Diskriminierung

Nichts wird stärker diskriminiert als mentale Krankheiten. Man will das Böse in der Welt einer Gruppe von Menschen zuschreiben, die selbst nur verletzt und geschädigt wurde. Um das schlechte Gewissen zu entlasten, beschuldigt man die Betroffenen der Absicht, selbst schädigen zu wollen und behandelt sie entsprechend schlecht bzw. unrechtmäßig. Selbst Terroristen werden heute als psychisch krank diagnostiziert (geschehen bei dem Terroranschlag in München), was unverantwortlich und nicht zulässig ist, denn es ist nicht eine Krankheit, die zu solchen Taten veranlasst, sondern die Gewalttätigkeit und Zerstörungswilligkeit, die andere Gründe hat! Wer hier nicht differenziert, begeht schweres Unrecht. Verletzte Menschen sind keine degenerierten wie Gewalttäter, sondern Menschen, die leiden.

Unterstellungen und Vorurteile sind keine Tatsachen, werden aber als solche behandelt. Ganze Berufszweige (Interessengruppen) leben von solchen Diskriminierungen und rechtfertigen dadurch ihre Übergriffe. Sie versuchen auch noch die Öffentlichkeit dahingehend zu beeinflussen und zu indoktrinieren, was heute zunehmend leichter wird, da auch die sogenannten Qualitätsmedien immer unkritischer werden wohl als Gegenreaktion auf eine demokratische Dynamik, die durch das Internet möglich wurde. Der Kampf um die Wahrheit muss auch im Internet gut begründet sein, so dass ein Dialog zwischen Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit initiiert werden kann.  Der mündige Bürger will kein Vertrauen in die Medien, sondern die Mitwirkung.

Gewalt kommt unter psychisch Kranken eher selten vor. Das sind seltene Ausnahmen. Ausnahmen berechtigen aber nicht dazu, eine ganze Gruppe von Menschen widerrechtlich zu behandeln.  Wenn Gewalt vorkommt, dann wurde derjenige, der Gewalt ausübt, eben auch entsprechend sozialisiert, Gewalt als Mittel der Konfliktlösung zu betrachten. Das kann man herausfinden in Gesprächen. Durch eine Krankheit jedoch ändert sich die Einstellung zur Gewalt nicht. Hier muss dringend differenziert werden, um nicht eine Gruppe von Menschen weiter schwerstens zu belasten und weiter zu schädigen, ja wieder zu verletzen durch unzutreffende Zuschreibungen. Wer zu Gewalt neigt, der sagt dies meistens auch. Wenn psychisch kranke Menschen Kritik äußern, dann ist dies kein Indiz für Schädigungswilligkeit, sondern Ausdruck einer Einsicht oder einer Verletzung, die ernst genommen werden sollte. Derartige falsche Zusammenhänge herzustellen ist nicht nur extrem inhuman, sondern einfach widerrechtlich. Hier herrscht ein deutlicher Aufklärungs- und Änderungsbedarf.

Psychisch kranke Menschen haben keine Lobby – auch nicht die Gegner der etablierten Psychiatrie, die Vertreter der Antipsychiatrie, die schon immer warnen vor der Verständnislosigkeit und Inhumanität dieser Zunft.  Die will sich ständig gegenüber der Öffentlichkeit ins rechte Licht rücken aus Prestigegründen gegen Patienten, die sich nicht wehren können. Diese Schieflage ist sehr bedauerlich und höchst kritikwürdig. Flächendeckende Falschbehandlungen sind ein Skandal, der nicht länger verschwiegen werden sollte. Beginnen wir auch hier mit einem Denken für humanere Lösungen und für wirksame Heilungen für Betroffene, denn tiefe Wunden brauchen ein tiefes, hoch differenzierendes  Denken. In diesem Zusammenhang sei Menschen wie Eugen Drewermann für seinen genialen Geist und für seine Liebe Menschen gegenüber gedankt. An diesen tiefen Verständnisfähigkeiten müssen wir uns orientieren, denn das ist die Elite, die wir brauchen, um gesellschaftliche Probleme zu lösen.

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