Die wahren Gründe für die Unterschiede der Geschlechter

Die ZEIT hat in ihrer Ausgabe 008/2021 den großen Unterschied zwischen Mann und Frau thematisiert und peinlicherweise den Mann als das schwächere Geschlecht bezeichnet. Die Tatsachen liegen aber ganz anders

Warum Männer früher sterben und insgesamt ungesünder leben, liegt an ihrer Sturheit, an ihrer Uneinsichtigkeit und an ihrer Ignoranz, letztlich auch an ihrer Besserwisserei. Geht es um den Streit zwischen den Geschlechtern, will ein Mann nicht nachgeben, will seine Machtposition bis zum Letzten erhalten – sogar bis zur krankmachenden Erstarrung. Es gibt kein Einlassen auf den Prozess der Verständigung, weil hier die eigene Position zur Disposition steht und das darf nicht sein. Frauen stellen sehr viel in Frage und sind kommunikationsstarke Vertreterin der befreienden Auseinandersetzung. Frauen lesen zwischen den Zeilen und blicken hinter die Fassaden, was vielen und vor allem Männer gar nicht gefällt. Das Blendertum ist keine weibliche Domäne. Frauen lassen sich ein und sind viel zu bereit, Zugeständnisse zu machen, die dann auch nur mit Füßen getreten werden. Männer verstecken sich hinter der Fassade von Geld und Prestige, Frauen geht es eher um die Sache an sich. Sie wollen Probleme beheben und Klarheit schaffen für bessere Lebensverhältnisse. Sie wissen, dass man dafür die Verständigung braucht. Es ist eben  nicht nur die Mitteilung, sondern auch die symmetrische Kommunikation zwischen Wahlbeteiligten, die aber nur mit einer hohen Intuition wirklich möglich ist. Die Grundintention muss verstanden werden. Da helfen keine Zitate und keine Heranziehung der Gedanken anderer, da geht es eben ans Eingemachte, das viele Männer scheuen und lieber ihre anstrengende Fassade und oft auch ihr falsches Selbstbild durchhalten, weil sie auch hierauf trainiert worden sind. Das ist weder gesund noch bringt es Entwicklung ins System, aber es wird insistiert. Männer sterben früher, weil sie prinzipiell kein gutes Verhältnis zur Wahrheit haben – weder in Bezug auf sich selbst noch  in Bezug auf andere, die unter den massiven Verunstaltungen sehr leiden. Meistens sind das eben Frauen, denen man so vieles abspricht und die doch so viel beitragen müssen für eine heilere und gerechtere Welt.  Das Wahlrecht haben Sie noch nicht lange und ihre Vermögen sind noch lange nicht integriert.  Sie werden immer noch in die aufopfernde Rolle hineinmanövriert und nur so akzeptiert oder sie passen ihr Denken an das des Mannes an und verspielen ihre Chance auf Veränderung. Sie wagen in intellektuellen Positionen nicht den Kontrapunkt und machen eben mit, um anerkannt zu werden – insbesondere von Männern, denen es in erster Linie um den Machterhalt geht. Letztlich insistieren Frauen auf der Aufgabe von reinen Außenansichten, die oft ins Verderben führen oder eben in die Krankheit. Dinge nicht zu durchdringen verletzt die Lebensgrundlagen. Und auch der Fake ist typisch männlich.

Natürlichkeit ist weiblich

Männer besiedeln eher the dark side of the moon. Daran sind sie allerdings selber schuld, denn sie lehnen oft jedes Ansinnen ab, Licht ins Dunkel zu bringen und Zusammenhänge zu erklären, die wir verstehen müssen, um allgemein mehr Bewusstsein zu entwickeln für das, was uns heilt und was uns krank macht und auch für das, was wir nicht leisten können.  Die Virulenz ist hoch und sie wird in erster Linie von Männern konstituiert. Frauen verkriechen sich oft in  Nischen, um dem zu entkommen und ihr Seelenheil nicht aufs Spiel zu setzen. Vorsicht ist immer geboten, wo männerdominierte Bereiche wirksam sind. Hier fehlt oft ganz die Intuition und die Synthese und bleibt einseitig und unbeweglich in dogmatischer Verharrung. Herzinfarkte und andere fehlgeleitete Wachstumsprozesse sind hier die Folge, weil alles aus dem Fluss gerät und die Landschaft vereist. Unter solchen Bedingungen können Frauen sich nicht entwickeln und auch Männer erleiden durch ihre eigenen Haltungen schwere Erkrankungen. Es fällt ihnen schwer, einmal Erreichtes eventuell wieder aufzugeben für etwas Neues und Veränderndes. Sie suchen den Mangel in erster Linie aber bei der Frau und nicht bei sich selbst. Oft wird das Natürlichste von der Welt – nämlich der Dialog – verhindert und alle Missverständnisse und Vorurteile dieser Welt erhalten Einzug, gegen die man dann auch wirklich machtlos wird. Man muss sogar so weit gehen und behaupten, Männer seien gar keine wahren Demokraten, sondern wollen die Vorherrschaft und die Bevormundung gegen alle Reden und Bemühungen um Gleichberechtigung, die natürlich immer auch die Erklärungen eines Menschen berücksichtigt und respektiert und sich nicht besserwisserisch über alles hinwegsetzt, was erkannt wurde. Hier fackeln die gesunden Menschen auch nicht lange, sondern gehen ihren Weg und lassen sich keine Vorschriften machen, wenn es um ihre oft auch noch begründeten Entscheidungen geht. Darin sind wir frei und müssen auch frei bleiben, denn sonst geraten wir in ungesunde Zwänge und in enormes Unbehagen, das schnell zur Krankheit mutieren kann, wenn hier von außen eingegriffen und manipuliert wird.

Gegen das Desaster

Die Schwäche des Mannes bezieht sich darauf, dass die Ermächtigungen oft gegen Frauen durchgehalten werden, anstatt mit ihr gemeinsam zu kämpfen für mehr allgemeinen Durchblick. Dafür braucht der Mann die Frau und nicht in erster Linie für die Befriedigung von Trieben. Leider sieht die Realität aber anders aus. Kaum ein Mann sucht eine Frau, um besser durchzublicken. Da kann man als Frau lange suchen und bleibt dann doch besser allein, denn die reine Instrumentalisierung ist ein Schaden für die Seele und den Geist. Vieles läuft subtil und offensichtlich auf Unterwerfung hinaus, weil der Mann sich nicht auf dieselbe Ebene begeben will, um gemeinsam einen Weg in eine bessere Zukunft zu finden. Hier müssen die äußeren Fassaden fallen und der Mensch ganz Mensch werden für eine Begegnung, die neue Möglichkeiten eröffnet und die geschlagenen Wunden heilt.  Freud behauptete, dass der Mensch im tiefsten Wesen nur Sexualität will und hiermit seien die Probleme gelöst.  Die Realität  spricht eine andere Sprache, denn Sexualität kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die seelische und geistige Nähe oft fehlt und die Beziehungen eben nicht halten. Wahre Bindung ist über diesen Weg nicht möglich. Aber auch das ist letztlich ja eine männliche These, die Frauen nicht klaglos hinnehmen sollten. Wo keine seelische und geistige Nähe besteht, wird vor allem die Frau unterworfen. Und letztlich ist es immer noch so, dass Frauen, die viel lesen und denken, als gefährlich eingestuft werden, wenn sie die Rolle der Anpassung verlassen und für mehr Wahrhaftigkeit kämpfen und um ihre Rechte und Einsichten, auch um die vielen zerstörerischen Blockaden und Determinierungen zu beseitigen, die das Leben so beschweren. Und Intellektualität impliziert auch immer die Freiheit, sich für oder gegen etwas zu entscheiden. Hier kann keine höhere Instanz wirksam werden wollen, denn auch das ist Entmündigung. Kranke, Behinderte und Frauen werden eben immer noch entmündigt – mehr oder weniger offensichtlich. Das sind keine modernen Zeiten, sondern wirkende Relikte aus einer vergangenen Zeit. Der freie Wille eines jeden Menschen wird nicht garantiert, auch das ist eine männliche Variante unseres derzeitigen Daseins und schon lange nicht mehr akzeptabel. Für jeden Menschen gilt, den freien Willen zu erkunden und ihn, solange er nicht kriminell ist, auch zu unterstützen und Menschen nicht zusätzlich zu schwächen. Das männliche Prinzip der Unterdrückung ist historisch belegt und muss nicht weiter begründet werden. Die Methoden und Maßnahmen sind weiterhin wirksam – mehr oder weniger offensichtlich. Bindungen sind emotional und wo sie nicht vorhanden sind, kann man sie durch keine Tricks und keine Korruption erzwingen. Auch das ist ein gefährdender männlicher Zug, der das natürliche Gleichgewicht zerstört und aus dem Leben ein einziges Desaster machen kann.  Natürlich kann man alles Macht- und Imponiergehabe als Schwäche bezeichnen. Aber damit sitzen Frauen trotzdem am kürzeren Hebel.

Die Bibliothek ist ein Ort des Durchblicks

Die Bedeutung bzw. Wirkung von Büchern wurde oft informell bestritten, ihr Ende sogar prophezeit. Bücher werden aber angesichts einer komplexer werdenden Welt immer wichtiger. Wer die Zeichen der Zeit richtig versteht, der suche eine Bibliothek auf und bilde sich eine eigene Meinung

Die Anfänge der Bibliothek gehen auf die Ägypter zurück und deren Aufzeichnungen auf Papyrusrollen 1866 v. Chr.. Das Wort Bibliothek stammt allerdings aus dem Griechischen und umfasste die Schriften der Zeit für die gebildete Elite.  Im Mittelalter waren es vor allem die Klöster, die handschriftlich Texte verfassten und reproduzierten in erster Linie für den Klerus. Der Buchdruck von 1440 sowie die Erfindung der Papiermaschine von 1799 und die Übersetzungen  machten Bücher für die Öffentlichkeit zugänglich. Bibliotheken erfassen, erhalten und veröffentlichen auch ein kulturelles Erbe und waren oft Ziel der Zerstörung. Deshalb werden heute viele wichtige Dokumente im stillgelegten Barbarastollen aufbewahrt für die Nachwelt. Die Erzeugnisse einer Kultur sind heute für jeden zugänglich und einsehbar auch unabhängig von irgendwelchen institutionellen Ausbildungen. Diese prinzipielle Zugänglichkeit beinhaltet die uneingeschränkte Möglichkeit, sich Bildung anzueignen ohne großen Kostenaufwand. Voraussetzung hier ist eine hohe intrinsische Motivation, sich ohne weiteren Zwang einen Eindruck zu verschaffen in die Produkte des Geistes. Jeder ist hier seiner Bildung Schmied und hat es in der Hand, wie weit er sich informieren und wie tief er in die Materie einsteigen möchte auch über Fachzeitschriften. Die Bibliotheken bieten auch hier ihre Hilfe an, um die Recherchen intensivieren zu können. Prinzipiell wird zwischen wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken unterschieden.

Bibliotheken haben therapeutische Wirkungen

Das Lesen wurde oft als etwas verschrien, das nichts bewirken könne außer eben Wissen zu vermitteln. Aber das Lesen von Büchern bewirkt sehr viel in den Rezipienten. Wer sich nicht gut fühlt, sollte sich in einen der Lesesäle begeben und sich dort auf ein Buch oder seine geistige Arbeit konzentrieren. Nach einer halben Stunde ist er an diesem Ort vollständig angekommen und spürt die geistigen Synergien in diesem Raum der Konzentration. Nach ein paar Stunden Aufenthalt ist der Besucher ein anderer durch die kontemplativen Schwingungen, die seinen Geist erfasst und modifiziert haben. Er wird den Rest des Tages aufgebaut und glücklich sein im Bewusstsein, dass sein Geist sich  in einer höheren Sphäre bewegt. Insofern kann man einen längeren Aufenthalt in einer Bibliothek immer auch als eine Art Therapie betrachten, die von den Alltagsproblemen ablöst und sie relativiert. Die bleiben draußen. Der Mensch wird eins mit dem Geschriebenem und Gedachtem und so befreit von der Enge des eigenen beschränkten Bewusstseins. Viele Schriftsteller arbeiten auch deshalb in einer Bibliothek, weil hier eine Konzentration möglich ist, die sich durch die Konzentration der Mitbesucher steigert und somit die Kreativität befördert. Wer eine Arbeit zügig erledigen will, tue dies in einer Bibliothek und nicht zu Hause.

Für eine Promotion ist es nie zu spät

Rosemarie Achenbach hat mit 94 Jahren über den Tod promoviert und freut sich noch mit 96 Jahren über ihre Autonomie. Sie organisiert ihr Leben rundum selbst, ist nicht auf Hilfe angewiesen. Sie hat nicht aufgegeben, ihren Traum vom Leben zu erfüllen, obwohl man es ihr schwer gemacht hat. Dieses Nichtaufgeben geistiger Arbeit und mentaler Anstrengung ist auch die Voraussetzung für lange Gesundheit und Beweglichkeit in Kombination mit gesunder Lebensführung. Die Bibliothek ermöglicht auch die Informationen mittels Datenbanken über themenrelevante Veröffentlichungen für die jeweilige wissenschaftliche Arbeit, die sich mit dem Denken anderer Wissenschaftler auseinandersetzt. Diese Suche beginnt auch mit dem Literaturverzeichnis von Fachbüchern und Aufsätzen unter den dafür eingerichteten Suchoptionen, die tiefer in die Materie einführen. Die Komplexität der Recherchen kann auch durch die Angestellten der Bibliothek erleichtert werden. Sie geben gerne Auskunft. Letztlich geht es aber um die selbständige Erarbeitung eines Themas, für das ein großes eigenes Interesse besteht mit der Möglichkeit, einen Doktorgrad zu erwerben und somit einen Beitrag zu leisten für den wissenschaftlichen Diskurs. Jeder neue Beitrag ist eine Bereicherung und eröffnet einen neuen Blickwinkel durch die Individualität des jeweiligen Menschen. Jeder sollte die Möglichkeit erhalten, sich frei und selbstbestimmt einer solchen Herausforderung zu stellen. Das intensive Bearbeiten eines Themas im Rahmen einer Bibliothek verleiht Flügel und führt in den berühmten Elfenbeinturm aller geistigen Ambitionen. Dafür sollte man die Stimmung und die Atmosphäre einer Bibliothek nutzen. Auch wer sich umfassende Kenntnisse über den Rest der Welt und andere Kulturen verschaffen möchte, kann dies über das Sprachenlernen und schriftliche sowie bildliche Dokumentationen erreichen. Man kann  auch Grenzen überwinden, ohne zu verreisen.

Bücher steigern die Komplexität und den Durchblick und damit die Veränderung

Bücher verändern das Bewusstsein und beinhalten ein hohes Potenzial der Selbstorganisation und Selbstfindung für ein gelingendes Leben. Die Erreichung einer  Komplexität durch Lesen erhöht die Chance auf eine geistige Beweglichkeit, die sowohl im Privaten wie im Beruflichen einsetzbar ist. Wer also mal Schwierigkeiten auf dem einen oder anderen Gebiet hat, der suche eine Bibliothek auf und organisiere sich neu.  In dieser Atmosphäre der Gleichheit gibt es keine sozialen Unterschiede, denn der freie Erwerb von Wissen unterliegt keinen Restriktionen. Der Staat finanziert Weiterbildungen oft nicht. Aber wer sich selbständig Wissen und geistige Kompetenzen aneignet, der hat auch durch die damit verbundene Überzeugungskraft wieder neue Chancen. Der Mensch hat hier die Möglichkeit, mit vielen anderen in einen virtuellen Kontakt zu treten und durch diese Kontakte zu profitieren in ganz persönlicher Hinsicht bis hin zu Erreichung von kleinen mentalen Emergenzen (neue Zustände mit neuen Erkenntnissen auch für die eigene Transformation) für mehr Durchblick und Urteilsvermögen, die auch insgesamt die Gesundheit befördern. Das gilt für Bücher allgemein und potenziert sich über die freie Verfügbarkeit in einer Bibliothek, die über jede private Bibliothek hinausweist  in den Bereich der unbegrenzten Möglichkeiten. Eine gute Bibliothek sollte immer auch zusätzlich eine Möglichkeit der Begegnung schaffen durch eine Cafeteria, denn Besucher von Bibliotheken haben viel Gemeinsames und möchten sich auch austauschen, was in den Lesesälen nicht so möglich ist. Hier verständigt man sich vorwiegend mit Blicken. Sie ist ein Ort interessanter Begegnungen von Wissenschaftlern, Autoren und Studenten aller Altersgruppen. Selbstständige Weiterbildungen durch und in einer Bibliothek sollten unbedingt anerkannt werden, auch wenn am Ende kein Zertifikat steht. Selbstständigkeit wird noch viel zu wenig honoriert und das ist ein Mangel in der Kultur. Wer viel liest, hat einen weiten Horizont und lässt sich nicht indoktrinieren. Der mündige Bürger liest Bücher und bildet sich eine eigene Meinung. Die Meinungsbildung sollte man nicht allein den vermittelnden Medien überlassen, weil hier vertieftes und unmittelbares Wissen oft nicht möglich ist. Es geht aber nicht nur um die eigene Kultur, sondern auch um die geistigen Erzeugnisse anderer Kulturen, die wir begreifen und  integrieren müssen.

Geistige Bereicherung, die sich auch materialisieren lässt

„In Bibliotheken fühlt man sich wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet.“ Dies Johann Wolfgang von Goethe zugeschriebene Zitat erklärt den Tatbestand der geistigen Bereicherung, die nachhaltig und zugleich eine Investition in die Zukunft ist. Niemand kann sich hier ausgeschlossen fühlen vom kulturellen Diskurs seiner Zeit, denn Bibliotheken sind auf dem neuesten Stand und der Nutzer kann auch seine Anschaffungswünsche äußern, sollte ein Buch nicht vorhanden sein. Und wer sein eigenes Buch für die Nachwelt erhalten wissen will, der bietet es eben den großen Bibliotheken an. Auch die digitale Nutzung der Bibliothek als Sammlung elektronischer Medien spielt im Kontext der Digitalisierung eine entscheidende Rolle, wenn auch das gebundene Buch immer noch ein haptisches Vergnügen bleibt und sich hoffentlich nie ganz überholt. Es ist nicht übertrieben, Bibliotheken als wahre Heilanstalten zu bezeichnen, denn es ist immer auch der Kontakt mit der Welt und ihrem kulturellen Erbe des Erhabenen gegen eine allzu profane und materielle Welt der Notwendigkeiten. In diese geistige Welt einzutauchen ist ein Abenteuer, denn man verlässt den Lesesaal anders, als man in betreten hat.  Das hat sich herumgesprochen und die Lesesäle sind heute sehr gut besucht auch wegen der Mitnahmemöglichkeit der eigenen Computer für Abschlussarbeiten an den Universitäten und für private Kreativerzeugnisse. Wer sich also aufbauen will, der verlasse seine Wohnung und begebe sich an diese atmosphärischen Orte des Denkens und der Wissensaneignung.

Bild: Staatsbibliothek München

Das Unausgesprochene unterminiert uns

Die Meinung zu äußern wird immer schwerer,  denn political correctness ist das Korsett der Sprache und will Äußerungen diskreditieren, die den Mainstream unterwandern: Die Schere im Kopf hebelt unsere Freiheit aus

Der Mensch wird angehalten, nicht mehr zu sagen, was er denkt, sondern was gerade gut ankommt und sich als gut angepasst zeigt. Nun ist Sprache auch immer ein Ventil und notwendig in einer Demokratie der Toleranz und der Einsicht in die Funktion der Sprache als eine Möglichkeit der Entlastung auch durch die hoch dynamische Verständigung im Dialog. Unausgesprochenes zwischen Menschen und in der Politik verursacht Störungen und Blockaden, die sich krankhaft durchsetzen können. Wir haben die Sprache, um unsere Position zu erläutern oder auch mal etwas Unbedachtes zu sagen. Sprache ist ständig in Bewegung und auch zur Korrektur bereit, man darf sie nicht zu stark beschneiden, wie es derzeit der Fall ist. Sie sollte sich natürlich an Fakten orientieren, aber sie ist eben auch Sprachrohr der Ängste, der Befürchtungen, der Gefühle. Worte sind keine Taten! Leider schwächt diese Ideologie unser Ausdrucksvermögen mittlerweile enorm. Wir müssen uns an der Literatur orientieren, die ja vieles auszusprechen in der Lage ist, d.h. Worte findet auch für das Schreckliche. Mir sind Leute lieber, die laut brüllen und ihrer Wut Luft machen als die Stillen, die dann zu Terroristen mutieren, weil sie den inneren Druck nicht mehr aushalten und destruktiv werden. Sprache soll ruhig provozieren gegen eine Tendenz, alles sprachlich auf eine Linie zu zwingen. Demokratie lebt davon und muss auch Unbehagen beantworten können. Sprachlich machen wir uns die eigenen Gefühle bewusst und treten so gleichzeitig in Distanz zu ihnen. Und Sprache ist auch etwas Faszinierendes, das im Aussprechen so vieles auflösen kann, wenn es nicht wirkungslos bleibt und sich an Adressaten wendet, die aufgeklärt werden müssen. Wer auch ein unnötiges Leiden verursacht hat, muss sich mit der nachfolgenden Kritik auseinandersetzen.

Die Demokratie lebt vom gesprochenen Wort

Die Misanthropen unter uns wollen uns den Mund verbieten. Auch den Mund des Volkes. Wenig Elaboriertes soll am Besten gar keine Stimme erhalten. Aber in den Äußerungen finden wir auch die Wahrheit und die Sorgen der Menschen, die jede Politik ernst nehmen muss. Derzeit werden wir von der erfolgreichen Diktatur Chinas bedroht, die die Freiheit der Sprache und des Denkens nicht erlaubt. Das gesamte Leben wird kontrolliert und jedes sogenannte Fehlverhalten sanktioniert. In so einem Klima sagt niemand mehr, wie es ihm wirklich geht und was ihn aufregt. Auch in den westlichen Demokratien wird vieles verschrien, was den Unmut der Bevölkerung formuliert. Sicher, das kann zu Parteien wie der AfD führen, aber das ist parlamentarische Demokratie und die hat sich auseinanderzusetzen mit Andersdenkenden, solange sie die demokratische Grundordnung akzeptieren. Wer diese aufgibt, hat sich selbst korrumpiert und bewegt sich in gefährlichem Terrain. Es darf und muss politisch gestritten werden. Wo die Debatten immer leiser werden, droht der Verfall. Sicher, manch einem möchte man privat  nicht zuhören. Muss man auch nicht. Der soll sich Gleichgesinnte suchen, die es ja gibt auf dieser Welt. Und wir haben die kommunikativen Instrumente dafür. Keiner muss hier aufgeben. Und gegen Hass und Vorurteile hilft nur die nicht nachlassende demokratische Aufklärung.

Gegen den Opportunismus

Die Haltung des Verschweigens, des Vertuschens, des Verweigerns von Kommunikation ist ein erstes Zeichen für eine Entwicklung, die uns Kopf und Kragen kosten kann. Eine Demokratie lebt von Aufklärung, Offenheit und Transparenz. Davon sollten wir nie genug bekommen. Diese politischen Werte prägen unser Leben und unser Wohlbefinden, weil Durchblick überall Erleichterung schafft und Menschen aus ihren Verstrickungen befreit. Wir sind weit davon entfernt, Menschen zu befähigen, sich ein objektives Bild von der Lage zu machen, wenn wir ihr den Diskurs verweigern. Wenn sie dann falsch liegen, werden sie als inkompetent abgetan und negiert. Wer schon im Kleinen und Privatem nicht mit offenen Karten spielt, ist wohl kein vehementer Verfechter der Demokratie, sondern eher der Autokratie. Er will dem Anderen nicht die Chance geben, sich besser zu orientieren. Er will im Grunde auch keine Gleichberechtigung, sondern deutlich zeigen, wer hier die Macht hat und was diese Macht eben befürwortet oder für schlecht hält. Wir organisieren unser gesamtes Leben über die Sprache und je freier und ungezwungener sie ist, um so authentischer und kommunikativer wird der Mensch. Solange sie diskursfähig ist, unterliegt sie allen natürlichen und notwendigen Korrekturmöglichkeiten des zugrundeliegenden Denkens. Wird sie dogmatisch und ideologisch, verlieren wir auch die Lust am Diskutieren und werden selbst stumm und erstarren. Die Prinzipien der Demokratie dürfen im Denken nicht aufgegeben werden. Wer dies tut, ist jenseits aller diskursiven Dynamik und ein Verlorener. Daran muss sich keiner abarbeiten. Die Sprache ist die Grundlage unseres Lebens und das freie Sprechen ein Existenzial. Sicher, mit Widerrede und auch Abwendung müssen wir eben rechnen. Dann suchen wir uns eben andere. Widerlich wäre der Opportunismus, denn den will eigentlich nur der demokratisch Unterentwickelte. Und man denke ruhig laut, denn so bekommt man einen Eindruck von der eigenen Überzeugung und kann auch besser andere überzeugen. Der eigene Standpunkt ist nicht nur die Grundlage für unsere Gesundheit, sondern auch das Profil für die Wahl seiner selbstbewussten Diskutanten, die auch wirklich in der Lage sind, an sich zu arbeiten, denn Diskurse sind keine reinen Unterhaltungen, sondern verändern bestenfalls. Diese Anstrengung vermeiden viele, die den Wert der lebenslangen Entwicklung nicht einsehen möchten.

Verbieten wir also nicht das Wort, sondern diskreditieren die Aufgabe demokratischer Haltungen. Hunde, die bellen, beißen nicht! Der Mensch braucht wieder neues Vertrauen in das Funktionieren der streitbaren und diskursfähigen Demokratie gegen die Propagandaisierung einer Gesellschaft. Es ist auch eine Gratwanderung bzw. eine Kunst, Spiritualität und demokratische Prinzipien zu vereinbaren.

 

Die Sphäre des höheren Bewusstseins ist eine Welt der Magie

Die rationale Säkularisation ist ein Gebiet der einengenden Ernüchterung und Emergenzbehinderung, denn nicht alles im Leben folgt der Ratio

Die Entdeckung der Gedankenwelt in Büchern und im Leben kann etwas sehr Inspirierendes sein und ist eine geheime Ebene der Zufälle. Meistens machen wir solche Erfahrungen in der Jugend, wenn die Welt noch heil und unversehrt ist. Die Welt der dubiosen Hintergedanken in Richtung Instrumentalisierung für die eigenen Bedürfnisse ist fern. Man möchte diese Zeit lange erhalten, weil es eine heile Welt der reinen Empfindung ist, die uns die Epoche der Romantik erhalten wollte. Wir lieben das, weil es eine Gegenwelt ist zu unserer scheinbar aufgeklärten und säkularen Zeit. Wenn man ehrlich ist, wünscht man sich diese Zeit zurück, damit all das Hässliche, Durchtriebene und Unerträgliche verschwinden möge. Ein amerikanischer Film 30 über Nacht thematisiert diese Sehnsucht auch nach lebenslanger inniger Liebe, die bis in die Kindheit zurückreicht. Die Protagonistin wünscht sich schnell 30 und erfolgreich zu sein. Dieser Wunsch geht in Erfüllung, sie hat aber plötzlich das Bewusstsein einer 13-jährigen und ist entsetzt über ihr oberflächliches und werte- bzw. liebloses Leben. Ihren Jugendfreund trifft sie wieder und verliebt sich in ihn und damit in den, von dem sie sich als Jugendliche getrennt hat. Sie macht einen Prozess der Wandlung durch, kann aber die Hochzeit ihres Freundes nicht verhindern. Der Film endet damit, dass sie wieder eine 13-jährige wird mit dem Bewusstsein, das Leben noch einmal leben zu dürfen: Sie umarmt überglücklich ihren Jugendfreund. Nun, unser Leben verläuft nicht ganz so kathartisch, aber wir können manchmal unser Jugendbewusstsein aktivieren und uns fragen, was damals so anders war und meistens auch so hoffnungsvoll. Wenn man sich diese Zeit im Bewusstsein wach hält, bleiben wir auch innerlich und auch meistens äußerlich jung. Man erkennt dann im Antlitz eines Menschen die (oder den) Jugendliche(n), die man gewesen ist und das Auge wird nicht trüb.

Die Spielräume der Magie entdecken

Krank wird der Mensch, wenn sich die Dinge gegen ihn richten und man nicht einmal weiß, warum das geschieht. Leute reagieren auf etwas, was sie nicht verstehen und greifen in das Leben anderer Menschen ein. Hier beginnt alles zu schwanken, das Leben fällt aus dem Gleichgewicht. Es ist die Welt der Klugscheißer und Besserwisser, die ihre Moralvorstellungen auf alles und jeden projizieren. Unser Leben muss aber selbstbestimmt bleiben, auch wenn der Weg nicht der geradeste ist. Der Mensch darf sein Selbstverständnis nicht verlieren. Die äußeren Zwänge sind nicht so gewaltig, dass man sie nicht auch ignorieren könnte. Der Mensch braucht die Spielräume und er braucht die Magie des Lebens, in der alles anfängt zu leben und zu leuchten und vor allem nichts beschädigt wird. Es ist eine achtsame Welt auch der Fantasie, die nicht aus der Realität führt, sondern sie bereichert im Bewusstsein einer reinen Unversehrtheit. Für viele ist das utopisch, aber wir brauchen für die reine Liebe diesen Bereich der Unantastbarkeit. Nur so geht man ehrfurchtsvoll miteinander um und erfährt das Tiefste und Schönste im Leben. Heute fällt man übereinander her, instrumentalisiert den anderen heimlich oder offensichtlich und entwürdigt unsere Sehnsucht nach tiefer Empathie, dem Verstehen, ohne sich endlos erklären zu müssen. Das geht nur, wenn wir den tiefsten und heiligsten Bereich eines Menschen berühren, sein innigstes Gefühl.  Die Säkularisierung der Liebe hat uns eine Abgebrühtheit beschert, die niemanden wirklich berührt. Den notwendig romantischen Gegenentwurf thematisieren kann  in erster Linie nur die amerikanische Kultur. Die Abgründigkeit manchen Denkens ist wenig interessant, damit werden wir aber bombadiert und so auch indoktriniert.

Die Möglichkeit des unversehrten Beisichseins

Wir sehen vor allem beim Dalai Lama eine unerschrockene und unvoreingenommene Herzlichkeit, die nur dann möglich ist, wenn man sich über alles Verletzende in dieser Welt hinwegsetzen kann und für sich eine Welt der humorvollen Absichtslosigkeit kreiert. Wenn wir ihn sehen, werden wir an diese Momente im Leben erinnert, die tragen und Sinn stiften gegen eine Welt der emotionalen und rationalen Grausamkeiten. Der Mensch braucht den Schutz seiner Seele durch eine Spiritualität, die aufgrund von erhöhter Wachsamkeit Begegnungen ermöglicht, die tief berühren können und eigentlich nicht planbar sind. Solche emergenten Zustände haben wir aber selbst in der Hand, sie sind erreichbar, indem man das Unerträgliche erkennt und sich abwendet für ein Leben in höchster Bewusstheit. Hier will vieles stören, aber der Mensch muss sich hier innerlich rüsten und die Pfeile der Verletzungen abwehren durch die Versicherung einer inneren Freiheit, die nicht tut, was sie will, sondern nur ein Raum der guten Möglichkeiten bedeutet, das Leben zu gestalten. Es ist ein Beisichsein, das aufgrund der gesammelten Energien wieder zu strahlen beginnt und das Verunstaltende hinausschmeißt und zurückweist. Hier gibt es keine Verletzungen, denn wir sind geschützt in einer umfassenden Liebe., die uns herausholt aus der Enge der Weltlichkeit und  so wieder die Gesundheit aus einer Zeit der Unversehrtheit eröffnet. Institutionen können uns das nicht bieten, auch sie verweltlichen sich durch Ideologien, die der Mensch immer dann zu Rate zieht, wenn er dem höheren Bewusstsein nicht mehr vertraut. Gott ist hier abwesend und vieles, was geschrieben steht, ist falsch und missverständlich. Die säkularisierte Spiritualität, die die Sozialstrukturen  in den Vordergrund stellt, vernichtet unser schönstes Potenzial, eine Welt des Zaubers und der Magie zu erhalten. Emergenz ist ein ganzheitlicher Prozess, der vor allem auch das Gefühl anspricht.

Was ist Bildung?

Schüler und Studenten werden in Corona-Zeiten stark verunsichert und verdummt hinsichtlich der vermeintlichen zukünftigen Einbußen ihres Einkommens. Dabei wäre die Pandemie eine Chance für die Selbstbildung wie die des André Stern

Leistung ist die Erfüllung und Beantwortung des Vorgegebenen und der Lehrpläne. Man setzt weiter auf dieses vermeintliche Erfolgsrezept der Reproduktion und sanktioniert die Selbstbildung und die Universalbildung, um andere abzuschrecken, die Bildung bloß nicht in die eigene Hand zu nehmen. Dies war in den 70iger Jahren noch möglich und wurde auch respektiert, wenn Menschen Eigeninitiative gezeigt haben und sich außerhalb von Schule und Studium um ihre Bildung bemüht haben. Das liegt natürlich nicht unter der Kontrolle des Staates, der seine Bürger in die Norm drängen will und es nicht erträgt, wenn außerhalb der Lehrpläne Bildung stattfindet. Nun ist der Zauberberg von Thomas Mann oder Hundert Jahre Einsamkeit von  Gabriel Garcia Marquez keine Schullektüre, kann aber das Bewusstsein eines Menschen  wie viele andere Bücher auch, komplett verändern und beeinflussen. Das ist Hochkultur, die unser Leben bereichert und ein kritisches Bewusstsein ermöglicht. Doch das will  der Staat immer weniger und zwingt Menschen in der Ausbildung zur scheuklappenmäßigen Anpassung an Lehrpläne, die ihre zukünftigen Einkommen sichern sollen. Das ist eine Engführung von Bildung, die allen schadet und die wir letztlich auch nicht wirklich als Bildung verstehen können, sondern als eine Form der Indoktrination. Alles Selbsttätige wird hier unterminiert, ist nicht erwünscht, denn wir wollen ja keine Veränderungen, keine Dynamik, sondern den Status quo erhalten. Das ist nicht nur ziemlich langweilig, sondern auch gefährlich, denn die Arbeitswelt unterliegt starken Bewegungen und Modifikationen, auf die die Menschen nicht vorbereitet werden. Die Menschen, die gute Noten schreiben, werden in die Elitepositionen gehievt und sind vorwiegend nicht innovativ. Jeder Organismus – auch der des Staates- lebt aber von der Antwort auf veränderte Randbedingungen, die sich mehr als deutlich zeigen. Darauf ist das derzeitige „Bildungssystem“ nicht vorbereitet. Das Vertrauen in die intrinsische Motivation zur Bildung muss wieder wachsen, denn die Problemlösungsfähigkeit wird nur durch ein Übersteigen eines erworbenen Wissens möglich. Dafür bedarf es hoch individueller Vermögen bei freier Ideenentwicklung. Fortschritt geschieht nicht durch Anpassung, sondern durch Kritik, die Veränderung bewirken kann, wenn dann entsprechend nachgedacht wird.

Das Drama der Gleichschaltungen

Die Universität hat in den 90er Jahren vielen Universalstudierenden den Garaus gemacht und sie als Versager hingestellt, was sie natürlich zutiefst verletzt hat. Viele haben sich von dieser Verletzung nicht mehr erholen können, was dann wieder zum Anlass genommen wird zu behaupten, es lohne sich nur das Streben nach guten Noten und nicht das Ziel umfassender Bildung. Noten und Bildung sind nicht identisch und die Inhalte kann sich jeder zu jeder Zeit aneignen, auch wenn diese Bildung nicht sofort instrumentalisierbar ist. Letztlich gilt das für Lehrplanwissen auch nicht. Die Corona-Pandemie bietet also endlich Raum für individuelle Bildung und für das Lesen von Büchern, mit denen wir in der Schule nicht konfrontiert werden und die jeden in eine Art Quantensprung versetzen können bezüglich der Erkenntnisse über das eigene Leben, das als freie Gestaltung nach eigenen Interessen so eher möglich wird als über den Weg der Normierung von Allerweltsabschlüssen, die das Potenzial von Menschen nicht widerspiegeln. Corona verschärft die Debatte, anstatt die Chancen zu thematisieren und die Bildungswilligen zu entstressen in Richtung auf eine freiere Bildung, die mehr Eigeninitiative zeigt und diese auch in vielen Berufen gefordert wird und nicht ein Privileg der Selbständigen ist. Sicher, wir müssen unterscheiden zwischen Menschen, die auf Nummer sicher gehen und Menschen, die über den Tellerrand blicken wollen und müssen, um sich selbst gerecht zu werden. Diese Gleichschaltungspolitik ist erschreckend und hat in den letzten vier Jahrzehnten zugenommen. Resultat: Langeweile und komplette Einfallslosigkeit auf vielen Gebieten und Ebenen auch in den Wissenschaften, die nur noch auf gute Noten setzen und man hier die Defizite förmlich sehen und hören kann. Die Wissenschaften müssen dringend Probleme lösen, dürfen nicht sich selbst genügen und sich verselbständigen in sinnlosen Diskursen.

Die Strebergesellschaft ist nicht die Zukunft

Das geht so weit, dass alle Alternativangebote wie Waldorfschulen als Institutionen für Lernbehinderte diskriminiert werden. Die Propaganda der Diffamierung ist laut und eindringlich, aber auch in ihrer Perfidie durchschaubar. Man will den Einzelnen auf Linie zwingen und diskreditiert alles davon Abweichende als eine Form des Außenseitertums. Nur, was ist der Insider? Wie sieht der aus und was beschert der uns? Erst einmal das Immergleiche in Abwehr des Innovativen, das meistens ein Produkt der Selbstbildung und des Selbstdenkens ist, aber sich nicht immer materiell bezahlt macht, weil materieller Erfolg eben in erster Linie in der Anpassung besteht. Für neue Ideen wird man vornehmlich in der Werbung bezahlt, die in der Tat oft den normativen Rahmen sprengt als Ausdruck nach einem allgemeinen Wunsch nach Ausbruch aus den veralteten Konventionen. Und man bleibt auch lieber unter sich: die Streber unter den Strebern und die Innovativen unter den Innovativen, denn dahinter verbergen sich unterschiedliche Lebensmodelle, die sich nicht gut miteinander vertragen. Der Innovative deckt die Selbstgenügsamkeit des Strebers auf und wird dafür nicht unbedingt geliebt. Problematisch ist nur, dass diese Strebergesellschaft den Innovativen und den Universellen als Taugenichts diskreditiert und ihm eben mal so die Existenz entzieht. Das sind keine Einzelfälle und ist die Arroganz einer selbsternannten Elite, die kein Sowohl- Als auch gelten lassen möchte. Schuld ist ein Staat, der alle über einen Kamm scheren möchte und die Unterschiede zwischen den Menschen ignoriert. Eine gesunde Gesellschaft kann sich für das kritische Potenzial öffnen und es integrieren, damit wir nicht zu Marionetten werden in einem langweiligen Schauspiel. Viele mussten in den sauren Apfel beißen und wurden sogar krank, weil der Paradigmenwechsel in der Bildung das Besondere nicht integrieren und auf die Selbstbildung überhaupt nicht eingehen wollte.

Die unabhängige Bildung durch Bibliotheken

Reformschulen aus den späten 70er Jahren haben noch die Idee der Selbstbildung aufrecht erhalten, die heute weitgehend abgeschafft ist und wir auch in den Institutionen mit Menschen konfrontiert sind, die sich durch Profillosigkeit auszeichnen. Diese Verarmung in den Bildungsinstitutionen, die keine Identifizierung mit den Lehrenden mehr ermöglicht, ist die Vorbereitung auf eine Verödung der gesamten Bildungslandschaft. Die Innovativen werden bekämpft und mundtot gemacht, sie gefährden das Selbstverständnis der derzeitigen vermeintlichen Elite der Gute-Noten-Schreiber, die uns mit ihrer Einfalls- und Fantasielosigkeit nicht nur langweilen, sondern leider auch gefährden in Gesundheit, Wohlstand und Zukunftsfähigkeit. Deren Selbstgerechtigkeit speist sich aus der intensiven Förderung des Alltäglichen. Sie treten nach unten und räumen alles aus dem Weg, was nicht wie sie selbst ist. Das ist keine genuine und elaborierte Intelligenz, denn die erkennt das andere Paradigma und kann es integrieren, anstatt es zu unterminieren und damit völlig auszuschalten. Allen Bildungsinteressierten sei versichert, die derzeitigen Verunsicherer liegen falsch. Allerdings ist es unverantwortlich, auch noch Bibliotheken zu schließen. Hier kommt wirklich langsam der Verdacht einer schleichenden Diktatur der Verblödung auf. Und bedenken wir mal, worauf es in Zukunft ankommen wird, nämlich auf ideenreiche Originalität.

 

 

Der Mainstream

Wir sind immer noch damit beschäftigt, unser Leben sehr stark zu normieren und unterliegen der öffentlichen Meinung, obwohl sie eindeutig nicht richtig liegt

Wer meint, er könne mit über 60 Jahren so einfach promovieren, der wird heute mit der Frage konfrontiert, ob das denn nun noch sein muss, wo doch die berufliche Karriere dadurch nicht mehr profitieren kann. Nun tun wir Dinge nicht allein deswegen, weil man sie materialisieren könnte, sondern weil Erkenntnisse einen geschützten Rahmen brauchen, auch um ernst genommen zu werden in Richtung Veränderung. Hier mahlen die Mühlen langsam und eingeschlagene Wege, die betoniert worden sind, gibt keiner so leicht wieder auf. Fehler im Denken und im System zu erkennen ist eine Sache, sie aber in den wissenschaftlichen Diskurs zu befördern eine andere. Leicht wird man abgedrängt in die Nische der privaten Veröffentlichungen, die keiner für relevant halten muss. Und der mediale Diskurs hat keine Macht zur Veränderung, sondern begnügt sich oft in der Rolle der Kommentierenden ohne Konsequenzen für die Allgemeinheit, aber oft zum Schaden derjenigen, die auf Missstände aufmerksam machen wollen und den Blick auf das Unzulängliche gerichtet haben, Unterstützer finden sie dafür selten, weil die Macht der Vorurteile stärker ist als die Überzeugungskraft der Erneuerer. Und gerade der Mainstream besteht und verlässt sich auf die Vorurteile, die im Grunde das Selbstdenken aushebeln und überflüssig machen sollen. Eine Gesellschaft funktioniert auf diese Weise und sie gerät ins Wanken, wenn Ausgrenzungen und Ghettoisierungen hinterfragt werden. Wir tun dies mit einer ganzen Reihe von Menschen, denen wir die Teilhabe absprechen und sie auch verbal diskriminieren, um uns so in Sicherheit zu wägen, im richtigen und guten Leben gelandet zu sein.

Das Vordringen des Staates

Sicher, Abgrenzungen sind notwendig, vor allem dann, wenn sie Einsichten beinhalten, nach denen die Regeln der Lebensklugheit folgen. Überall dort, wo Menschen instrumentalisiert werden, stimmt die Relation nicht. Des einen Glück ist des anderen Unglück und keine Gerechtigkeit der Welt kann diese Asymmetrie beheben. Solche Schieflagen verursachen enorme Probleme auch im persönlichen Umgang miteinander. Aber eine Gesellschaft darf keine Gruppe von Menschen sichtlich aufgeben und ihnen Rechte entziehen, durch die sie ihre Selbstorganisation verlieren. Ein Staat darf nur Hilfe anbieten, aber er darf niemanden bevormunden. Die Realität sieht anders aus: Menschen, die aufgrund von Verletzungen und Schicksalschlägen den Halt verloren haben, werden nicht mehr wirklich aufgebaut, was nicht leicht ist, weil es hierzu der intrinsischen Motivation bedarf, aber was auch nicht unmöglich ist. Gesellschaft und Staat behindern sogar Prozesse der Selbstorganisation und hebeln Menschen aus, denen man die Berechtigung versagt, die Stimme zu erheben und anzuklagen, dass vieles nicht im Sinne unserer natürlichen Verfassung geschieht und dadurch gesundheitliche Folgen entstehen, die die Volkswirtschaft stark belasten. Wer zu sehr mit den globalen Bedrohungen argumentiert, der hat nicht begriffen, dass der eigene Wandel zu lebensgerechteren Verhältnissen ein Klima der Gesundheit schafft, das wesentlich stärker und beĺastbarer operieren kann. Normierungen, die zu einer Erstarrung des Systems führen, verhärten das Bestehende und machen es unfähig, auf kritische Fragen zu reagieren. Die Lebendigkeit einer flexiblen Demokratie ist zu allen Zeiten bedroht von dem Willen zum Erhalt der Macht und der Mächtigen, die nur dann ihren Einfluss aufgeben, wenn unbestreitbare Fakten sie widerlegen. Aller Wandel aber erfolgt meist leise und wird höchst kritisch beäugt oder sogar niedergebrüllt – auch medial.

Eine undurchlässige Gesellschaft

Selbst die Wissenschaft hat es sich gemütlich gemacht und will sich nicht in die Nesseln setzen. Wir sind weit davon entfernt, unser Potenzial zu leben und eine Gesellschaft zu etablieren, die geistvoll und kreativ ist. Es bleibt oft bei Spezialthemen, die die Allgemeinheit nicht befördern und diese auch nicht interessieren. Diese Losgelöstheit aus der Verantwortung, die Dinge voranzutreiben, verursacht Unbehagen und Widerwillen. Überall ist es der Eigennutz, der nach außen hin als Verantwortung getarnt ist, es aber real nicht ist. Die Profilierungssucht befragt sich nicht mehr nach dem Allgemeinnutzen, sie gefällt sich selbst und bleibt auch selbstgerecht, ohne innezuhalten und sich zu fragen, wer all das Unrecht wieder ins Recht führen soll und damit in eine Gesellschaft des freien, transparenten und ehrlichen Diskurses für die Eröffnung von notwendigen Reformen, die den Wechsel von Systemen erleichtern, um dem Wachstumswillen des Menschen gerecht zu werden und ihn nicht zu unterdrücken und schwer zu beschädigen, so dass er lautlos stirbt und mit ihm der Mensch. Wie schwerfällig die Systeme regieren, kann jeder jeden Tag feststellen. Sie sind nicht auf Flexibilisierung ausgelegt, sondern auf Beharrlichkeit und das stört die gesamte Lebendigkeit einer Gesellschaft, deren Anthropologie noch lange nicht ausdifferenziert ist. Die Menschheit wird festgelegt und hat sich an diese Regeln anzupassen. Das Volk wählt die Regierung und nicht die Regierung das Volk (Bertolt Brecht), was aber manchmal schon den Anschein hat und sich hier Tendenzen abzeichnen, die nichts Gutes bedeuten. Wir legen viel Wert auf Bildung, misstrauen aber den Gebildeten, die dann doch nicht genug durchschauen und so manipuliert werden können und werden. Manipulationen werden dort eingesetzt, wo letztlich ein Missverhältnis aufgetreten ist zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Leere Versprechungen

Nein, wir sind nicht am Ende, wir haben noch gar nicht wirklich begonnen, uns zu fragen, welche Gesellschaft wir wollen und welche nicht. Dafür müssen wir uns anzuschauen, wozu der Mensch im Positiven in der Lage ist. Er soll nicht naiv und diffus irgendwelchen Glaubenssätzen folgen, sondern er muss differenzieren – für sich selbst und in Bezug auf andere. Hier droht kein Auseinanderfallen, sondern eine hohe Kommunikations- und Diskursfähigkeit, die durchlässig ist und keine Schranken und Hürden kennt. Davon sind wir weit entfernt. Die Wissenschaft tut das, was finanziert wird und wirtschaftliche Interessen widerspiegelt oder verkapselt sich in sich selbst, orientiert sich aber nicht an den Bedürfnissen von Menschen. Der Mainstream bleibt etwas zutiefst Suspektes, denn er findet sich ab mit Gegebenem, auch wenn es den besseren Einsichten widerspricht. Zynischerweise wird der angegriffen, der sich um Aufklärung bemüht und mit denen verglichen wird, die einfach nur ihre Arbeit tun, also sich weitgehend keine allgemeinen Fragen stellen. Sie würden den größeren Dienst leisten gegenüber denjenigen, die nicht anders können, als sich Gedanken machen um aufgetretene Probleme, die man vermeiden könnte und damit die entlasten, die nur ihren Dienst tun. Schon dieses gegeneinander Ausspielen zeigt die ganze Misere und die Arroganz derer, die sich eben nicht sorgen, sondern es sich unter Ihresgleichen gutgehen lassen und hier nicht mehr gestört werden wollen. Sie sind es, die die Ungerechtigkeiten zementieren und Hoffnung sabotieren. Die wird zwar noch eingefordert, aber mehr als ein hohle Phrase wird sie nicht.

Wahrhaftige Verbindungen

Aufgrund der hohen Scheidungszahlen wird heute bestritten, dass der Mensch monogam sei. Aber es gibt hier ein Missverständnis über die wahren Bindungskräfte

Freud hatte noch behauptet, dass der Trieb und der Eros Menschen miteinander verbindet. Nun haben wir gesehen, dass diese These zu unendlichem Missbrauch geführt hat und Menschen großen Schaden zufügen kann. Der Trieb ist etwas Körperliches und hat so gut wie kein Bewusstsein. Wir wissen aber heute, dass der Geist über emergente Entwicklungen in Sphären der geistigen Verbindungen kommen kann. Das ist nicht jedermanns Ziel und damit auch nicht für jedermann ohne Übung und Anstrengung möglich. In dieser Sphäre des Geistes und des höheren Bewusstseins können wir uns  mit Menschen verbinden und es geschehen Bindungen, die der Mensch so gut wie gar nicht auflösen kann. Es ist eine göttliche Sphäre, in der wir umeinander wissen, wenn sie gegenseitig ist und nicht die Welt als Wille und Vorstellung betrifft, die ja Schopenhauer zurecht nicht für  wahrheitsbildend gehalten hat. Wenn sich also der Geist nicht mit einem anderen Geist verbunden hat, bleibt der Mensch in Wahrheit verbindungslos und sucht sein vermeintliches Glück im Eros, der keine Ewigkeit kennt und die Austauschbarkeit von Partnern zum Prinzip macht.

Die vielen Unerträglichkeiten in der Triebsphäre

Aber der Mensch ist monogam, wenn er in die höchste Verbindung kommt und sich diese bewusst macht. Dann hat er nicht die Wahl: er ist gebunden auf Lebenszeit, denn der Geist ist in Gott ist ewig und unzerstörbar. Wer also einen Partner sucht, kann dies kaum über Portale erwirken, er muss in der Bewusstseinsentwicklung weit gekommen sein, damit er überhaupt in Verbindung kommen kann. In eine Verbindung, die verantwortlich, achtsam, rücksichtsvoll  und von Dauer ist. Wir mögen es nicht, wenn dann Menschen dazwischen treten wollen, um ihre Interessen durchzusetzen gegen diese schwer  lösbaren oder auch unauflösbaren Verbindungen, die Raum und Zeit überdauern. Kein Wollen kann diese Verbindung erzeugen, sie lässt sich nicht korrumpieren und auch nicht manipulieren. Sie erträgt auch größtes Unrecht und bleibt standhaft in der Wahrheit.  Es ist eigentlich die einzige Sphäre, die die Kirche heute schützen und bewahren sollte. Wir wissen also nur in dieser Sphäre, was wirklich zusammengehört und was nicht. Deshalb befragen wir die Wirklichkeit eines Menschen in aller Ehrlichkeit, denn die Verfehlung und die Zerstörung dieser Verbindungen kann zu schweren Krankheiten führen. Die höhere Macht lässt uns nicht aus, sondern verlangt die Klärung. Wer nicht in sie hineingeht, um sie zu vollenden, der arbeitet gegen sich und gegen die Verbindung, was ihn degenerieren lässt, sein Potenzial schwächt und blockiert.

Der Trieb ist nur ein Top-down-Prozess

Wir werden geführt: eine lautlose Stimmer der Lenkung in eine Richtung der Heilung und der Vollkommenheit, denn der Mensch in seiner Einzigartigkeit bedarf der Ergänzung. Was die höhere Macht ermöglicht hat, nämlich in wahrhaftige Verbindung zu treten über den Geist und das höhere Bewusstsein, das kann man nicht wegdiskutieren, auch wenn das manchmal der Wille ist, weil das Leben zu viele Hindernisse aufgebaut hat. Aber das sind horizontale Ereignisse der Destruktion und der Determinierung. Wer in diese hohe und spirituelle Verbindung kommt, der wird nicht blockiert, nicht eingeschränkt und nicht determiniert. Die Gefühle entstehen in einem Top-down-Prozess. Es ist so die freie Entwicklung möglich und auch das Erreichen des eigenen Potenzials, das durch falsche Partnerwahl extrem verschüttet werden kann. Nur, was im Geist verbunden ist und nicht (nur) über den Körper, kann lebenslang wachsen und führt nicht in Regressionen der Selbstaufgabe, die dann ebenfalls zu schweren Erkrankungen führen. Wir haben also unter dem Evolutionsdruck die Pflicht, unseren Geist zu kultivieren und das Bewusstsein zu entfalten über Selbstreflektion, Selbstdenken und Meditation. Hier wird nicht nur das Eigene entdeckt, sondern auch das Verbundene, das sich aber nicht beliebig verallgemeinern lässt, denn die meisten Menschen folgen noch der freudianischen Vorstellung von Verbindung.

Die Familie schützt vor dem Anachronismus des Daseins

Die Monogamie in Beziehungen ist von großer Bedeutung, denn Kinder brauchen eine heile Welt und dies recht lange im Leben. Die Zerrüttung von Ehen ist für die Nachkommen eine Katastrophe, die ihr ganzes Leben belastet, wie auch für Kinder aus unglücklichen Ehen. Auch die unverletzte Bewusstseinsbildung ist Voraussetzung für die richtigen Entscheidungen auch hinsichtlich eines möglichen Partners und sollte schon in den Schulen befördert werden, damit der Trieb nicht über das Bewusstsein dominiert und die Entwicklung ins höhere Bewusstsein verhindert wird. Das muss nicht sein, ist aber oft der Fall, da wir hier zu anderen Partnern tendieren. Das bedeutet nicht, dass man überall einer Meinung ist, aber die Verbundenheit im Geist erlaubt immer eine Verständigung und Überlegung, auch die Korrektur. Rechthaberei ist hier eher selten, denn wir stehen ständig in Kontakt und wollen den nicht verlieren, weil wir hier isoliert und gefährdet leben. Jeder muss also seine Bewusstseinsentwicklung befördern, damit er eine Chance auf wahres Glück im Leben hat, denn diese Sphäre der Zuwendung und der Liebe ist von außen nicht steuerbar und darf von niemandem manipuliert werden. Nur in diesem hohen Bewusstsein wacht eine höhere Macht über diese Beziehung, die nicht auflösbar ist, wenn sie auch eingegangen werden kann. Hier lässt sich nichts über das Knie brechen, wie man so sagt, sondern es ist die Sphäre auch der Freiheit, die nicht in Ungebundenheit besteht, sondern in der Freiheit der Entfaltung. In dieser Sphäre können wir auch über Raum und Zeit hinweg in Kontakt treten, wenn die weltlichen Störungen beseitigt wurden, die sich dazwischen schieben wollen. Erst hier werden wir kontaktfähig. Äußerst lästig sind einseitig freudianisch begründete Aufdringlichkeiten, die eben nicht in die Rücksicht des höheren Bewusstseins vordringen. Also: Wer zu wem wahrhaftig gehört, kann nur das höhere Bewusstsein entscheiden.

Und man schaue sich an, was unter Musikern möglich ist – insbesondere im Jazz-,, wenn diese genialen Verbindungen stattfinden: Meeting of the spirits.

Das episodische Gedächtnis

In der Meditationstheorie und -praxis geht es um die erlösende Erfahrung im Hier und Jetzt. Wichtiger erscheint aber die Erinnerung an die besonderen Erfahrungen von Glück im vergangenen Leben und deren Umstände für die Heilung

Man muss lange meditieren, um zu einer Erfahrung von Glück zu kommen. Der leichtere Weg besteht darin, sich genau zu erinnern, zu welchen Zeiten im Leben und unter welchen Umständen man uneingeschränkt glücklich war. Diese Parameter geben Auskunft darüber, was wir verloren haben und was wir uns wieder erarbeiten sollten auch gegen die teilweise vermeintlich wissenschaftliche Besserwisserei., deren Stagnation und teure Fehlforschung uns in die Irre führt.  Hintergrund hier ist ein blindes Spezialistentum, das sich nicht traut und es auch nicht vermag, über den Tellerrand zu schauen und beharrlich auf seinen Vorurteilen besteht.  Geistige Flexibilität ist nicht gerade angesagt. Wir können uns unter Askese hohe Bewusstseinszustände erarbeiten, die mit viel Einsicht und Glück sowie körperlicher und mentaler Gesundheit verbunden sind. Hier wird meistens das episodische Gedächtnis aktiv, dass solche Zustände von Glück speichert und bei Bewusstseinsentwicklung reaktiviert. Was wir hier erfahren, ist nicht nur die Liebe anderer Menschen, sondern die Liebe einer höheren Instanz, die viel Einblick und Durchblick verschafft und uns so durch das Leben führt. Hier spüren wir ein Gewolltsein, das uns versichert und dem wir uneingeschränkt vertrauen können. Die bedingungslose Liebe, die wir erfahren haben in Kombination mit einer göttlichen Liebe, die uns zu uns selbst führt und in die Wahrhaftigkeit unserer Existenz.  Das episodische Gedächtnis gibt Auskunft, man kann es befragen, was im Leben Sinn macht und was nicht.

Wohlstand allein garantiert keine Gesundheit

Im Laufe des Lebens begegnet man nicht nur Freunden und Wohlgesinnten, sondern leider auch Feinden, deren Fehlverständnis und Fehlverhalten das eigene Leben schwer beschädigen kann. Es sind auch systemische Probleme, die immer wieder wirksam werden. Jeder kennt aber die Heilkraft von Systemen, die zur eigenen Verfassung passen, und natürlich auch die Virulenz von Unpassendem und Störendem. Wer sich sein Bewusstsein selbst erarbeitet, dem kommt ein Sog von oben entgegen und lässt ihn Dinge erkennen, die sonst verborgen bleiben. Wahrheitsfindung  und Bewusstsein korrelieren. So lernt man, auf die Signale zu achten, die die Richtung vorgeben, wohin das Leben steuern kann und wohin nicht. Die Selbstbefragung gibt klare Antworten auch gegen den Versuch, Menschen zu instrumentalisieren, wodurch sie ihre Würde und damit ihre Gesundheit verlieren, die nicht allein über Wohnung und Nahrung garantiert ist, sondern immer mit einer Aufgabe verbunden ist, die primär die eigene Gesundheit absichert und einen Beitrag für die Allgemeinheit leistet.  Wohlstand allein garantiert die Gesundheit nicht, die aber ist das höchste Gut. Der Mensch muss sich selber durchhalten gegen jede Fremdbestimmung und die Parameter für die eigene Gesundheit entwickeln. Das ist immer ein individueller und personalisierter Akt. Wem die Gesundheit abhanden kommt, dessen Chancen sind gering und er verliert seine Autonomie und Selbstwirksamkeit. Kein Außenstehender kann ihm diese Fragen beantworten. Krankheit droht sofort, wenn eine Unstimmigkeit zwischen eigenen Interessen und extrinsischen Forderungen auftritt. Gelungen ist das Leben nur , wenn es im Einklang steht mit dem Erarbeiteten und Erkannten. Der common sence beinhaltet viele Irrtümer, die Menschen aus der Bahn werfen können, wenn sie nicht bei sich selbst anfangen, um dann in den Dialog zu treten als Wissende, die dem Wissen Ausdruck verleihen können.

Das Problem unkritischer Anpassungen

Stark angepasste Menschen verstehen unvoreingenommene Produktive schnell falsch und pathologisieren, bezeichnen diese als dysfunktional, ohne ihre eigenen Defizite zu erkennen, die eben teilweise eine Dysfunktionalität an den Tag legen, die den gesunden Menschenverstand aushebelt. Es ist immer ein großes Risiko, Menschen zu begegnen, deren Selbstreflektion nicht weit gediehen ist. Sie klammern sich an externe Inhalte, die ihnen vermeintlich Rat und Hilfe sind. Sie gelangen nicht in die Tiefe des eigenen Denkens, machen sich aber zum Maßstab der Beurteilung auch hinsichtlich der Befähigung anderer. Es fällt ihnen äußerst schwer, den eigenen Irrtum einzusehen, den sie bis zum Erbrechen durchhalten gegen andere und gegen deren Selbsterkenntnis. Sie sind weit entfernt davon, objektiv und gerecht zu sein. Ihre vermeintliche Objektivität beschränkt sich auf die Außenansichten und auf alles, was damit zusammenhängt. Man möchte dem entgegenhalten, dass das Wahre schwer erkennbar ist und einer intensiven Beschäftigung bzw. Auseinandersetzung  bedarf.  Letztlich können Menschen, die Fehler begangen haben in Bezug auf andere, keine wahren Aussagen über diese treffen, weil ihnen auch das Wissen um die Zusammenhänge, die sie oft leugnen,  fehlt. Gegen solche Widersacher setze man sein episodisches Gedächtnis ein und erinnere sich an die Zeit, in der sie ganz sie selber sein konnten und hohen Respekt dafür erhalten haben. Es gibt diese Momente in jedem Leben. So kann man die Verunstalter in die Schranken weisen und das eigene Leben wieder auf ein sicheres und unversehrtes Fundament stellen gegen die oft fragwürdigen Bedingungen, die andere zu stellen wagen schon im Hinblick auf einen klärenden Dialog. Diese lebensverzerrenden Maßnahmen erschweren die notwendige Identitätszurückgewinnung nach Verlusten durch schwere Verletzungen der Fehleinschätzung. Aber woher soll sie kommen die Menschenkenntnis, wenn man nicht ein feiner und kritischer Beobachter und seine Wahrnehmungen immer auch ein Teil der Erforschung ist im Sinne einer Anthropologie, die die Bedingungen von Gesundheit erörtert, aber nichts beschönigt.

Es ist nicht der Eros, der die Menschheit verbindet

Ken Wilber versucht, Freud zu retten und ihn ins große Ganze der Bewusstseinsentwicklung zu integrieren. Das ist wahrscheinlich eines der derzeit größten Entwicklungshindernisse, was sich auch an den vielen Missbrauchsfällen zeigt

Wir befinden uns in einer Wende, die uns noch viel bewusster werden muss, damit wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können. Wir sind eine Netzwerkgesellschaft und müssen uns auch manchmal gegen die Politik miteinander verbinden, so dass die eigenen Chancen erweitert werden können. Es bleibt die These im Raum stehen, dass höhere Bewusstseinssphären den Trieb nicht nur sublimieren, sondern überwinden. In Corona-Zeiten wird der Mensch allerdings wieder mit Crime and Sex bombadiert, anstatt die Zeit für eine allgemeine Höherentwicklung zu nutzen. Das Niveau sinkt also beträchtlich und macht vieles rückgängig wegen fehlender Kulturleistungen. Der Anspruch verabschiedet sich auch aus den Medien, was ein Anzeichen für eine Regression ist, die sich auch wirtschaftlich verheerend auswirkt. Gegen diesen Trend könnte man einfach weiter aufklären. Die Grünen haben eine Garantieversicherung politisch vorgeschlagen, was schon mal einen neuen Impuls setzt. Ansonsten bleibt es bei erschreckender Einfallslosigkeit. Gegen eine mögliche Besinnung wird der Mensch verblödet, was er allerdings durchschauen sollte. Das kann er aber nur, wenn er sich auf das sich stets entwickeln wollende Selbst konzentriert. Das persönliche Wachstum ist nicht determiniert, es führt aber nicht in die gnadenlose Selbstrepräsentation, sondern in die Achtsamkeit der gesamten Schöpfung gegenüber bei höchst möglicher Integration des Eigenen. Es ist ein Sowohl- Als auch.

Der sogenannte Eros ist Ursache für ein Regressionsphänomene

Eigentlich ist es notwendig, dass uns der Geist, die Vernunft verbindet, weil nur hier eine Erweiterung unseres Bewusstsein möglich wird durch Einsichten, Erfahrungen und über das Nach- und Selbstdenken. Wir entwickeln uns nicht über den Eros, der der höheren Bewusstseinsentwicklung einfach im Wege steht, was der massive Kindesmissbrauch und der sexuelle Missbrauch von Frauen zeigt. Wir bewegen uns hier abwärts in Bereiche, die ins gedankenlose Agieren münden und verkennen, dass nur der Mensch zu höherem Bewusstsein in der Lage ist. Wir brauchen dieses Bewusstsein, um uns und diesen Planeten zu retten. Wir werden keine besseren Menschen über den Trieb und wer behauptet, der Mensch sei nur ein höheres Tier, hat nicht begriffen, worin seine Göttlichkeit besteht – nämlich in Einsichten.  Es geht nicht um Selbstaufgabe (das Leben gelingt so nicht), sondern um die Integration des hoch entwickelten Selbsts in eine Gesellschaft. Es ist dieser enorme Evolutionsdruck, den aber nicht alle spüren und nicht entsprechend handeln und denken. Und der kann nicht darin bestehen, sich beliebig zu vermehren und seinen ungezügelten Trieben zu folgen. Niemand möchte den Menschen das Kinderkriegen verbieten, aber jeder Einzelne muss verantwortlich handeln. Dieser Planet könnte alle Menschen ernähren, aber es ist bis heute nicht möglich, weil ein Teil der Menschheit seine Gewohnheiten nicht aufgeben will. Ein dominanter Fortpflanzungstrieb, der Freud für immer Recht gibt, würde diesen Planeten endgültig zugrunde richten. Es ist auch nicht die Sexualität, die Partner auf Dauer miteinander verbindet oder verbinden sollte, sondern das Vergnügen am Geist des anderen. Diese Verbindung über Sexualität ist nicht von Dauer und Monogamie nur möglich, wenn zwei Menschen füreinander eine Quelle der Inspiration werden und die Komplexität auf nichts für immer festlegt, so dass zu jeder Zeit Entwicklung möglich und das Einerlei der Routine nicht zum Maßstab des Miteinanders wird.

Eudaimonia über die optimale Entwicklung des Selbsts und seiner integrierten Fähigkeiten

Corona ist eine Warnung an uns alle, mehr für eine neues Paradigma von Gesundheit, die wir auch bewusster als ein Auftrag an den Einzelnen verstehen müssen und uns nicht einer Krankenkassenmentalität unterwerfen sollten. Wir haben es meistens in der Hand und wissen, was uns krank macht und was gesund. Dies gelingt heute nur im Zusammenhang mit der ganzen Welt, deren partielles Leiden auf uns zurückwirkt und unsere eigene Entwicklung bremst. Wir sind zu Höherem fähig, aber wir leben dies nicht und verharren auf einer Entwicklungsstufe, die man nur als bedenklich bezeichnen kann. Und wer die Liebe nicht vom Eros trennen kann, der verfällt einem schwerwiegenden und fehl geleitetem Irrtum. Die nicht entwickelte Emotionalität und die Betonung der Triebhaftigkeit des Menschen reduziert seine Höherentwicklung zu mehr Einsichten und zu mehr Empathie,  Die Sexualität zwischen Liebenden soll nicht eliminiert werden, aber sie darf keine Macht über den Evolutionsdruck in eine andere Richtung erhalten. Sexualität macht nicht empathisch und erst recht nicht klüger, sie kann schwere Schäden verursachen. Ehepartner sollten vor allem darauf achten, dass sie ihre Fähigkeiten ausbauen und kultivieren für die Erreichung der Eudaimonia. Die Bindungsforschung muss sich belehren lassen, was die vielen Scheidungsfälle dokumentieren. Das höhere Bewusstsein sucht nicht den Kick, sondern das Verstehen. Da wir uns alle auf unterschiedlichen Bewusstseinsstufen befinden, kann eine Verbundenheit nicht allgemein sein, weil die Prämissen dafür nicht erarbeitet wurden. Sie liegen nicht im Eros, sondern in der Verantwortung. Interessen sind Diversifikationsmerkmale und müssen ausgehalten werden, dienen nicht der Identifizierung mit allen möglichen Existenzen. Ein mystisches Wir ist eine Täuschung und verursacht nur Missverständnisse. Selbst der Entwicklungs- und Evolutionsdruck ist wirklich nicht bei allen angekommen.

 

Was uns krank macht, was uns heilt

Professor Dr. Dr. Christian Schubert erklärt eindrucksvoll in seinem Video die Zusammenhänge der Psychoneuroimmunologie: Aufbruch in eine neue Medizin.

Chronisch gestresste Menschen entwickeln chronische Entzündungen (Autoimmunkrankheiten in mentaler und organischer Hinsicht). Leute, die durch ihr Verhalten keine Lösungen ermöglichen bzw. verunmöglichen und dadurch unendlich viel Stress auslösen, sollte man gezielt auf diese Zusammenhänge hinweisen. Vorurteile, Unterstellungen, Fehleinschätzungen und negative Projektionen werden hier nicht abgebaut, was ein enormer chronischer Stressor ist, den keiner aushalten sollte. Dies erschwert auch die theoretische Arbeit, die aber durchgehalten werden muss trotz der Erschwernisse. Die Verunstaltungsthematik beseitigt man eben am besten vorerst durch den Dialog für die freie Theoriebildung.

Allgemeine Vorurteile und ungelöste Ungerechtigkeiten sind eine unnötige Belastung

Wenn eine Philosophie des Indirekten die Konkretion des Deklarativen verhindert, dann ist der damit verbundene chronische jahrzehntelange Stress nur auflösbar, wenn eine direkte Auseinandersetzung ermöglicht wird. Ich meine damit nicht die Therapie, sondern das soziale Miteinander der Beseitigung von Fehlverständnissen. Theoriebildung ist wichtig, aber auch der reale Diskurs darüber. Der religiöse Fundamentalismus und sein Gutmenschentum, der nur das Böse in anderen wittert, ist eine Mitursache für diesen Stress. Mentale Krankheiten haben an sich mit dem Schlechten nichts zu tun, sondern mit Bewusstheitsminderungen und Großhirnabbau. So kommt man aus den virulenten Entzündungen nicht mehr heraus, wenn mit Unterstellungen argumentiert wird. Insgesamt müssen wir uns mit unseren Theorien und Ideologien an der Gesundheit orientieren und Krankmachendes sowie hoch Belastendes eben aufgeben und nicht gegen die  dezidierte Aufklärung von Betroffenen rehabilitieren wollen.

Die Unwahrheit drängt zur  Aufklärung auch in der Theoriebildung

Die Schädigungen durch zerstörte Emergenzen sind erheblich., weil unser System darauf nicht vorbereitet ist. Alles Indirekte kann  nur eine Vorbereitung, etwas Vorläufiges sein, das durch Konkretes ersetzt wird, ansonsten führt es in die Aporie und in die Dissoziation. Wer allerdings alles schon anfänglich pathologisiert (ohne genaue Kenntnis des anderen), weil er den anderen fehlverstehen will und nicht an sich zweifelt, sondern nur an dem anderen, der wird durch keine Aufklärung der Welt einsichtiger. Alles Indirekte ist anfällig für Missverständnisse aller Art und die wollen wir ja beheben und aufklären gegen den Irrsinn der Unwahrheit.  Auch die Unwahrheit ist ein vehementer Stressor, der uns schädigt. Insgesamt brauchen wir also mehr Klarheit und Bewusstheit, um allgemein auch zu gesunden. Wer meint, die Zeiten der Aufklärung seien vorbei, der negiert den wissenschaftlichen Fortschritt. Die Medizin muss sich von den Geisteswissenschaften belehren lassen und die Geisteswissenschaften von der Gesundheitswissenschaft..

Der Geist ist das höchste Vermögen der Bewusstheit als Selbstorganisation

Emergenz ist nicht das Böse oder das Kranke, sondern eine Möglichkeit höherer Introspektion, höherer Bewusstheit auch durch ausdifferenziertes Wissen sowie individueller Gesundheit. Komplexität ohne Emergenz bleibt dissoziativ und eventuell noch unterhaltsam. Ohne das sich durchhaltende Selbst, das sich über die Emergenz in die einheits- und ordnungsstiftende Vertikalität hoch arbeitet, bleibt alles nur bei Information ohne Wissen.  Emergenzen müssen daher durch Selbstdenken und Entfaltung bewusst gemacht werden, damit sie nicht extern zerstört werden durch falsche Prämissen und falsche Paradigmen. Das sich mehr und mehr entfaltende Selbst gegen alle Abbautendenzen ist der Faden der Ariadne, und das eigene Leben gibt Antworten, die nicht von außen kommen können. Spiritualität kann meines Erachtens nicht reifen ohne eine selbstbewusste Individualität. Nur das voll entwickelte Ich kann auch über sich selbst hinauswachsen, aber nicht, um Märtyrer zu werden, sondern um die Welt von oben zu sehen. Die Psychoneuroimmunologie (erklärt die Zusammenhänge von Psyche und Organismus) müsste durch den Nous (er kann aus dem Sumpf ziehen), den Geist, erweitert werden, um zu einer vollständigen Immunität zu kommen. Und das immunisierte und entfaltetete Selbst stabilisiert das Großhirn, dass sich dann mehr und mehr entstressen kann gegen alle Widrigkeiten. Nicht jeder Mensch will und kann  zum Denker werden, aber er muss über die eigenen Interessen, Fähigkeiten und Begabungen nachdenken, um sie realisieren zu können für ein erfülltes Dasein, für die Erfahrung der Eudaimonia.

https://www.youtube.com/watch?v=W2sXj7xnEgM

Winterliche Grüße aus dem winterwonderland das Nymphenburger Parks in München