Braunes Deutschland

Die Wahlergebnisse haben es wieder ans Tageslicht gebracht. Drittstärkste Partei im Lande ist die AfD, die Partei vor allem der doch sehr eigenartigen Männer. Obwohl alle anderen demokratischen Parteien sich sehr darüber entrüsten, sollten sie begreifen, dass dies ein Symptom ist für ein faschistoides Denken, das auch in anderen Parteien einen Nährboden hat.  Letztlich geht es insgesamt darum, Vielfalt und Heterogenität abzuschaffen. Auch unter dem Deckmantel von Wettbewerb und Konkurrenz ( sicher nicht Ausdruck von Wissenschaftlichkeit), wie sie auch in die Universitäten Einzug gehalten haben, versteckt sich so manche Sinnentleerung. Wer das Konkurrenzdenken im Land dermaßen anheizt, der muss sich auch nicht über eine AfD brüskieren. Hier im Land wird vieles übertrieben. Und wie hat man sich nach der Wende über die Gleichschaltung von Lebensläufen aufgeregt und sie nun zum beherrschenden Prinzip der Auslese gemacht. Wer und was alles im Land diskriminiert wird, um Menschen einzuschüchtern und so zur Aufgabe der Kritik oder in die Spur zu zwingen, ist beschämend. Die Ressentiments gegen Menschen werden größer auch innerhalb Deutschlands oder sind noch lange nicht überwunden. Einfache Lösungen bedeuten auch hier oft Menschenrechtsverletzungen. Aber das will keiner hören, wo es uns doch ach so gut geht.

Wenn ein Land es aber nötig hat, gegen Schwache zu opponieren und Menschen in schwierigen Lagen schwerstens zu belasten, dann kann es mit diesem Gutgehen nicht weit her sein, denn dies zieht meistens Toleranz nach sich  und eine Kultur des Verstehens statt des Aussonderns und des Angreifens. Es gibt kaum noch ein Verständnis für außergewöhnliche Lebenswege, wie sie in Kunst, Literatur und Kultur eben so üblich sind. Hier ist es der Widerstand gegen das Gewöhnliche, zu dem man eine kritische Haltung entwickelt. Dieses demokratische Korrektiv wird unterminiert, wenn Menschen zu stark in die Anpassung gedrängt und sperrige Wege einfach diskreditiert werden. Dies geschieht laufend und immer lauter. Da ist es kein Wunder, dass Menschen radikal werden und sich zur AfD bekennen. Der Nährboden dafür wurde von allen bereitet. Und Deutschland hatte schon immer Probleme mit der Toleranz und der Anerkennung von Vielfalt auch in Lebensläufen. Hier ist keine Entspannung eingetreten. Die alten nationalsozialistischen Mechanismen wirken insgeheim weiter und werden teilweise vor der Öffentlichkeit gerechtfertigt durch die Etablierung und Zementierung von schlimmsten Vorurteilen, die besonders das Establishment verbreitet und füttert. Von hier aus kann man keine Zweifel erwarten an dem, was Menschen zugemutet wird. Und wir erkennen die kulturelle Entwicklung eines Landes immer daran, wie es mit schwachen und kranken Menschen umgeht. Wobei gesagt werden muss, dass Schwäche kein Existenzial ist, sondern eine besondere Lage der Schutzbefohlenheit. Aus ihr kann man entkommen, wenn die Bedingungen dafür gut sind. bzw. geschaffen werden.

Man kann in diesem Land furchtbare Erfahrungen machen, initiiert oft von Männern, die Maßstäbe setzen, die lebensfern und inhuman sind.  Sie haben kein Problem damit, Menschen in Lebenskrisen in existenzielle Not zu bringen und wollen das im Nachhinein auch noch als Gerechtigkeit verkaufen. Jeder Mensch sollte ein Recht haben, sich zu regenerieren und selbst zu entscheiden, unter welchen Umständen er sich exponiert. Menschen – insbesondere Frauen – gezielt die Zukunft zu verbauen, kann nicht anders als primitivster Sozialdarwinismus verstanden werden. Hier ist wieder der Nazi, der alles kontrollieren und selektieren will in lebenswert und lebensunwert. Wo dieses atavistische Denken überall hineinwirkt, sollten wir kritischer untersuchen. Solange ein Land willentlich und absichtlich Opfer produziert, steht es in dem Verdacht, seine Geschichte nicht aufgearbeitet zu haben. Sinnlose und inhumane Regulierungen und Gesetze, die schon vielen Menschen die Existenz gekostet haben, sind eindeutig ein Zeichen für den Rückschritt im Humanen. Wer diese Fratze der Nation selbst gesehen hat, der wundert sich über ein solches Wahlergebnis eher nicht.

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