bei anwachsendem Leistungsdruck für mehr wirtschaftliches Wachstum. Auf inneres Wachstum jedes einzelnen wurde kein Wert mehr gelgt. Wer sich dies zur Aufgabe gemacht hatte, wurde sanktioniert. Im Zuge dessen sind wir auch mit einer verminderten Differenzierungsfähigkeit konfrontiert, die die dahinter liegenden Interessen nur allzu deutlich macht. So ist die weit verbreitete Aufweichung der Grenzen zwischen Kriminalität und Krankheit ein einziges Desaster, das wir der staatlichen Psychiatrie zu verdanken haben. Gewalttäter sind nicht in erster Linie krank, sondern kriminell und damit keine Leidenden, sondern schädigende Täter. Diese Grenzen aufzuheben, bedeutet für viele Kranke, dass sie zusätzlich unter Verdacht stehen, eben auch potenzielle Gewalttäter zu sein. Also wird deren „Behandlung“, die ohnehin schon eher kompetenzlos ist, auch noch extrem verschlechtert, weil es an einer Unterscheidung und Trennung mangelt und so eine folgenschwere Vermengung allen Betroffenen großen Schaden zufügt.

Eine Widersinnigkeit des Lebens macht krank

Es ist also kein Fortschritt, Kriminalität als Krankheit zu definieren, sondern ein Rückschritt in den Sozialdarwinismus. Dabei sollten wir bedenken, dass der gesamte Darwinismus in Verruf geraten ist und eigentlich auch nicht zutrifft auf unsere Evolution. Hinter vielen derzeitigen Entwicklungen nach den 70er Jahren stehen knallharte Interessen, aber leider kein Erkenntnisfortschritt. Wir sehen das auch an der Misere, mit der wir nun konfrontiert sind in Bezug auf Klimawandel und globaler Probleme. Wie kann es sein, dass Miliarden für Abnehmprogramme ausgegeben werden und an anderen Orten Menschen am Hunger sterben. Diese Ungleichgewichte belasten, wenn wir das auch nicht wahrhaben möchten. Sinnlose und extrem ungerechte Prozesse wirken auf uns zurück. Dafür müssen wir uns sensibilisieren, damit wir mehr Verantwortung übernehmen auch dadurch für unsere eigene mentale Gesundheit. Viele Krankheiten sind entstanden, weil wir ein paradoxes, widersinniges  und zerstörerisches Leben führen und führen müssen. Falsche Verhaltensweisen haben also Auswirkungen auf unsere Gesundheit.  Und trotz der vielen Diskurse, ist die Toleranz seit den 70er Jahren gesunken. Das California Institute of Integral Studies in San Francisco erinnert noch an diese Zeit des Bewusstseinsaufbruchs. Und wer diese Zeit intensiv erlebt hat, weiß, dass sie sehr viel Wohlbefinden und Zuversicht vermittelt hat.

Fortschritt durch private Initiativen

Der erschreckende Pathologisierungswahn, der oft auch mit einem Fatalismus verbunden ist, hat letztlich jeden Fortschritt ausgehebelt aufgrund einer Dominanz der mächtigen Pharmaindustrie, die kein Interesse an Selbstheilungskräften und deren Nachvollziehbarkeit hat, so dass sie jeder für sich einsetzen kann, ohne dass er dafür viel Geld ausgeben muss. Letztlich gibt es die meisten unnatürlichen Todesfälle nicht durch Krebs oder Herzinfarkt, sondern durch die Medizin selbst. Diese iatrogenen Ursachen für den vorzeitigen Tod sollten eine Mahnung sein, dass sich jeder fragen sollte, wie er möglichst gesund lebt, um möglichst wenig Medizin in Anspruch zu nehmen. Dieses Leben macht dann krank, wenn der Einzelne dem System unterworfen und auf seine persönlichen Belange keine Rücksicht mehr genommen wird. Wer noch die Gelassenheit und Toleranz der 70er Jahre kennt, war in den 90er Jahren einfach nur noch schockiert. Und Universitäten sind nicht mehr die Orte wahrer Innovation, sondern oft private Initiativen. Das sollte uns hellhörig machen. Die viel diskutierte Evolution des Bewusstseins hat es also schon einmal anfänglich gegeben und wurde von dubiosen Kräften einfach eliminiert. Diese Rückbesinnung ist heute unsere Rettung, wenn wir den Appell begreifen und wenig humane Entwicklungen boykottieren und anprangern. Die materialistische und aggressive Denkweise hat schon viel zu viele Opfer auf dem Gewissen.

Der notwendige Paradigmenwechsel

Die Menschheit ist extrem herausgefordert durch Pandemie und Krieg. Einerseits ist Endzeitstimmung. Aber andererseits öffnet sich die Welt über ein neues Bewusstsein und seiner beeindruckenden Transformationsmöglichkeiten für die Zukunft

Einige Debatten sind derzeit eher resignativ und vermitteln ein düsteres Bild vom zunehmenden Rückgang des Wohlstandes. Damit ist aber nur die materielle Seite gemeint. Wir haben aber die Möglichkeit, unsere Lebensqualität durch Bewusstsein trotz der schwierigen Lagen zu verbessern, indem wir uns fragen, was wir wirklich für ein gutes Leben brauchen. Verarmungsängste entstehen oft aus einem Mangel an Kreativität, die wir verlernt haben. Unsere Versorgungsmentalität hat unsere Selbstkompetenz geschwächt und wir fürchten nun, dass wir mehr auf uns selbst gestellt sind. Aber gerade darin liegt eine Chance zum inneren Wachstum, das aufgrund des ständigen materiellen Wachstums zu kurz gekommen ist. Dieser Zusammenhang ist nur allzu deutlich. Nur die innere Entwicklung höherer Einsichten auch in die gemeinschaftliche Lösung von Problemen vermag uns neue Perspektiven aufzuzeigen und vor allem neuere Erkenntnisse in unser aller Leben besser zu integrieren sowie für alle erreichbar zu machen. Dafür bedarf es der Aufklärung über Zusammenhänge und auch neue Möglichkeiten der Gesundheit und Heilung öffentlich zu machen.

Der Wert der Demokratie

Institutionen arbeiten immer langsamer und verlieren nicht selten den Kontakt zur Gesellschaft, die von ihnen nicht mehr so richtig profitiert. Die vielfältigen Abspaltungen treiben eine Gesellschaft in die Enge und schwächt die demokratischen Kräfte. Demokratie hat aber auch mit Zuversicht und Engagement zu tun. Und negatives Denken macht irgendwann krank. Auch wenn die Verhältnisse problematisch sind, gibt es Hoffnung auf einen Wandel, der unser aller Leben verbessern kann durch Besinnung und Erweiterung unserer Bewusstseinsvermögen. Wir haben uns gesellschaftlich und persönlich in Sackgassen hineinmanövriert und wissen den Ausweg nicht mehr, identifizieren uns mit den Problemen und verlieren so den Überblick. Den freiheitlich-demokratischen Werten sollten wir nicht mit Zynismus begegnen, sondern hierin die Chance sehen, dass die Evolution auch einer Gesellschaft möglich ist und so ganz neue Formen des Zusammenlebens und der Bewältigung entstehen. Es kommt so etwas in Bewegung, was schon viel zu lange immer denselben Prämissen und Paradigmen gefolgt ist. Eine offene Gesellschaft ist nur möglich, wenn auch der Einzelne das Vermögen hat, sein Denken und Fühlen zu öffnen für die Überwindung eigener innerer Beschränkungen und mechanistischer Determinierungen. Es ist viel  mehr möglich, als wir heute glauben. Wenn wir das Potential aller Regenerierungen begreifen, indem wir unser Denken und Verhalten ändern und Verantwortung für uns und die Natur übernehmen, haben wir eine lebenswerte Zukunft.

Gehen wir lieber ins Ganze als ins Detail

Reformstau ist immer Ausdruck einer Fehlhaltung. Wir dürfen uns aber nicht zurückziehen, sondern müssen uns dort engagieren, wo Zukunft gedacht und entwickelt wird. Dies geschieht schon ansatzweise an vielen Orten und zeigt die Notwendigkeit von Fortschritt vorerst im Denken. Alle Analyse und Kritik braucht einen höheren Standpunkt, von dem aus das Ganze in den Blick gerät, weshalb wir heute eher integral und interdisziplinär denken müssen und weniger spezialisiert. In den Universitäten ist ein Studium generale nicht mehr erwünscht, was auch deutlich zeigt, dass wir auf dem falschen Dampfer sitzen und uns so in auswegslose Situationen verstrickt haben. Die synthetisierenden und konstruktiven Leistungen bzw. Denkweisen sind auf der Strecke geblieben und das Ergebnis ist Resignation. Wir haben die heilenden und transzendierenden Vermögen verlernt und auch noch nie so deutlich thematisiert, wie dies zurzeit doch möglich ist. Energie ist der Lebensmotor. Wenn der Einzelne erfährt, wie er ohne Ausbeutung und Zerstörung zu neuer Energie kommt, dann hat er die Lebensgesetze verstanden. Es liegt an uns, ob wir in der Lage sind, eine lebenswertere Zukunft zu bewirken und somit auch Einfluss auf Politik und Institutionen zu nehmen. Wer sich ohnmächtig fühlt, der hat seine eigene innere Freiheit nicht erfahren, die gestalten will und kann. Gefragte sind überall innovative Ideen gegen zu viele Verkrustungen, die unser Leben und unsere Gesundheit behindern.