Wahrhaftige Verbindungen

Aufgrund der hohen Scheidungszahlen wird heute bestritten, dass der Mensch monogam sei. Aber es gibt hier ein Missverständnis über die wahren Bindungskräfte

Freud hatte noch behauptet, dass der Trieb und der Eros Menschen miteinander verbindet. Nun haben wir gesehen, dass diese These zu unendlichem Missbrauch geführt hat und Menschen großen Schaden zufügen kann. Der Trieb ist etwas Körperliches und hat so gut wie kein Bewusstsein. Wir wissen aber heute, dass der Geist über emergente Entwicklungen in Sphären der geistigen Verbindungen kommen kann. Das ist nicht jedermanns Ziel und damit auch nicht für jedermann ohne Übung und Anstrengung möglich. In dieser Sphäre des Geistes und des höheren Bewusstseins können wir uns  mit Menschen verbinden und es geschehen Bindungen, die der Mensch so gut wie gar nicht auflösen kann. Es ist eine göttliche Sphäre, in der wir umeinander wissen, wenn sie gegenseitig ist und nicht die Welt als Wille und Vorstellung betrifft, die ja Schopenhauer zurecht nicht für  wahrheitsbildend gehalten hat. Wenn sich also der Geist nicht mit einem anderen Geist verbunden hat, bleibt der Mensch in Wahrheit verbindungslos und sucht sein vermeintliches Glück im Eros, der keine Ewigkeit kennt und die Austauschbarkeit von Partnern zum Prinzip macht.

Die vielen Unerträglichkeiten in der Triebsphäre

Aber der Mensch ist monogam, wenn er in die höchste Verbindung kommt und sich diese bewusst macht. Dann hat er nicht die Wahl: er ist gebunden auf Lebenszeit, denn der Geist ist in Gott ist ewig und unzerstörbar. Wer also einen Partner sucht, kann dies kaum über Portale erwirken, er muss in der Bewusstseinsentwicklung weit gekommen sein, damit er überhaupt in Verbindung kommen kann. In eine Verbindung, die verantwortlich, achtsam, rücksichtsvoll  und von Dauer ist. Wir mögen es nicht, wenn dann Menschen dazwischen treten wollen, um ihre Interessen durchzusetzen gegen diese schwer  lösbaren oder auch unauflösbaren Verbindungen, die Raum und Zeit überdauern. Kein Wollen kann diese Verbindung erzeugen, sie lässt sich nicht korrumpieren und auch nicht manipulieren. Sie erträgt auch größtes Unrecht und bleibt standhaft in der Wahrheit.  Es ist eigentlich die einzige Sphäre, die die Kirche heute schützen und bewahren sollte. Wir wissen also nur in dieser Sphäre, was wirklich zusammengehört und was nicht. Deshalb befragen wir die Wirklichkeit eines Menschen in aller Ehrlichkeit, denn die Verfehlung und die Zerstörung dieser Verbindungen kann zu schweren Krankheiten führen. Die höhere Macht lässt uns nicht aus, sondern verlangt die Klärung. Wer nicht in sie hineingeht, um sie zu vollenden, der arbeitet gegen sich und gegen die Verbindung, was ihn degenerieren lässt, sein Potenzial schwächt und blockiert.

Der Trieb ist nur ein Top-down-Prozess

Wir werden geführt: eine lautlose Stimmer der Lenkung in eine Richtung der Heilung und der Vollkommenheit, denn der Mensch in seiner Einzigartigkeit bedarf der Ergänzung. Was die höhere Macht ermöglicht hat, nämlich in wahrhaftige Verbindung zu treten über den Geist und das höhere Bewusstsein, das kann man nicht wegdiskutieren, auch wenn das manchmal der Wille ist, weil das Leben zu viele Hindernisse aufgebaut hat. Aber das sind horizontale Ereignisse der Destruktion und der Determinierung. Wer in diese hohe und spirituelle Verbindung kommt, der wird nicht blockiert, nicht eingeschränkt und nicht determiniert. Die Gefühle entstehen in einem Top-down-Prozess. Es ist so die freie Entwicklung möglich und auch das Erreichen des eigenen Potenzials, das durch falsche Partnerwahl extrem verschüttet werden kann. Nur, was im Geist verbunden ist und nicht (nur) über den Körper, kann lebenslang wachsen und führt nicht in Regressionen der Selbstaufgabe, die dann ebenfalls zu schweren Erkrankungen führen. Wir haben also unter dem Evolutionsdruck die Pflicht, unseren Geist zu kultivieren und das Bewusstsein zu entfalten über Selbstreflektion, Selbstdenken und Meditation. Hier wird nicht nur das Eigene entdeckt, sondern auch das Verbundene, das sich aber nicht beliebig verallgemeinern lässt, denn die meisten Menschen folgen noch der freudianischen Vorstellung von Verbindung.

Die Familie schützt vor dem Anachronismus des Daseins

Die Monogamie in Beziehungen ist von großer Bedeutung, denn Kinder brauchen eine heile Welt und dies recht lange im Leben. Die Zerrüttung von Ehen ist für die Nachkommen eine Katastrophe, die ihr ganzes Leben belastet, wie auch für Kinder aus unglücklichen Ehen. Auch die unverletzte Bewusstseinsbildung ist Voraussetzung für die richtigen Entscheidungen auch hinsichtlich eines möglichen Partners und sollte schon in den Schulen befördert werden, damit der Trieb nicht über das Bewusstsein dominiert und die Entwicklung ins höhere Bewusstsein verhindert wird. Das muss nicht sein, ist aber oft der Fall, da wir hier zu anderen Partnern tendieren. Das bedeutet nicht, dass man überall einer Meinung ist, aber die Verbundenheit im Geist erlaubt immer eine Verständigung und Überlegung, auch die Korrektur. Rechthaberei ist hier eher selten, denn wir stehen ständig in Kontakt und wollen den nicht verlieren, weil wir hier isoliert und gefährdet leben. Jeder muss also seine Bewusstseinsentwicklung befördern, damit er eine Chance auf wahres Glück im Leben hat, denn diese Sphäre der Zuwendung und der Liebe ist von außen nicht steuerbar und darf von niemandem manipuliert werden. Nur in diesem hohen Bewusstsein wacht eine höhere Macht über diese Beziehung, die nicht auflösbar ist, wenn sie auch eingegangen werden kann. Hier lässt sich nichts über das Knie brechen, wie man so sagt, sondern es ist die Sphäre auch der Freiheit, die nicht in Ungebundenheit besteht, sondern in der Freiheit der Entfaltung. In dieser Sphäre können wir auch über Raum und Zeit hinweg in Kontakt treten, wenn die weltlichen Störungen beseitigt wurden, die sich dazwischen schieben wollen. Erst hier werden wir kontaktfähig. Äußerst lästig sind einseitig freudianisch begründete Aufdringlichkeiten, die eben nicht in die Rücksicht des höheren Bewusstseins vordringen. Also: Wer zu wem wahrhaftig gehört, kann nur das höhere Bewusstsein entscheiden.

Das episodische Gedächtnis

In der Meditationstheorie und -praxis geht es um die erlösende Erfahrung im Hier und Jetzt. Wichtiger erscheint aber die Erinnerung an die besonderen Erfahrungen von Glück im vergangenen Leben und deren Umstände für die Heilung

Man muss lange meditieren, um zu einer Erfahrung von Glück zu kommen. Der leichtere Weg besteht darin, sich genau zu erinnern, zu welchen Zeiten im Leben und unter welchen Umständen man uneingeschränkt glücklich war. Diese Parameter geben Auskunft darüber, was wir verloren haben und was wir uns wieder erarbeiten sollten auch gegen die teilweise vermeintlich wissenschaftliche Besserwisserei., deren Stagnation und teure Fehlforschung uns in die Irre führt.  Hintergrund hier ist ein blindes Spezialistentum, das sich nicht traut und es auch nicht vermag, über den Tellerrand zu schauen und beharrlich auf seinen Vorurteilen besteht.  Geistige Flexibilität ist nicht gerade angesagt. Wir können uns unter Askese hohe Bewusstseinszustände erarbeiten, die mit viel Einsicht und Glück sowie körperlicher und mentaler Gesundheit verbunden sind. Hier wird meistens das episodische Gedächtnis aktiv, dass solche Zustände von Glück speichert und bei Bewusstseinsentwicklung reaktiviert. Was wir hier erfahren, ist nicht nur die Liebe anderer Menschen, sondern die Liebe einer höheren Instanz, die viel Einblick und Durchblick verschafft und uns so durch das Leben führt. Hier spüren wir ein Gewolltsein, das uns versichert und dem wir uneingeschränkt vertrauen können. Die bedingungslose Liebe, die wir erfahren haben in Kombination mit einer göttlichen Liebe, die uns zu uns selbst führt und in die Wahrhaftigkeit unserer Existenz.  Das episodische Gedächtnis gibt Auskunft, man kann es befragen, was im Leben Sinn macht und was nicht.

Wohlstand allein garantiert keine Gesundheit

Im Laufe des Lebens begegnet man nicht nur Freunden und Wohlgesinnten, sondern leider auch Feinden, deren Fehlverständnis und Fehlverhalten das eigene Leben schwer beschädigen kann. Es sind auch systemische Probleme, die immer wieder wirksam werden. Jeder kennt aber die Heilkraft von Systemen, die zur eigenen Verfassung passen, und natürlich auch die Virulenz von Unpassendem und Störendem. Wer sich sein Bewusstsein selbst erarbeitet, dem kommt ein Sog von oben entgegen und lässt ihn Dinge erkennen, die sonst verborgen bleiben. Wahrheitsfindung  und Bewusstsein korrelieren. So lernt man, auf die Signale zu achten, die die Richtung vorgeben, wohin das Leben steuern kann und wohin nicht. Die Selbstbefragung gibt klare Antworten auch gegen den Versuch, Menschen zu instrumentalisieren, wodurch sie ihre Würde und damit ihre Gesundheit verlieren, die nicht allein über Wohnung und Nahrung garantiert ist, sondern immer mit einer Aufgabe verbunden ist, die primär die eigene Gesundheit absichert und einen Beitrag für die Allgemeinheit leistet.  Wohlstand allein garantiert die Gesundheit nicht, die aber ist das höchste Gut. Der Mensch muss sich selber durchhalten gegen jede Fremdbestimmung und die Parameter für die eigene Gesundheit entwickeln. Das ist immer ein individueller und personalisierter Akt. Wem die Gesundheit abhanden kommt, dessen Chancen sind gering und er verliert seine Autonomie und Selbstwirksamkeit. Kein Außenstehender kann ihm diese Fragen beantworten. Krankheit droht sofort, wenn eine Unstimmigkeit zwischen eigenen Interessen und extrinsischen Forderungen auftritt. Gelungen ist das Leben nur , wenn es im Einklang steht mit dem Erarbeiteten und Erkannten. Der common sence beinhaltet viele Irrtümer, die Menschen aus der Bahn werfen können, wenn sie nicht bei sich selbst anfangen, um dann in den Dialog zu treten als Wissende, die dem Wissen Ausdruck verleihen können.

Das Problem unkritischer Anpassungen

Stark angepasste Menschen verstehen unvoreingenommene Produktive schnell falsch und pathologisieren, bezeichnen diese als dysfunktional, ohne ihre eigenen Defizite zu erkennen, die eben teilweise eine Dysfunktionalität an den Tag legen, die den gesunden Menschenverstand aushebelt. Es ist immer ein großes Risiko, Menschen zu begegnen, deren Selbstreflektion nicht weit gediehen ist. Sie klammern sich an externe Inhalte, die ihnen vermeintlich Rat und Hilfe sind. Sie gelangen nicht in die Tiefe des eigenen Denkens, machen sich aber zum Maßstab der Beurteilung auch hinsichtlich der Befähigung anderer. Es fällt ihnen äußerst schwer, den eigenen Irrtum einzusehen, den sie bis zum Erbrechen durchhalten gegen andere und gegen deren Selbsterkenntnis. Sie sind weit entfernt davon, objektiv und gerecht zu sein. Ihre vermeintliche Objektivität beschränkt sich auf die Außenansichten und auf alles, was damit zusammenhängt. Man möchte dem entgegenhalten, dass das Wahre schwer erkennbar ist und einer intensiven Beschäftigung bzw. Auseinandersetzung  bedarf.  Letztlich können Menschen, die Fehler begangen haben in Bezug auf andere, keine wahren Aussagen über diese treffen, weil ihnen auch das Wissen um die Zusammenhänge, die sie oft leugnen,  fehlt. Gegen solche Widersacher setze man sein episodisches Gedächtnis ein und erinnere sich an die Zeit, in der sie ganz sie selber sein konnten und hohen Respekt dafür erhalten haben. Es gibt diese Momente in jedem Leben. So kann man die Verunstalter in die Schranken weisen und das eigene Leben wieder auf ein sicheres und unversehrtes Fundament stellen gegen die oft fragwürdigen Bedingungen, die andere zu stellen wagen schon im Hinblick auf einen klärenden Dialog. Diese lebensverzerrenden Maßnahmen erschweren die notwendige Identitätszurückgewinnung nach Verlusten durch schwere Verletzungen der Fehleinschätzung. Aber woher soll sie kommen die Menschenkenntnis, wenn man nicht ein feiner und kritischer Beobachter und seine Wahrnehmungen immer auch ein Teil der Erforschung ist im Sinne einer Anthropologie, die die Bedingungen von Gesundheit erörtert, aber nichts beschönigt.

Es ist nicht der Eros, der die Menschheit verbindet

Ken Wilber versucht, Freud zu retten und ihn ins große Ganze der Bewusstseinsentwicklung zu integrieren. Das ist wahrscheinlich eines der derzeit größten Entwicklungshindernisse, was sich auch an den vielen Missbrauchsfällen zeigt

Wir befinden uns in einer Wende, die uns noch viel bewusster werden muss, damit wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können. Wir sind eine Netzwerkgesellschaft und müssen uns auch manchmal gegen die Politik miteinander verbinden, so dass die eigenen Chancen erweitert werden können. Es bleibt die These im Raum stehen, dass höhere Bewusstseinssphären den Trieb nicht nur sublimieren, sondern überwinden. In Corona-Zeiten wird der Mensch allerdings wieder mit Crime and Sex bombadiert, anstatt die Zeit für eine allgemeine Höherentwicklung zu nutzen. Das Niveau sinkt also beträchtlich und macht vieles rückgängig wegen fehlender Kulturleistungen. Der Anspruch verabschiedet sich auch aus den Medien, was ein Anzeichen für eine Regression ist, die sich auch wirtschaftlich verheerend auswirkt. Gegen diesen Trend könnte man einfach weiter aufklären. Die Grünen haben eine Garantieversicherung politisch vorgeschlagen, was schon mal einen neuen Impuls setzt. Ansonsten bleibt es bei erschreckender Einfallslosigkeit. Gegen eine mögliche Besinnung wird der Mensch verblödet, was er allerdings durchschauen sollte. Das kann er aber nur, wenn er sich auf das sich stets entwickeln wollende Selbst konzentriert. Das persönliche Wachstum ist nicht determiniert, es führt aber nicht in die gnadenlose Selbstrepräsentation, sondern in die Achtsamkeit der gesamten Schöpfung gegenüber bei höchst möglicher Integration des Eigenen. Es ist ein Sowohl- Als auch.

Der sogenannte Eros ist Ursache für ein Regressionsphänomene

Eigentlich ist es notwendig, dass uns der Geist, die Vernunft verbindet, weil nur hier eine Erweiterung unseres Bewusstsein möglich wird durch Einsichten, Erfahrungen und über das Nach- und Selbstdenken. Wir entwickeln uns nicht über den Eros, der der höheren Bewusstseinsentwicklung einfach im Wege steht, was der massive Kindesmissbrauch und der sexuelle Missbrauch von Frauen zeigt. Wir bewegen uns hier abwärts in Bereiche, die ins gedankenlose Agieren münden und verkennen, dass nur der Mensch zu höherem Bewusstsein in der Lage ist. Wir brauchen dieses Bewusstsein, um uns und diesen Planeten zu retten. Wir werden keine besseren Menschen über den Trieb und wer behauptet, der Mensch sei nur ein höheres Tier, hat nicht begriffen, worin seine Göttlichkeit besteht – nämlich in Einsichten.  Es geht nicht um Selbstaufgabe (das Leben gelingt so nicht), sondern um die Integration des hoch entwickelten Selbsts in eine Gesellschaft. Es ist dieser enorme Evolutionsdruck, den aber nicht alle spüren und nicht entsprechend handeln und denken. Und der kann nicht darin bestehen, sich beliebig zu vermehren und seinen ungezügelten Trieben zu folgen. Niemand möchte den Menschen das Kinderkriegen verbieten, aber jeder Einzelne muss verantwortlich handeln. Dieser Planet könnte alle Menschen ernähren, aber es ist bis heute nicht möglich, weil ein Teil der Menschheit seine Gewohnheiten nicht aufgeben will. Ein dominanter Fortpflanzungstrieb, der Freud für immer Recht gibt, würde diesen Planeten endgültig zugrunde richten. Es ist auch nicht die Sexualität, die Partner auf Dauer miteinander verbindet oder verbinden sollte, sondern das Vergnügen am Geist des anderen. Diese Verbindung über Sexualität ist nicht von Dauer und Monogamie nur möglich, wenn zwei Menschen füreinander eine Quelle der Inspiration werden und die Komplexität auf nichts für immer festlegt, so dass zu jeder Zeit Entwicklung möglich und das Einerlei der Routine nicht zum Maßstab des Miteinanders wird.

Eudaimonia über die optimale Entwicklung des Selbsts und seiner integrierten Fähigkeiten

Corona ist eine Warnung an uns alle, mehr für eine neues Paradigma von Gesundheit, die wir auch bewusster als ein Auftrag an den Einzelnen verstehen müssen und uns nicht einer Krankenkassenmentalität unterwerfen sollten. Wir haben es meistens in der Hand und wissen, was uns krank macht und was gesund. Dies gelingt heute nur im Zusammenhang mit der ganzen Welt, deren partielles Leiden auf uns zurückwirkt und unsere eigene Entwicklung bremst. Wir sind zu Höherem fähig, aber wir leben dies nicht und verharren auf einer Entwicklungsstufe, die man nur als bedenklich bezeichnen kann. Und wer die Liebe nicht vom Eros trennen kann, der verfällt einem schwerwiegenden und fehl geleitetem Irrtum. Die nicht entwickelte Emotionalität und die Betonung der Triebhaftigkeit des Menschen reduziert seine Höherentwicklung zu mehr Einsichten und zu mehr Empathie,  Die Sexualität zwischen Liebenden soll nicht eliminiert werden, aber sie darf keine Macht über den Evolutionsdruck in eine andere Richtung erhalten. Sexualität macht nicht empathisch und erst recht nicht klüger, sie kann schwere Schäden verursachen. Ehepartner sollten vor allem darauf achten, dass sie ihre Fähigkeiten ausbauen und kultivieren für die Erreichung der Eudaimonia. Die Bindungsforschung muss sich belehren lassen, was die vielen Scheidungsfälle dokumentieren. Das höhere Bewusstsein sucht nicht den Kick, sondern das Verstehen. Da wir uns alle auf unterschiedlichen Bewusstseinsstufen befinden, kann eine Verbundenheit nicht allgemein sein, weil die Prämissen dafür nicht erarbeitet wurden. Sie liegen nicht im Eros, sondern in der Verantwortung. Interessen sind Diversifikationsmerkmale und müssen ausgehalten werden, dienen nicht der Identifizierung mit allen möglichen Existenzen. Ein mystisches Wir ist eine Täuschung und verursacht nur Missverständnisse. Selbst der Entwicklungs- und Evolutionsdruck ist wirklich nicht bei allen angekommen.

 

Was uns krank macht, was uns heilt

Professor Dr. Dr. Christian Schubert erklärt eindrucksvoll in seinem Video die Zusammenhänge der Psychoneuroimmunologie: Aufbruch in eine neue Medizin.

Chronisch gestresste Menschen entwickeln chronische Entzündungen (Autoimmunkrankheiten in mentaler und organischer Hinsicht). Leute, die durch ihr Verhalten keine Lösungen ermöglichen bzw. verunmöglichen und dadurch unendlich viel Stress auslösen, sollte man gezielt auf diese Zusammenhänge hinweisen. Vorurteile, Unterstellungen, Fehleinschätzungen und negative Projektionen werden hier nicht abgebaut, was ein enormer chronischer Stressor ist, den keiner aushalten sollte. Dies erschwert auch die theoretische Arbeit, die aber durchgehalten werden muss trotz der Erschwernisse. Die Verunstaltungsthematik beseitigt man eben am besten vorerst durch den Dialog für die freie Theoriebildung.

Allgemeine Vorurteile und ungelöste Ungerechtigkeiten sind eine unnötige Belastung

Wenn eine Philosophie des Indirekten die Konkretion des Deklarativen verhindert, dann ist der damit verbundene chronische jahrzehntelange Stress nur auflösbar, wenn eine direkte Auseinandersetzung ermöglicht wird. Ich meine damit nicht die Therapie, sondern das soziale Miteinander der Beseitigung von Fehlverständnissen. Theoriebildung ist wichtig, aber auch der reale Diskurs darüber. Der religiöse Fundamentalismus und sein Gutmenschentum, der nur das Böse in anderen wittert, ist eine Mitursache für diesen Stress. Mentale Krankheiten haben an sich mit dem Schlechten nichts zu tun, sondern mit Bewusstheitsminderungen und Großhirnabbau. So kommt man aus den virulenten Entzündungen nicht mehr heraus, wenn mit Unterstellungen argumentiert wird. Insgesamt müssen wir uns mit unseren Theorien und Ideologien an der Gesundheit orientieren und Krankmachendes sowie hoch Belastendes eben aufgeben und nicht gegen die  dezidierte Aufklärung von Betroffenen rehabilitieren wollen.

Die Unwahrheit drängt zur  Aufklärung auch in der Theoriebildung

Die Schädigungen durch zerstörte Emergenzen sind erheblich., weil unser System darauf nicht vorbereitet ist. Alles Indirekte kann  nur eine Vorbereitung, etwas Vorläufiges sein, das durch Konkretes ersetzt wird, ansonsten führt es in die Aporie und in die Dissoziation. Wer allerdings alles schon anfänglich pathologisiert (ohne genaue Kenntnis des anderen), weil er den anderen fehlverstehen will und nicht an sich zweifelt, sondern nur an dem anderen, der wird durch keine Aufklärung der Welt einsichtiger. Alles Indirekte ist anfällig für Missverständnisse aller Art und die wollen wir ja beheben und aufklären gegen den Irrsinn der Unwahrheit.  Auch die Unwahrheit ist ein vehementer Stressor, der uns schädigt. Insgesamt brauchen wir also mehr Klarheit und Bewusstheit, um allgemein auch zu gesunden. Wer meint, die Zeiten der Aufklärung seien vorbei, der negiert den wissenschaftlichen Fortschritt. Die Medizin muss sich von den Geisteswissenschaften belehren lassen und die Geisteswissenschaften von der Gesundheitswissenschaft..

Der Geist ist das höchste Vermögen der Bewusstheit als Selbstorganisation

Emergenz ist nicht das Böse oder das Kranke, sondern eine Möglichkeit höherer Introspektion, höherer Bewusstheit auch durch ausdifferenziertes Wissen sowie individueller Gesundheit. Komplexität ohne Emergenz bleibt dissoziativ und eventuell noch unterhaltsam. Ohne das sich durchhaltende Selbst, das sich über die Emergenz in die einheits- und ordnungsstiftende Vertikalität hoch arbeitet, bleibt alles nur bei Information ohne Wissen.  Emergenzen müssen daher durch Selbstdenken und Entfaltung bewusst gemacht werden, damit sie nicht extern zerstört werden durch falsche Prämissen und falsche Paradigmen. Das sich mehr und mehr entfaltende Selbst gegen alle Abbautendenzen ist der Faden der Ariadne, und das eigene Leben gibt Antworten, die nicht von außen kommen können. Spiritualität kann meines Erachtens nicht reifen ohne eine selbstbewusste Individualität. Nur das voll entwickelte Ich kann auch über sich selbst hinauswachsen, aber nicht, um Märtyrer zu werden, sondern um die Welt von oben zu sehen. Die Psychoneuroimmunologie (erklärt die Zusammenhänge von Psyche und Organismus) müsste durch den Nous (er kann aus dem Sumpf ziehen), den Geist, erweitert werden, um zu einer vollständigen Immunität zu kommen. Und das immunisierte und entfaltetete Selbst stabilisiert das Großhirn, dass sich dann mehr und mehr entstressen kann gegen alle Widrigkeiten. Nicht jeder Mensch will und kann  zum Denker werden, aber er muss über die eigenen Interessen, Fähigkeiten und Begabungen nachdenken, um sie realisieren zu können für ein erfülltes Dasein, für die Erfahrung der Eudaimonia.

https://www.youtube.com/watch?v=W2sXj7xnEgM

Winterliche Grüße aus dem winterwonderland das Nymphenburger Parks in München

Bewusstseinsstufen

Jede Emergenz ist mit einem erweiterten Bewusstsein in Form von Erkenntnissen verbunden, die zu einer Veränderung drängen

Systeme und Beziehungen oder Partnerschaften können stark determinieren, wenn Ungleiches sich nicht voneinander trennt. Echte Emergenzen geschehen aufgrund von erarbeiteter genuiner Selbsterkenntnis oft in Verbindung mit äußeren positiven Impulsen. Dem Bewusstseinswachstum kann man sich nicht entziehen, er braucht den Wandel, da sonst eine Emergenz rückgängig gemacht wird oder gar zerstört wird, wenn sie nicht erkannt wird in neuen Begegnungen. Hier ist die Zerstörungsmacht hoch, wenn emergente Zustände sich an nichtemergente andere Zustände binden. Jede gefühlte Verbindung braucht den Klartext, um sich in dieser Verbindung zu vergewissern und um Fortschritte in der Erkenntnis machen zu können. Emergenz ist nicht allein ein Produkt höherer komplexer Bildung, sondern gelingt nur in der Kombination mit gesunder und hoch bewusster Selbstwerdung. Wo das eigene Selbst nicht klar organisiert und erkannt wurde, findet es nicht zu einer Sprache und verunsichert. Jeder emergente Zustand hat die Befürchtung zurückzufallen, also nicht von einer Außenwelt aufgefangen und beantwortet zu werden. Die Ablenkung in eine diffuse und schwammige Allgemeinheit führt zu schweren Missverständnissen und verschleiert die Klarheit der Emergenz, die immer in direkter Weise wirksam werden will, da wir nur hier in eine konstruktive Verbindung kommen, auch um zu klären, ob die Emergenz zu dem Zustand des anderen passt, d.h. hier weitere Entwicklung möglich ist oder eben nicht. Ein Selbst, das von Ideologien und Dogmen und Autoritäten verunstaltet und belastet wird, findet keine Sprache der Emergenz, die immer auch objektiviert und in Distanz zu sich selbst gehen kann.  Etwas ist auf der Strecke geblieben, die Identität ist nicht rein und nicht geklärt, wenn sie sich nicht direkt äußert. Es führt kein Weg an der Bewusstmachung der eigenen Wahrheit vorbei. Wer sein Selbst nicht befragt, hat kaum Chancen auf Emergenz und damit zu einer höheren Wahrheit, die die Fehler der unteren Stufen beheben und überwinden kann. Zerstörte Emergenzen aus Unkenntnis anderer können zu Krankheiten führen, wenn man auch die Erkenntnisfähigkeit anderer überschätzt.

Emergenz braucht Direktheit, um sich zu stabilsieren

Höhere Bildung ohne Emergenz bleibt hohl und reine Reproduktion, sie wirkt nicht erhellend und aufbauend, sondern verschleiert und bleibt bei einer Geheimnistuerei, die nur darauf bedacht ist, zu verhindern, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Sie ist rücksichtslos, weil sie andere so in den Sog nach unten zieht oft aus dem Sog in die Vertikalität heraus. Eine Emergenz hat viel mit Wahrheitsgenerierung zu tun, die Irrtümer beseitigen kann. Sie ist kommunikativ und ordnend und wird durch Verweigerungssysteme, die meinen etwas besser zu wissen über das eigene Selbst, rückgängig gemacht. Neue Erkenntnisse suchen nach neuen Gesprächspartnern, was auch meistens unter normalen Umständen gelingt, es sei denn, der Erwählte ist nicht bei sich selbst und versteht die Emergenz nicht als Emergenz, sondern als profane Banalität. Sein Fassungsvermögen reicht nicht aus und das kann niemand von außen ändern. Er versteht den Wunsch nach Synergie nicht und kapriziert sich auf Äußerlichkeiten. Der Systemwechsel wird ausgehebelt und damit auch die Chance auf Erhalt der Emergenz, die in überwundenen Systemen nur  verdorrt. Es gibt den architektonischen Aufbau des Geistgehirns bzw. des Bewusstseins, das sich nicht nur auf Qualia bezieht (Gefühle und Zustände aller Art), sondern mit deutlichen Erkenntnissen über die Wirklichkeit verbunden ist. Mit einer diffusen Allheit kann der Geist eher weniger anfangen, da er unterscheiden muss. Differenzierungen dürfen nicht regredieren, sondern sind die Grundlage für die richtigen Entscheidungen, die Entwicklung möglich machen und Blockaden aufheben. Für den Erhalt der Emergenz braucht der Mensch Klarheit und Direktheit. Jeder, der sich selbst gut kennt, ist auch dazu in der Lage mit welcher Wahrheit auch immer.

Es gibt nur ein Ausdifferenziertes, das ins Ganze führt

Wir brauchen die Differenzierungsmechanismen, um die Erkenntnisse aus der Emergenz fruchtbar zu machen und ihre gesunden Impulse umzusetzen. Sie strebt nach mehr Gesundheit durch Erkenntnis und darf nicht zersetzt werden durch informelle Desorientierung oder einem indifferenten Weiterso. Emergenzen aus einer verursachten Erkrankung heraus sind immer Ausdifferenzierungsprozesse, dessen Ganzwerdung nicht darin besteht, Unterschiede zu verwischen und ihnen dann zu resignieren, sondern sie zu begreifen als nicht integrierbar, weil sie das eigene und das andere Selbst nicht erfassen und virulent werden. Die Austauschfähigkeit ist da nicht gegeben, wo Menschen in der Selbstwerdung und Selbsterkenntnis schwer blockiert sind und andere dadurch blockieren. Eine integrale Psychologie muss immer berücksichtigen, dass das Eigene sich nicht auflöst in Fragmente, sondern zunächst bei der Integration von Erkenntnissen bleibt bis zur Erreichung einer Zugehörigkeit, die tragfähig ist und die Identität wieder stützt und nicht angreift. Nur jeder Einzelne kann sein Leben ändern vorerst für die Erreichung von mehr Gesundheit und Wahrheit für die Konstitution eines bewussten Wir. Der Bewusstseinsaufbau ist ein Ausdifferenzierungsprozess, der aber zu einer Verbundenheit zunächst unter Gleichen führt, um dann weiter wirksam werden zu können. Die Überforderung einer diffusen Verbundenheit als Ausdruck einer integralen Psychologie berücksichtigt den Erkenntnisprozess der Bewusstseinsstufen nicht. Der Gedanke eines naiven Wir ist unrealistisch und kann zum Abbau von Emergenzen führen und damit das Bewusstsein enorm schwächen, so dass es zu einer Orientierungslosigkeit bei Selbstverlust kommt und wieder in die Krankheit führt. An Emergenzen wird immer gerüttelt und ein Ganzes, das sich nicht in ausdifferenzierte Systeme konfiguriert, ist totalitär und hebelt das Urteilsvermögen aus. Wir müssen Vielfalt tolerieren, aber nicht integrieren. Gegen ein totalitäres Wir hilft nur die Bewusstmachung zunächst der Unterschiede. Die Kollektivität der Verantwortung und der Rücksicht gegenüber unseren Lebensgrundlagen muss ebenfalls geklärt werden.

Klarheit gegen Diffusion und Dissoziation

Wenn der hohe Klärungsbedarf von Emergenzen extern blockiert wird, hat der Mensch keine Chance, die aufgetretenen Probleme auch real zu lösen, so dass sie nicht mehr auftauchen und so Freiheit möglich wird. Die vorsätzliche Verweigerung solcher Klärungen hat etwas Unmenschliches und kann deshalb nicht integriert werden. Es sperrt sich und versperrt anderen den Weg aus der Krankheit und den Problemen heraus. Ein Gespräch oder ein direkter Austausch in welcher Form auch immer vermag die enormen Zeitverluste zu stoppen, die mit ungeklärten Problemen verbunden sind. Es ist auf Dauer eine anhaltende Emergenzzerstörungsmaßnahme, die nicht entschuldbar ist. Deklaratives schafft Handlungsfreiheit und Gesundheit. Hier gibt es keine Rückfälle in Vorstufen der Bewusstheit mehr, die immer auch Krankheit bedeuten können wegen einer Zurückentwicklung,  und das Leben kann wieder gelingen. Wahrheit ist nie reine Konstruktion, sondern eben auch Tatsache, der sich jeder  stellen muss, bevor etwas zum Positiven geändert werden kann. Und klare Identitätsbildung ist notwendig, um nicht zur Projektionsfläche für andere zu werden. Ohne deutliches eigenes Profil bleibt der Mensch ein Blatt im Wind. Profil zu zeigen kann Widerstand erzeugen, aber darf nicht zu Schädigungen führen. Aus schweren Fehlern kann man keine Tugend machen. Das Ganze kann sich nur weiterentwickeln, wenn der Einzelne bei sich anfängt und sich selbst durchschaut. Es gibt kein Aufgehen in einem Ganzen – kann pathologische Züge haben -, bevor der Mensch nicht ganz zu sich selbst gekommen ist.

 

Gehirnschutzrechte

Die Faktoren, die unser Großhirn angreifen, sind leider vielfältig. Erkenntnisse erfordern auch eine verbesserte Rechts- und Gesetzeslage

Wenn unsere Gesundheit, unser Wohlergehen, unser Glück, unser Erfolg und unsere Leistungsfähigkeit von der uneingeschränkten und individuellen Großhirnerarbeitung über Sinnerzeugung auch über neue neuronale Verschaltungen abhängen, dann müssen wir alles tun, um diese Funktionen und Fähigkeiten zu schützen. Eigene Produktivität und Kreativität bzw. Potenzialentfaltung auch im Selbstdenken verursacht nicht nur Glücksgefühle oder Glückseligkeit (was Sexualität niemals bewirken kann), sondern eben auch Gesundheit, da unser Großhirn über den Organismus wacht und diese Funktion nicht belastet und eingeschränkt werden darf.  Zunächst muss der Einzelne alles tun, um sein Großhirn zu schützen, aber auch Recht und Politik müssen die Erkenntnisse über unser Großhirn ernst nehmen und Reformen einleiten. Es ist nicht länger das Privileg einzelner, von seinen Großhirnleistungen zu profitieren. Jeder kann produktiv und kreativ werden und damit auch viel für seine gesamte Gesundheit tun. Entfaltung des Eigenen ist gottgewollt und darf nicht länger als gemeinschaftsfeindlich betrachtet und interpretiert werden. Es gilt, das Eigene zu erkennen und es zeigt sich daran, dass es glücklich macht. Das ist wie ein Lottogewinn, wenn der Mensch zunächst ganz zu sich selbst findet und jede Fremdbestimmung loslässt bzw, hinausschmeißt.  Es hängt viel davon ab, das Eigene so gut wie möglich zu entwickeln und ein Leben in Selbstbestimmung zu führen. Kreativität bezieht sich auf viele Bereiche des Lebens wie des Kochens (Ernährung) , der Kleidung, der Lebensführung, der Hobbies, der Gewinnung von Freunden usw. Alle Facetten wollen bedient werden, damit das Großhirn kontinuierlich wächst und sich manifestiert gegen alle möglichen Abbauprozesse, die bei Streit, Stress, Gewalt, Zwänge, Armut und unpassender Umwelt stattfinden. Unser Gehirn reagiert hier gnadenlos degenerierend, wenn wir irgendwo gegen uns selbst handeln oder eben misshandelt werden. Das Großhirn erkennt auch schnell die unlauteren Motive anderer und kann sich schützen.

Das entfaltete Großhirn ist objektiv

Der Soziologe Ulrich Beck behauptete wie schon vor ihm Goethe, dass es kein Wir ohne ein Ich gibt. Die Tendenzen, das Ich aufzulösen, weil man es für den Ort des Egoismus und der schlechten Eigenschaften hält, sind vorbei. Das Selbst sollte niemals aufgegeben werden und eine Meditation sorgt für Ordnung im Gehirn, darf aber nicht so weit führen, dass sich das Selbst auflöst. Die Zukunft sieht anders aus. Der vollkommen zu sich selbst gekommene Mensch schädigt nicht und beutet nicht aus, weil er das Höchste erreicht hat und die ganze Schöpfung in ihm wirksam wird. Gegen die Selbstverherrlichung finden interne Korrektur- und Regulationsmechanismen statt. Das Großhirn ist in alle Richtungen kritisch und kann auch die eigenen Produkte richtig einschätzen, dahingehend ob etwas gelungen ist oder eben nicht. Im hoch organisierten Großhirn findet eine Verbindung mit dem Einen und Höchsten statt.  Das ist kein Übervater und keine Übermutter, sondern das Vollkommene, das wir erreichen wollen in allen unseren Taten.  Sicher kann man einwenden, dass viele Menschen sich über sich selbst irren und ihre Urteilskraft sehr dürftig ist. Viele verstehen sich und ihre Motive nicht und sind dadurch auch belastend und kein Gewinn. Das gilt noch für einen großen Teil der Gesellschaft, die eben nicht das Ganze befördert, indem es die richtigen Dinge tut. Die Selbstverantwortung in Bezug auf den eigenen Geist und das Großhirn, die einem niemand abnehmen kann – auch kein Partner oder Therapeut – ist noch lange nicht so bewusst, wie es sein müsste. Auf Schule und Universität allein kann und darf sich keiner verlassen, da die ein flüchtiges Wissen im Auge hat, aber keine Selbstkonstruktion. Heilung erfahren wir nicht über das Andere, sondern zunächst über das Eigene. Auch von Abhängigkeiten gegenüber Autoritäten ist abzuraten, da hier Verunstaltungen aller Art drohen. Wer nicht in eine produktive und kreative Auseinandersetzung kommen kann – was das Großhirn beabsichtigt – der fange eben bei sich selbst an und erforsche das eigene Selbst, ohne sich von anderen beraten zu lassen, was nicht zielführend ist.  Der Mensch sollte so früh wie möglich wissen, worum es ihm im Leben geht und alles dafür tun, das er das auch realisieren kann.  Mit unserem Großhirn und seiner Individualisierung ist kein Subjektivismus verbunden, sondern zunehmende und wachsende Objektivität.

Individualisierung ist die beste Gesundheitsmaßnahme

Ein unerkanntes, blockiertes, instrumentalisiertes und determiniertes Ich verliert seine Fähigkeit, das eigene Selbst zu erneuern und zu organisieren. Und es sind alles Organisationsprozesse, die immer höhere Ordnungen hervorrufen und sich auf das ganze Leben erstrecken wie eben auch der Gesundheitsvorsorge und der Lebensführung für die Erreichung der Selbstheilungskräfte, die sich jeder erarbeiten kann, wenn er nicht gegen sich selbst wirksam wird. Viele leiden unter diesen mentalen Autoimmunkrankheiten und kommen nicht weiter im Leben. Das einzigartig Individuelle ist kein Schreckgespenst, sondern die Chance auf lebenslanges inneres Wachstum ohne dauernden Appell an sein Gutsein. Das entwickelte Großhirn ist gut, empathisch und intuitiv und weiß um die eigenen Überforderungen. Der nicht zu sich selbst Gekommene hat allerlei Unsinn im Kopf, weil er den Schlüssel für das Eigene nicht findet, das eben auch der ganzen Gesellschaft in Kultur, Leben, Arbeit  und Wissenschaft zugute kommt.  Eine hoch entwickelte Gesellschaft besteht nur aus hoch entwickelten Individuen, die sich frei entscheiden können. Mentale Krankheiten bestehen in Entwicklungsstörungen in Bezug auf das voll entfaltete Großhirn wegen Verletzungen und Fehler in der Lebensführung, die zu wenig Selbsterkenntnis enthält. Wenn ich sehr glücklich bin mit dem, was ich tue und produziere, entstehen  neuronale Verschaltungen (nicht über den Hedonimus und ganz sicher nicht über Kriminalität und andere Degenerationen). Kein Mensch ist von Geburt an kriminell. Auch der Kriminelle muss in erster Linie etwas für sein Großhirn tun über Bildung, Selbstdenken und Produktivität, um ein besserer Mensch zu werden.  Reine Bestrafung ist kontraindiziert. Resozialisation ist auch hier nur über Entfaltung möglich. Selbst das Nachdenken oder Selbstdenken vermag also das Großhirn aufzubauen. Das darf man sich nicht abnehmen lassen. Therapien müssen genau das befördern, damit sich der Mensch selbst heilen kann durch Selbsttätigkeit. Je komplexer ein Großhirn ist,  desto wahrscheinlicher sind auch seine Selbstheilungskräfte, die vieles reparieren können, was das Leben  oder einfaches Fehlverhalten degeneriert.  Kein Mensch darf sich für eine Sache verzwecken lassen, da hier die Krankheiten vorprogrammiert sind. Das Großhirn kann seine Arbeit nicht leisten.

Das Geistgehirn muss entscheidungsfähig sein

Das Grundgesetz müsste dringend überarbeitet werden trotz der globalen Rückschrittlichkeit. Auch alle Vergemeinschaftung ist ein Rückschritt, wenn es das Eigene unterdrückt und eliminiert, anstatt es zu befördern als einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Komplexität, auf die wir immer mehr angewiesen sind auch angesichts der Digitalisierung. Damit verbunden ist eine höhere Kritikfähigkeit all dem gegenüber, was unser Dasein nur beschränkt und verunstaltet bzw. zu illusionären Vorstellungen über unser Zusammenleben und unserer Entwicklung führt.  Hier muss viel Mist aussortiert werden, der uns von außen aufgedrängt wird und niemanden befördert. Die Schule und auch die Universität belohnen die Anpassung und die Anpassungszwänge werden immer höher. Wer Bildung vermitteln will, muss es immer unter dem Aspekt tun, dass der Einzelne sie optimal ins eigene Leben integriert. Ohne Persönlichkeitsentwicklung ist diese Fähigkeit nicht zu haben.  Wer diese durch was auch immer okkupiert, stört die gesellschaftliche Homöostase, die wir ja auch durch unser optimales und spirituelles Geistgehirn herstellen können., um zu entscheiden, was wir ertragen und was nicht. Entscheidungen beinhalten immer eine Wahl und Auswahl aus der Vielfalt der Angebote. Gehirnschutzrechte und Aufklärung sind notwendige Maßnahmen gegen die schweren Folgen der vielfältigen Verletzungen und Unterlassungen – auch der eigenen aus Unkenntnis. Die Emergenzfähigkeit unseres Gehirns beweist, dass es aufwärts gehen muss in die volle Entfaltung. Und für den Fortschritt in der Entwicklung ist der freie Wille, der im Präfrontalcortex verortert ist und nicht durch Medikamente beschädigt werden darf, notwendig.

Fassen wir zusammnen: Potenzialentfaltung befördert das Großhirn, das so zu Gesundheit und Selbstheilung fähig ist und durch die damit verbundene Spiritualität objektiv und gut sowie  zu Erkenntnissen und Urteilsvermögen fähig ist. Er ist ent- und unterscheidungsfähig und er hat die Wahl.

Hypothese über das Großhirn

Wir sind den Selbstheilungskräften auf der Spur und müssen sie wohl im voll entfalteten Großhirn lokalisieren. Das hat Konsequenzen für die Behandlung von mentalen und organischen Krankheiten

Viele berichten über ihre spektakulären Heilungen selbst von vermeintlich unheilbaren Krankheiten. Die werden als Einzelfälle abgetan, da man sie nicht erklären kann. Nun sind wir eventuell ein Stück weiter gekommen und erkennen, dass die Selbstheilungszentrale das komplexe Großhirn ist, das sich entfalten will und muss gegen jede Form der Untätigkeit und Degeneration.  Es will sich lebenslang entfalten und kennt keine Altersgrenzen. Wie wichtig es also ist, sich entsprechend seiner Interessen, Fähigkeiten und Begabungen zu individualisieren, wäre damit bewiesen. Individualisierung hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist gesunde und notwendige Selbstwerdung für Arbeit und Privatleben sowie für eine aktive Mitgliedschaft in einer Gesellschaft. Höchstmögliche Integration ist so möglich und notwendig, damit Abbauprozesse unterbunden werden.  Wir müssen viel tun, um die Leistungsfähigkeit des Großhirns in Gang zu halten. Das gilt auch für Menschen mit nicht intellektuellen Tätigkeiten. Alzheimer und Demenz ist kein Altersschicksal, sondern vermeidbar bei entsprechender Einsicht und Vorsorge. Das Großhirn will und muss arbeiten, darf durch nichts stillgelegt werden. Es darf auch nicht durch Stress, Gewalt und Zwänge gegen die Entfaltung beschädigt werden. Hier können schwere Störungen entstehen, die aber reversibel sind, wenn man das Großhirn verstanden hat in seiner enormen Reparaturkapazität. Das Großhirn scheint die Schwächen und Degenerationen im Gehirn und im Körper zu erkennen und kann darauf reagieren, indem es zu einer gesunden Funktionalität zurückkehrt. Die höheren Stufen des Bewusstseins (Großhirnentfaltung bzw. -aufbau)  heilen die unteren. So können Traumata überwunden werden.

Es gibt keine genuinen Grenzen

Wir sind davon ausgegangen, dass alle mentalen Erkrankungen Großhirnleistungsstörungen sind, d.h. die Homöostase ist mehr oder weniger gestört. Von Großhirn selbst gehen keine Erkrankungen aus, es darf auf keinen Fall behindert oder determiniert werden, denn der Entwicklung sind keine genuinen Grenzen gesetzt, es ist unendlich konstruiert auch im Sinne einer evolutiven Schöpfung. Das hat Konsequenzen für die Behandlung von mentalen Erkrankungen. Psychopharmaka sind demnach eigentlich kontraindiziert, die Eingriffe ins Gehirn sind gefährlich, weil sie die Selbstheilungskräfte aussetzen bzw. das Großhirn in seinem kontinuierlichen Aufbau beschädigen und degenerieren. Zukünftige Behandlungen müssen so aussehen, dass das Großhirn wieder aktiviert und in seiner Kontrollarbeit unterstützt wird. Wie diese zukünftigen Behandlungen von Störungen konkret aussehen könnten, muss erarbeitet werden (z.B. sensorische Impulsgebung für die Aktivierung). Vieles, was wir tun, ist nicht förderlich für die freie Entwicklung des Großhirns und seiner Kompetenzen. Hoch individualisierte und hoch kreative Menschen wie der gestern verstorbene Pierre Cardin beweisen die Richtigkeit der Hypothese. Bis ins hohe Alter von 98 Jahren war er produktiv und natürlich sehr erfolgreich. Nur ein passives Lernen von etwas baut wohl nicht so intensiv auf wie die eigene Produktivität. Sie ist in uns angelegt. Die Conditio humana will tätig sein, aber hier auch immer gefordert und interessiert bleiben.  Ein Großhirn geht nicht in Rente und es steuert auch den Rest des Körpers, erkennt hier die aufgetretenen Fehler und mobilisiert die Gegenmittel. Es ist so oder so hoch intelligent.

Schädigungen des Großhirns und seiner Entfaltung sind Menschenrechtsverletzungen

Zu jeder Zeit ist also durch das Großhirn kontrolliertes (ist keine Beschränkung) und reguliertes Wachstum möglich und muss entsprechend unterstützt werden. Alles, was das Großhirn beschädigt, muss unterlassen werden, da die Selbstaufgabe durch Einschränkungen und Determinierungen auch durch Dequalifizierungen dasselbe unfähig macht, die Reparaturmechanismen in Gang zu halten und zu setzen. Wer dann auch noch zu Drogen greift, macht die Arbeit des Großhirns unmöglich wie auch einige Medikamente wie Neuroleptika, die eindeutig das Großhirn schädigen und einen Aufbau aussetzen. Wer sich frei entfalten kann, ist ein glücklicher und zufriedener Mensch. Er ist vor allem leistungsfähig für den Erhalt der Lebensgrundlagen und nicht auf Alimentation angewiesen. Das eher passive Schul- und Bildungssystem fördert das Großhirn nur bedingt. Für die volle Entfaltung des ganzheitlichen Großhirns bedarf es vor allem der Kreativität, der Ideenfindung, des Forscher- und Entdeckungsdrangs, was nicht nur wenigen zukommt wie Alexander von Humboldt, sondern der ganzen Menschheit. Eine Gesellschaft und Politik, die selektieren will, weil es wenig attraktive Berufe gibt, hat nicht verstanden, dass es hier ein Umdenken geben muss. Großhirnförderung muss die Pflicht werden auch aus volkswirtschaftlichen Gründen, um Krankheiten vorzubeugen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren für lebenslange Gesundheit, die nicht vor dem Fernsehapparat enden darf oder im Drogenmissbrauch, weil der Frust zu groß wird. Gesunde Lebensführung ist Bildungssache und Aufklärung über die Leistungen unserer höheren Vermögen Pflicht. Erkenntnisse über die wunderbaren Leistungen unseres Gehirns müssen zu politischen  Neuerungen führen. Verletzungen der Identität des Menschen können das ganze Leben zerstören und zu schweren Erkrankungen führen. Deswegen ist Hartz IV eine Menschenrechtsverletzung, denn es ist hier ein Abbauphänomen integriert, anstatt Menschen nach Kündigungen wieder aufzubauen und zu fördern für die Wiedergewinnung von Selbstbewusstsein und Kompetenz.

Das Wissen um sich selbst

Großhirnaufbauleistungen können meines Erachtens nicht allein durch Therapien gewährleistet werden. Wer schwer geschädigt ist, braucht Impulse von außen und soll sich seiner Fähigkeiten wieder bewusst werden. Bewusstseinsprozesse dürfen nicht von außen gestört und manipuliert werden. Es darf allerdings für den Erhalt des Urteilsvermögens vorsichtig korrigiert werden. Aber es gilt vor allem, das Ureigene zu entdecken und freizulegen und so zu initiieren, dass alle Fremdbestimmungen eliminiert werden, die ebenfalls das Großhirn behindern. Wo die Entwicklung des Eigenen unterbrochen wurde, kann es wieder aufgenommen werden gegen jede Resignation und auch Gleichgültigkeit der Umwelt. Die intrinische Motivation muss aktiviert werden für die Selbstorganisation und Selbstbestimmung. Hier sind wir immer noch mit dem Vorurteil konfrontiert, dass Individualisierung entgesellschaftet. Das ist falsch, denn der Mensch braucht gute Beziehungen, um weiter zu wachsen und sich geborgen zu fühlen gegen jede Form der Isolation und Geworfenheit. Wenn also unsere gesamte Gesundheit und Leistungsfähigkeit vom Großhirn und seinen wundertätigen Leistungen abhängt, dann müssen wir umdenken. Der naive Hedonismus fördert nicht eine einzige neue neuronale Verschaltung und hat mit Gesundheit nichts zu tun. Menschen durch schädigende Medikamente zum Vegetieren zu verurteilen, ist eine Ungeheuerlichkeit im 21. Jahrhundert. Und reden wir nicht andauernd von Digitalisierung, sondern von der Entwicklung des Menschlichen, damit sie mit einer Digitalisierung auch human umgehen kann. Und zu allerletzt ist das Gute und Schöne und Wahre das entfaltetes Großhirn, das alle Unterzentren im Auge hat und Störungen selbst beheben kann, wenn es um sich selbst weiß. Und Komplexität wird vor allem durch Produktivität (Selbstdenken) erwirkt für eine offene Wachsamkeit und Lebendigkeit.

Integrale Psychologie

Es handelt sich bei dem Begriff der integralen Psychologie um einen interdisziplinären, der für das Verständnis und die Heilung von mentalen Erkrankungen maßgeblich ist

Ken Wilber versucht in seinem Buch Integrale Psychologie die Kombination aus Philosophie, Psychologie und Theologie. Hinzukommen sollte meiner Meinung nach auch immer die Soziologie, die gesellschaftliche Phänomene thematisiert. Diese Verbindung verschiedener Wissenschaften ermöglicht eine weitere Differenzierung gegen mystische Vereinfachungen eines nicht näher erläuterten Wir, das Wilber zwar beschwört, aber das so nicht durchzuhalten ist. Wenn von Verbundenheit die Rede ist, dann ist damit die Verbindung zu Gott gemeint und damit auch zu einer Mahnung der Entwicklung zu mehr Vollkommenheit und tieferen Wissens. Emergente Zustände sind keine momentanen Gipfelerfahrungen, wie sie Wilber identifiziert, sondern es sind Zustände höheren Wissens, die mit dem naiven Hedonismus nicht vereinbar sind. Auf dieser Stufe des Daseins werden wir nicht erleuchtet und durchdrungen von Erkenntnissen über uns selbst und über andere. Die Welt erschließt sich auch nicht über den horizontalen Eros. Weder reine Meditation noch Sexualität führen zu Heilungsprozessen, da hier die Vertikalität nicht erreicht wird. Der supramentale wissende Geist, der nicht mit dem freudianischen Über- Ich korreliert,  kennt keinen Trieb, der ein Abstiegsphänomen ist. Als Menschen sind wir nur dann verbunden, wenn Identifizierung möglich ist. Ein diffuses Wir ist kein reales und intentionales, denn es wäre totalitär.  Das Wir einer Kultur ist immer auch Produkt einer differenzialen Ethik. Vielfalt muss toleriert werden, aber Akzeptanz ist damit nicht verbunden. Und mit einer heterogenen Vielfalt können wir uns nicht identifizieren. Uns sind hier also Grenzen gesetzt. So bleibt eben nur die demokratische Auseinandersetzung, die durch nichts Mystisches ersetzt werden darf. Die Stufen des Bewusstseins entscheiden über das Leben (auch Arbeit) , das man dann führt.

Der Anstoß innerer Entwicklungen

Die integrale Psychologie der spirituellen Vertikalität erlaubt eine Neudefinition dessen, was mentale Krankheit und Gesundheit bedeuten. Durch die Vertikalitiät verlieren wir nicht an Realität, sondern wir gewinnen sie erst durch den höheren Blick von oben, den wir einnehmen können in Bezug auf die Selbsterkenntnis und in Bezug auf die Zusammenhänge unseres Daseins allgemein. Die meisten mentalen Krankheiten können nicht geheilt werden, weil deren Behandlung in einer horizontalen Pragmatik steckengeblieben ist und den materiellen Reduktionismus anstelle eines Geistparadigmas präferiert. Emergenzen sind nicht nur Ausdruck von Komplexität, sondern einer Gottgeistigkeit, die durchschaut und erschaut, was zur Verbesserung unseres Lebens beitragen kann. Sicher muss neues Wissen geprüft werden und begründet sein. Es ist hier nichts einfach zu behaupten. Es ist aber deutlich, dass es Selbstheilungskräfte gibt und dass sie für jedermann zugänglich gemacht werden sollten und könnten, wenn die Voraussetzungen erklärbar werden. Für die Selbstheilungskräfte müssen wir in die Emergenz und in emergente Entwicklungen, die sich mit dem Höchsten verbinden für die objektive Schau der Dinge. Raum und Zeit spielen hier keine Rolle. Wir treten also auch aus den Gefängnissen unserer Sinne heraus und kommen in das Reich des Denkens, des Geistes, des göttlichen Geistes als Möglichkeit vertikaler Verbundenheit, die wir als Erleuchtung bezeichnen. Es ist kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck intrinsischer Motivation, die aus der subjektiven Isolation befreit. Über diesen Weg kann man zu anderen finden für die eigene Identifikation, die der Mensch braucht, um sich wohlzufühlen und wachsen zu können. Die Systemtheorie besagt, dass dies eben nicht unter allen Umständen möglich ist oder sehr erschwert werden kann. Der zunächst immaterielle Aufstieg in die emergenten Sphären kann behindert und gestört werden, wenn er sich selbst nicht bewusst genug gemacht wurde. Bewusstheit ist ein Schutz gegen allerlei Angriffe auf den Tempel. Wie wir den Prozess der Emergenzentwicklung für die Selbstheilungskräfte von außen anstoßen können, muss noch erarbeitet werden. Der Aufbau eines emergenten Geistes für Gesundheit und Kompetenz ist aber kein Geheimnis mehr. Der emergente und entwickelte Geist nimmt Einfluss auf die körperliche Ebene der Epigenetik und steuert so den Organismus. Die innere Entwicklung ist höchst individuell, um beim überindividuellen Gottgeist ankommen zu können. Das komplexe Eigene ist Voraussetzung für die Möglichkeit von Emergenz, die aber das korrigierende und relativierende Überindividuelle thematisiert im Gott- und Weltgeist.

Keine Spiritualität ohne Säkularität

Nur eine interdisziplinäre Sichtweise kann Aufschluss über die Möglichkeit des Heilungsprozess geben durch Differenzialismus und nicht durch Mystizismus, der immer eine sehr subjektive und persönliche Erfahrung bleibt ohne Konsequenzen für das reale Leben, dem wir entsprechen müssen, wenn der Mensch bestehen will als politisches und soziokulturelles Mitglied einer konkreten  Gesellschaft. Säkularität, also dem Wirken in der Welt,  wird mit Spiritualität verbunden – das Eine ist ohne das Andere blind und kann degenerieren. Gegen alle Formen der Regression schützt uns die vertikale Verbindung, die gleichzeitig aus den inneren Gefängnissen befreit – seien sie selbst- oder fremdverschuldet. Die geistigen Energien, die hier zufließen, können die Störungen und Krankheiten beheben, die auf rein körperlicher Ebene nicht heilbar sind. Es geht nicht um Körperfeindlichkeit, sondern um Transzendenz und Transformation, die in Verbindung mit dem höchsten Geist möglich wird, aber das Fundament nicht wegreißt. Auf den Körper ist immer zu achten in bewusster Ernährung und Bewegung. In der vertikalen Verbundenheit entwickeln sich auch Intuition für das Eigene und das Andere als Einsicht, die immer auch analysiert werden muss. Ganzheitlichkeit bezieht sich auf das Individuum, das die wesentliche Aspekte des Daseins integrieren muss, um zu einer stabilen Gesundheit zu gelangen. Diese Selbstverantwortlichkeit auch für die eigene Gesundheit muss mit einer differenzierten und personalisierten Medizin gestützt werden. Gesundheit bedeutet auch immer reale Verankerung in dieser Welt, die nicht aufgegeben werden darf, damit wir handlungs- und organisationsfähig bleiben. Es bleibt also auch immer eine Intentionalität zum Du, die aber ohne die teleologische Vertikalität unvollständig bleibt und damit nicht erfüllend ist. Die vielen Aspekte ganzheitlicher Gesundheit müssen im Einzelnen thematisiert werden gegen falsche Propaganda und falsche Prämissen. Mentale Gesundheit beinhaltet immer auch ein gutes Realitätsvermögen für die Bildung einer Urteilsfähigkeit, die auch die eigenen Kompetenzen erweitert. Überhaupt bietet die vertikale Emergenz eine Befreiung der eigenen Fähigkeiten. Reine Komplexisierung ohne vertikale Führung kann zu Dissoziation führen. Die Bildung eines supramentalen Geistes scheint die Voraussetzung für die Selbstheilungskräfte zu sein, da hier die gestörten mentalen Zustände überwunden werden können in ihrer Virulenz. Der Mensch besitzt diese Fähigkeit zur Selbstheilung durch Emergenz und kann sie sich erarbeiten, wenn sie ihm entfallen ist oder entzogen wurde. Die Evolution des supramentalen Geistes ist dann erreicht, wenn es keine Rückfälle in untergeordnete Zustände mehr gibt, also die materiale Entsprechung als Folge im Gehirn gebahnt bleibt unter den gewählten, möglichst optimalen Umständen auch in Beziehungen.

Das kulturelle Wir

Auch das kulturell Ganzheitliche bedarf der individuellen emergenten Entwicklungen und Einsichten auch  in die Belange von Natur und Welt. Das Menschenmögliche im Auge zu haben, heißt, die Chance auf einen Bewusstseinswandel zu erhöhen für den Erhalt der Lebensgrundlagen. Das kulturelle Wir steht also vorerst in der Verantwortung für das Ganze und in der Pflicht der Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit, damit ein kultureller Organismus wächst, der immer bewusster mit sich und mit anderen umgeht im Appell an die eigene Möglichkeit zur Emergenz. Das bedeutet Duldung, aber nicht Befürwortung, wenn die Eigenverantwortlichkeit nicht berücksichtigt wird. Sie darf auch durch keine Gewalt und keine Zwänge beeinträchtigt werden, da sonst Emergenz ausfällt. Alles muss dafür getan werden, dass diese höheren Funktionen unseres Geistes und auch des Gehirns geschützt werden, damit der Mensch gesund und leistungsfähig bleibt. Die Verantwortung liegt hier bei der Politik, die Voraussetzungen für Emergenzen zu schaffen, die die Menschheit vor schweren Erkrankungen schützen kann auch durch Einsichten in das Funktionieren des eigenen Organismus. Auch kann die Supramentalität (auch Freiheit von Affekten) durch unpassende Systeme und Beziehungen (keine Resonanz)  schwer beeinträchtigt werden. Emergenzen können auch durch Zufälle erzeugt werden, die aber nicht verwissenschaftlicht werden können sowie auch keine mystischen Erfahrungen. Ken Wilbers Buch ist wegen fehlender wissenschaftlicher Fundierung nur ein Anstoß in die richtige Richtung.

Ken Wilber: Integrale Psychologie. Freiamt. 5. Auflage 2016

Das Werden des Seins

 

 

 

 

Hegel hat in seinen Werken darauf hingewiesen, dass die Lebendigkeit unseres Daseins  in der Entwicklung des Geistes auch zum Weltgeist besteht, der den Fortschritt will und das Unvollkommene ablehnt

Wir nehmen es heute hin, dass viele Künstler und Kreative starke Stimmungsschwankungen haben oder gar den Verstand verlieren. Hintergrund sind die durch externe und interne Faktoren verursachten Großhirnleistungsstörungen, die den  hoch komplexen Geist aushebeln. Der Geist ist aus seiner vertikalen Verankerung geraten, die ihn konstant und aufrecht erhält. In Anlehnung an das Johannes-Evangelium sieht Hegel die einzige Möglichkeit der Wahrheit durch und in Gott als Linie: Gott, Geist, Wahrheit, Leben und Weg. Der Idealismus zeichnet sich dadurch aus, das er an eine objektive Wahrheit glaubt, die wir individuell erfahren können und so auch zu neuen Erkenntnissen über uns selbst und die Welt kommen. Die Beliebigkeit der Vielfalt allein eröffnet uns nicht den Weg zur Erkenntnis, den wir in der Sicherheit der Zuwendung und Suche nach Gott einschlagen und seine Wahrheit begreifen als ein ständiges Werden, das Sein und Nichts überwindet. Wir dürfen nicht verharren und nicht stillstehen. Es ist die Bewegung in eine Sphäre der Einsicht in die Dinge des Lebens und des Menschseins. Der Mensch, wie er gedacht ist, darf sich nicht begnügen mit einem Wissen, das eben nicht die Züge des Vollkommenen trägt. Hier ist der Mensch aufgerufen, sich erneut zu vergewissern, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist. In der Befragung des Höchsten und Vollkommenen sehen wir auf den Grund des Eigenen und können so die Richtung einhalten für den Weg in die Erkenntnis des Allgemeinen wie des Besonderen. Ohne das Eindringen in die Tiefe des besonderen Einzelnen kommen wir nicht zu den richtigen allgemeinen Ergebnissen. Das Zusichselbstkommen ist der Ausgangspunkt für die Kritik am Bestehenden, das sich nicht mehr in der Entwicklung befindet und den Menschen als Geschöpf Gottes verfehlt. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass der Mensch gottesebenbildlich ist, dann hat er auch Vermögen, die ihn durch sich selbst in die Achse des erhellenden Werdens bringen, ohne dass er andere zu Rate ziehen müsste.

Ich bin nicht mein Gehirn

Diese Selbsttätigkeit und das Wissen um die Selbstermächtigung ist eben keine isolierte und absolute Selbstverherrlichung, sondern immer im Dialog mit etwas Höherem, das sich zeigt und gehört werden und unnachgiebig die Wahrheit zur Wirklichkeit machen will. Sie lässt sich nicht verdrängen und nicht vergessen. So verhält sich Idealismus zur Realität als eine Einheit, die keinen Bruch erleidet, sondern beständig den Geist korrigiert, wo er sich irrt. Es bleibt bei einem vorsichtigen Tasten in die volle Erkenntnis von Geist und seiner materialen Struktur,  das Gehirn genannt wird, das aber wissenschaftlich untersucht keine ausreichenden Einsichten vermitteln kann, denn der Geist ist das immaterielle Vermögen, alle Dinge von Grund auf neu zu untersuchen und das infrage zu stellen, was wir bisher wissen. Er ist seinem Gehirn übergeordnet. Wenn von der Macht des Geistes die Rede ist, dann meinen wir nicht irgendwelche Rechen- und Operationsleistungen, sondern wir meinen das Vermögen, uns selbst so grundlegend neu zu organisieren, dass wir all das überwinden können, was fremd in uns einwirkt und die Geist- und Seelenkräfte schwächt bis in die Krankheit hinein. Wir können die Welt um uns herum nicht zurechtbiegen, aber wir haben die Macht, uns selbst so zu verbinden, so dass wir das Widersinnige und Unerträgliche erkennen und uns innerlich in die Kraft der vertikalen Bewegung einfinden, damit wir hier gelenkt und geführt werden und so den gnadenlosen Subjektivismus überwinden. Es ist ein Werden zu einem Gefäß der Erkenntnis. In dieser inneren und äußeren Formung verdeutlichen sich die falschen Wege, die nicht zur Erkenntnis und nicht zum Gelingen beitragen.

Einen Dialog mit Gott führen

Wer also die Wahrheit sucht – auch die Wahrheit über sich selbst-, der kann sie nur sehen, wenn er gleichzeitig von oben schaut auf das, was er ist. In dieser Selbstkritik sieht er die Schwäche und die Stärke und kann an sich arbeiten, so dass die Handlungen auch fruchtbar werden und nicht in sich zusammenbrechen, weil das Ganze nicht erreicht wurde als ein Zusammenspiel von verschiedenen inneren Vermögen, die jeden falschen Ton und jede falsche Absicht im Grunde beantworten, wenn man gelernt hat, auf sie zu hören. Gott ist hier nicht der Übervater, der ein Über-Ich konzipiert, sondern ein dialogisches und dialektisches Geschehen, das die Wirklichkeit nur in der Zustimmung verändern kann und nicht durch Gewalt. Es bedarf der Einsichten auch anderer. die die Wahrheit dieses inneren Dialogs begreifen als Chance für sich zunächst. Es ist oft ein Ringen, weil auch die Erreichung der Ganzheit immer auf ein Du abzielt, das in uns lebt durch Gott als die vorbereitende Abstraktion auch für die Realisierung von erarbeiteten Inhalten in Bezug auch auf eine mögliche Kooperation für die eigene und die allgemeine Erneuerung, die uns qua Schöpfung als Möglichkeit gegeben ist. Selbstorganisation ist immer ein Prozess aus gewählter Umwelt und dem Ich.  Es geht nicht um die Determinierungen, die uns nicht nur beschränken, sondern uns auch die Erkenntnisfähigkeit nehmen. Wir treffen vorerst eine Wahl, um etwas zur Wirklichkeit zu bringen, was wir Fortschritt nennen, dem besten Fall des Werdens. Das spezifische Zusichselbstkommen  ist immer Ausdruck auch des Ankommens bei etwas anderem, weil wir dialogisch konzipiert sind. Damit aus uns das Göttliche redet, müssen wir uns befreien von dem Unwahren und dem, das uns erschüttern kann. wenn wir es nicht eindämmen. Diese Störungsmacht muss gebrochen werden durch die Gewissheit einer vertikalen Verbundenheit für die Öffnung des Eigenen zum objektiven Sein und damit zu neuen Möglichkeiten.

Die Entwicklung zu mehr Vollkommenheit

Gott ist das Vollkommene und Wirksame, das uns mahnt, das Beste aus diesem Leben zu machen und die Unzulänglichkeiten nicht hinzunehmen. Diese Verbundenheit ist keine Bequemlichkeit und nichts Exklusives, sondern für jedermann erreichbar, der diese Verbindung sucht. Er wird angetrieben, die Dinge zu durchleuchten und sich selbst zu befragen und Evidenz zu erzeugen, damit wir mehr über uns selbst erfahren über die unbegrenzten Möglichkeiten unserer Vermögen, Dinge zum Besseren zu entwickeln. Wir haben uns nie endgültig erfasst und ausgeschöpft, wir sind in einem Prozess, der zu Korrekturen veranlasst. Der Mensch ist nicht erfasst, solange wir auf seine Defizite schauen. Das Defizitäre überwiegt vielleicht, aber Besserung ist nicht eine Frage des Erreichens, sondern eine Frage der Teleologie. Wir streben in die Unendlichkeit der Erkenntnisse, die uns vor den Bedrohungen der Zeit bewahren könnte durch ein Um- und Neudenken unseres Daseins überhaupt. Die Restriktionen determinieren unsere freie Sicht auf die Dinge des Lebens, die sich zu jeder Zeit ändern können, wenn wir uns selbst in Bewegung setzen und respektieren, dass die Grenzen des anderen auch meine Grenzen sind, ohne dass sie mich einschränken. Ich entscheide über die Permeabilität und bleibe in der Ordnung meiner Kräfte  für die Generierung von Zukunft, die immer dann mir Hoffnung verbunden ist, wenn ich mich gehalten fühle in einem universellen Werden des Seins, bis der Tod dem vorläufig ein weltliches Ende setzt. In uns wirken aber auch die Seelen der Toten.

Die sozialen Implikationen einer neurowissenschaftlichen Ethik

Die Zeiten eines eher diffusen Miteinanders und des Beschwörens von undifferenzierter Gemeinschaft sind vorbei. Wir müssen hier genauer betrachten

Es wird wieder viel von Solidarität und Gemeinschaftssinn gefaselt, ohne genauer zu erläutern, wie dies konkret aussehen soll. Wenn wir von Verbundenheit reden, so meinen wir eine ganz allgemeine mit einem Kosmos und nicht mit konkreten Menschen. Hier bleibt das Kriterium der Sympathie und der Auswahl ausschlaggebend für die Bildung von Wachstumssystemen, die wir im Grunde wollen, die aber nicht mit jedermann möglich sind. Das Gehirn will die lebenslange Entwicklung und muss sich dafür die entsprechende Nische suchen, denn im Allgemeinen kann kein Gehirn wirksam und produktiv werden. Es muss sich entscheiden für oder gegen etwas. Wir müssen also immer eine Auswahl treffen, um nicht selbst auf der Strecke zu bleiben. Wer sich selbst gerne weiterentwickelt, wird in einem Umfeld der Nichtentwicklung nicht nur zutiefst unglücklich, sondern hoffnungslos in der Gefahr des Gehirninfarktes. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Stagnation, die die Entfaltung der neuronalen Schaltungen blockiert, so dass das Gehirn in sich zusammenbricht. Wer nach Emergenzen das determinierende und blockierende Umfeld nicht verlässt, der geht ein hohes Risiko einer Erkrankung ein, denn Höherentwicklungen treffen bei Nichtentwicklern auf keine Resonanz. Gehirne suchen andere Gehirne, die in selbstorganisierter Form den Austausch wollen für eine zunächst exklusive Formation im Sinne einer Neuorganisation in einer Peergruppe mit dem Ziel der Erweiterung von Einsichten. Diese Übereinkünfte können nicht alles integrieren, sondern müssen sich abgrenzen, um zu neuen Ergebnissen zu kommen. Es sind Forschungsgemeinschaften, die aus der Banalität des Alltags aussteigen, um den Gehalt von Erkenntnissen synergetisch erfassen zu können oder der Alleingang wird unabdingbar, um sich neu zu organisieren. Es gibt dysfunktionale Beziehungen und Systeme. Die müssen in ihrer Virulenz erkannt und verstanden werden.

Emergente Strukturen suchen nach anderen emergenten Strukturen

Synergie erfolgt nicht unter Ungleichen. Diese Gehirne reagieren nicht aufeinander, sondern führen zu Ausbeutungsverhalten. Man nimmt trotzdem, was der andere nicht geben will, und es entsteht die Schieflage, die ein erster Schritt ist zum Abbau neuronaler Verschaltungen. Wer nicht selbst intensiv an sich arbeitet, kann  nicht in Kontakt treten mit emergenten Gehirnen, die alles dafür tun, um Emergenzen zu erzeugen und zu erhalten für die eigene Gesundheit und Produktivität. Komplexität ist eine Frage von Impulsen, die die eigene Richtung verstärken und kein allgemeiner und beliebiger Prozess. Wenn man ein System bilden will, das hoch produktiv sein soll, müssen die subjektiven Voraussetzungen stimmen, d.h. die Voraussetzungen in die Entwicklung von Emergenzen und ihren Folgen müssen eingesehen werden können. Emergente Strukturen sind dann berechenbar und können das eigene Potenzial deutlich heben. Stimmen die Voraussetzungen nicht durch welche Faktoren auch immer, schaltet das Gehirn weitgehend ab bis in die Reaktion einer Depression, weil starke Differenzen keine Resonanz erzeugen, sondern Abwehr. Unter diesen Bedingungen arbeitet das Großhirn nicht mehr optimal und kann kollabieren. Intrinsisch aufgebaute Menschen suchen natürlich ähnlich Strukturierte, um die eigenen Fortschritte zu stabilisieren für weitere Prozesse der Entwicklung. Wenn wir verstanden haben, dass sich das Gehirn lebenslang entwickeln will und muss für den Erhalt der eigenen Gesundheit, bedarf es einer Ethik der Wahl gegen alle Zwänge der Gleichschaltung und Vergesellschaftung. Wir suchen zwar Gleiche, aber das ist ein höchst freiheitlicher Prozess. Wir können nichts erzwingen. Was nicht in die Synergie führt, ist meistens im Kern faul und Abwehr ist die Folge. Einseitigkeiten aller Art verletzen das Gehirn und können es so schwer beschädigen, dass es unfähig wird, sich selbst zu organisieren. Es driftet in die mentale Krankheit ab. Wir sind also gezwungen, auf uns selbst zu achten und das herauszuhalten aus dem Leben, was sich als unpassend und störend erweist. Das bedeutet keine Eindimensionalität, sondern zunächst einmal Sicherheit für das eigene Leben, von dem aus man agieren und sich die Nische sucht, in der das Gehirn dann uneingeschränkt produktiv werden kann, denn das ist unser Kapital für das Gelingen des Lebens und die Arbeit von morgen.

Wir brauchen die Kompatibilität

Wir haben also nichts davon, alle und jeden ins eigene Leben zu lassen, denn hier werden wir überfordert von den falschen Ansprüchen und Erwartungen, die wir nicht erfüllen wollen und können. Wir müssen nicht die Rede verweigern, aber wir müssen die Grenzen ziehen und festlegen, wohin sich etwas bewegen kann und wohin nicht. Für die eigene Orientierung ist es also wichtig, die eigenen Ziele so deutlich wie möglich zu thematisieren und zu erkennen, dass viele Ziele nicht kompatibel sind. Auf die Kompatibilität sind wir aber neuronal angewiesen. Sie lässt sich nicht korrumpieren und muss bei vollem Bewusstsein die Konsequenzen ziehen. Wer sich durch die Möglichkeit der Emergenzen öffnet, trifft auch auf offen Türen. Wo sie verschlossen bleiben, sucht man sich andere. Die Fokussierung auf Ziele an sich hat schon eine Ordnungsfunktion, die dann in Korrelation mit anderen entwickelten Systemen führt. Die Entwicklungsstufen sind variabel und Unterscheidungskriterien für die Bildung von Systemen und Beziehungen. Sprich: Wer auf die falschen Leute trifft nach einer Emergenzentwicklung kann schweren Schaden nehmen, denn die empfundene Ungleichheit des Unterlegenen wird dann gewalttätig ausgesetzt. Auf beiden Seiten führt dies zu großem Unbehagen. Viele Menschen sehen eine lebenslange Entwicklung nicht als ihr Ziel an und verharren in der Position der Stagnation als vermeintliche Sicherheit. Sie begeben sich nicht auf die Suche nach dem Innersten und der eigenen objektiven Wahrheit, die durch den vertikalen Weg erreichbar ist. Alles andere bleibt subjektiv und kommt nicht wirklich zu sich selbst und damit auch nicht zu anderen. Es bleibt eine Wand. Letztlich ist das emergente Gehirn auf der Suche nach anderen emergenten Gehirnen, die immer zu besonderen Erkenntnissen kommen und sich dadurch besser orientieren und Schwierigkeiten deutlicher benennen können. Wer Emergenzen gewalttätig behindert, begeht eigentlich eine Straftat, denn unser Gehirn ist so angelegt, dass es höhere Stufen der Entwicklung anstrebt, um untergeordnete Probleme besser auflösen zu können. Bekanntschaften benötigen also eine entsprechende Sorgfalt und Vorsicht, da unterschiedlich entwickelte Gehirne sich gegenseitig Schaden zufügen können. Dies gilt insbesondere für die Nichtentwickelten, die mit Aggressionen reagieren. Nichtentwicklung (aus welchem Grund auch immer) blockiert Höherentwicklung.

Besser keine Kollaboration

Selbstorganisation erfordert generisches Wachstum in Kooperation mit Gleichinteressierten, die zu einer hohen Koinzidenz fähig sind. Die Kollaboration ist und bleibt eine Gefährdung für die Eigenentwicklung, die nicht mehr zu Emergenzen führt und die Komplexität dadurch mindert, die wir für die Selbstheilungskräfte ausdifferenziert haben. System- und Beziehungsbildung unterliegen den Gesetzen möglichst höchster Resonanz und Verständigung, die zu einer inneren positiven Dynamik führen und damit zu tiefster Lebendigkeit im Erleben von Übereinstimmung. Wo dies alles fehlt, degeneriert das Gehirn und führt nicht mehr zu emergenten Lagen, die wir aber für den Selbsterhalt und die Erneuerung unseres gesamten Organismus benötigen. Nur hier können wir uns spiegeln und uns wohl fühlen in einer Wahlgemeinschaft. Wo diese Wahlmöglichkeiten stark eingeschränkt werden, wird die gesamte Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen und Krankheiten sind vorprogrammiert. Innere Selbstorganisation führt in die Selbstverantwortung gegen jede Form der Beratschlagung und Bevormundung. Ist es einmal angestoßen, wächst es aus sich selbst heraus in die Blüte der ausdifferenzierten Entfaltung für die freie Emergenzentwicklung in vertikaler Orientierung. Festlegungen in jeder Form gegen den Willen von Menschen sind Straftaten gegen die Entwicklungsteleologie des gesunden Gehirns. Für die Erkenntnis- und Gesundheitsgenerierung bedarf es der vertikalen Systemöffnung auch für die neue Systembildung nach emergenten Prozessen in der Selbstorganisation.