Emergenzverhinderungssysteme

Viele sprechen von Neuanfang, Erneuerung und Veränderung. Das sind aber oft Prozesse, die systematisch behindert, unterminiert und gar ausgehebelt werden aus Interessen heraus, die wir als äußerst fragwürdig betrachten müssen

Die Hirnforschung weiß um die Möglichkeit der Emergenz. Emergenzen sind keine Gefahren, sondern sie sind die Chance auf Heilung und die Vorbereitung auf die Evolution des Gehirns, das nicht mehr zurückfällt in Vorstufen der Bewusstheit. Emergenzen können spontan auftreten und sie können erarbeitet werden durch intensive Konzentration in Verbindung mit einem kontinuierlichen Nachdenken. Meditation ist eine Möglichkeit der Beruhigung und der Vorbereitung auf die Kontemplation. Sie allein bewegt aber die Welt nicht. Das Herausnehmen aus dem Gedankenfluss mag eine Entlastung sein und ist für viele Menschen auch ratsam. Ohne dadurch aber tiefer und wahrhaftiger zu denken für die Veränderungen und den Wandel, bleibt sie eine Attitüde. Prozesse tiefen Wandels erreichen wir letztlich doch nur über das Denken. Unser Gehirn will die Entfaltung und erwirkt letztlich durch die Emergenz eine höhere Stufe des Daseins in Richtung Bewusstheit, die unterscheidet und sich auch von Systemen entfernt, die keine Entfaltung und Emergenz zulassen, beides behindern sie aus Interessen heraus, die wir kritisch betrachten müssen. Das Aushalten in unpassenden Systemen und auch Beziehungen kann zu schweren psychischen Schäden führen, wenn sich der Betreffende nicht bewusst macht, was seine Emergenz verursacht hat und wohin sie strebt: nämlich nach höherer Integration für mehr Verwirklichung im Privaten wie im Beruflichen. Dagegen wirkt ein autoritäres und reaktionäres System durch Leugnung von Emergenz und den Wirkungen von emergenten Zuständen, die Veränderung wollen für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Lebendigkeit.

Der volkwirtschaftliche Schaden der Emergenzverhinderung  ist unverkennbar

Es ist noch nicht flächendeckend verstanden worden, was Menschen wirklich wollen und brauchen, um lebenslang gesund und aktiv zu bleiben bzw. produktiv und kreativ.  Ein Volk der Dementen und Kranken ist ein Zeichen für eine Degeneration durch Inkompetenz. Es werden heute Menschen mit schädigenden Medikamenten in Systemen und Beziehungen festgehalten und festgesetzt, die ihnen keine Entwicklung bieten können, nur um ein Gefüge zu bewahren, das man als tragend und stützend hochlobt, ohne die destruierende Wahrheit hinter der Fassade sehen zu wollen. Schlechte Ehen, falsche Berufe führen nicht nur zu großem privatem Unglück, sondern auch in die Krankheit bei hohem volkswirtschaftlichen Schaden. Wir leben zwar in einem Leistungssystem, aber nicht in einem Entfaltungssystem, das so früh wie möglich Fähigkeiten, Begabungen und Interessen fördert. Wir wissen so also nicht so richtig, wozu ein emergentes Gehirn eben positiv fähig ist. Wir schwärmen von künstlicher Intelligenz und haben das Potenzial des Gehirns auch in Bezug auf seine Selbstheilungskräfte nicht erfasst. Wir hätten eine andere Gesellschaft von weniger Radikalen, wenn den Potenzialen mehr Rechnung getragen und die Emergenzmöglichkeit des Gehirns gezielt gefördert werden würde für eine gesellschaftliche Konstruktivität, die alles verändert und Transparenz und Offenheit zum Maßstab der Wandlungsprozesse macht. Es gilt eben nicht länger, Menschen in ihrer Entwicklung zu behindern und sie dadurch gesundheitlich zu gefährden, sondern Systeme zu öffnen für die Stabilisierung von emergenten Zuständen für höchstmögliche Autonomie in der Selbstorganisation. Emergente Zustände bedürfen flexible Strukturen für eine reibungslose Neuintegration und damit für den Neuanfang in jedem Alter. Emergenzen kennen hier keine Beschränkungen. Sie haben auch den Effekt der Verjüngung bis in die Zellstruktur hinein und können Degenerationserscheinungen entgegenwirken.

Die neue Gesellschaft der Emergenten

Evolution ist hier kein biologischer Begriff, sondern ein mentaler. Wir erreichen den Höchststand durch diese Möglichkeit der Überwindung von Blockierungssystemen samt ihrer Virulenz. Für viele oder die meisten psychischen Erkrankungen gilt, diese Emergenzmöglichkeiten zu ergründen und sie gezielt einzusetzen in einem sehr individuellen Coaching, das die Zwangs-, Behinderungs- und Gewaltkontexte erkennt und verlässt.  Wer sich hier sehr viel Bildung aneignet, schafft das auch selbst. Der Vorteil ist, dass Ziele erkannt und umgesetzt werden.  Das durchweg Schädigende und damit natürlich schwer Blockierende wird so überwunden auch für eine freie Gestaltung des Lebens im Einklang mit den eigenen Interessen für die Etablierung einer bewussteren und damit gesünderen Gesellschaft. Hier kann man es nicht jedem recht machen, das wäre nicht nur Überforderung, sondern Selbstsabotage. Die Sabotageenergie insgesamt ist noch viel zu hoch. Eine qualitativ hoch entwickelte Gesellschaft muss keinen Raubbau betreiben oder Strukturen ausnutzen für den eigenen Vorteil. Wer sich mental ausbeuten lässt, der geht das Risiko des Zurückfallens ein, durch das er seine Selbstwirksamkeit verliert und als Gefangener mit Problemen kämpft, die nicht genuin die eigenen sind. Es handelt sich bei der Emergenz nicht um eine Utopie, sondern um das politisch und gesellschaftlich weitgehend unterschätzte Problem der falschen Anpassungen. Und es gibt sie die Aufstiegs- und Veränderungsverhinderer und ihre dubiosen Argumente.  Überall wittern sie das Böse und das Egomanische und halten kräftig gegen die gesunden Chancen der Emergenz. Theorien und Ideologien helfen hier nicht weiter. Sie legen fest und determinieren auf den Status quo, in dem oft kein Heil zu finden ist. Wir brauchen also insgesamt viel weniger Therapie, als vielmehr fundiertes Coaching für die positiven Ressourcen unseres Gehirns, ein Wunderwerk der Natur, das keine künstliche Intelligenz ersetzen kann, da es hier weitgehend  nur um Faktenwissen geht, aber nicht um Struktur- und Bewusstheitswissen, das eine ganz andere Qualität hat, gegen das aber oft opponiert wird, weil es Gefüge in Frage stellt, die wir als gegeben und selbstverständlich betrachten.  Die Digitalisierung kann die Revolution des Bewusstseins aushebeln und der Menschheit großen Schaden zufügen, wenn wir uns nicht entsprechend weiterentwickeln und der Emergenz einen ganz besonderen Stellenwert einräumen.

 

 

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