Es ist nicht der Eros, der die Menschheit verbindet

Ken Wilber versucht, Freud zu retten und ihn ins große Ganze der Bewusstseinsentwicklung zu integrieren. Das ist wahrscheinlich eines der derzeit größten Entwicklungshindernisse, was sich auch an den vielen Missbrauchsfällen zeigt

Wir befinden uns in einer Wende, die uns noch viel bewusster werden muss, damit wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können. Wir sind eine Netzwerkgesellschaft und müssen uns auch manchmal gegen die Politik miteinander verbinden, so dass die eigenen Chancen erweitert werden können. Es bleibt die These im Raum stehen, dass höhere Bewusstseinssphären den Trieb nicht nur sublimieren, sondern überwinden. In Corona-Zeiten wird der Mensch allerdings wieder mit Crime and Sex bombadiert, anstatt die Zeit für eine allgemeine Höherentwicklung zu nutzen. Das Niveau sinkt also beträchtlich und macht vieles rückgängig wegen fehlender Kulturleistungen. Der Anspruch verabschiedet sich auch aus den Medien, was ein Anzeichen für eine Regression ist, die sich auch wirtschaftlich verheerend auswirkt. Gegen diesen Trend könnte man einfach weiter aufklären. Die Grünen haben eine Garantieversicherung politisch vorgeschlagen, was schon mal einen neuen Impuls setzt. Ansonsten bleibt es bei erschreckender Einfallslosigkeit. Gegen eine mögliche Besinnung wird der Mensch verblödet, was er allerdings durchschauen sollte. Das kann er aber nur, wenn er sich auf das sich stets entwickeln wollende Selbst konzentriert. Das persönliche Wachstum ist nicht determiniert, es führt aber nicht in die gnadenlose Selbstrepräsentation, sondern in die Achtsamkeit der gesamten Schöpfung gegenüber bei höchst möglicher Integration des Eigenen. Es ist ein Sowohl- Als auch.

Der sogenannte Eros ist Ursache für ein Regressionsphänomene

Eigentlich ist es notwendig, dass uns der Geist, die Vernunft verbindet, weil nur hier eine Erweiterung unseres Bewusstsein möglich wird durch Einsichten, Erfahrungen und über das Nach- und Selbstdenken. Wir entwickeln uns nicht über den Eros, der der höheren Bewusstseinsentwicklung einfach im Wege steht, was der massive Kindesmissbrauch und der sexuelle Missbrauch von Frauen zeigt. Wir bewegen uns hier abwärts in Bereiche, die ins gedankenlose Agieren münden und verkennen, dass nur der Mensch zu höherem Bewusstsein in der Lage ist. Wir brauchen dieses Bewusstsein, um uns und diesen Planeten zu retten. Wir werden keine besseren Menschen über den Trieb und wer behauptet, der Mensch sei nur ein höheres Tier, hat nicht begriffen, worin seine Göttlichkeit besteht – nämlich in Einsichten.  Es geht nicht um Selbstaufgabe (das Leben gelingt so nicht), sondern um die Integration des hoch entwickelten Selbsts in eine Gesellschaft. Es ist dieser enorme Evolutionsdruck, den aber nicht alle spüren und nicht entsprechend handeln und denken. Und der kann nicht darin bestehen, sich beliebig zu vermehren und seinen ungezügelten Trieben zu folgen. Niemand möchte den Menschen das Kinderkriegen verbieten, aber jeder Einzelne muss verantwortlich handeln. Dieser Planet könnte alle Menschen ernähren, aber es ist bis heute nicht möglich, weil ein Teil der Menschheit seine Gewohnheiten nicht aufgeben will. Ein dominanter Fortpflanzungstrieb, der Freud für immer Recht gibt, würde diesen Planeten endgültig zugrunde richten. Es ist auch nicht die Sexualität, die Partner auf Dauer miteinander verbindet oder verbinden sollte, sondern das Vergnügen am Geist des anderen. Diese Verbindung über Sexualität ist nicht von Dauer und Monogamie nur möglich, wenn zwei Menschen füreinander eine Quelle der Inspiration werden und die Komplexität auf nichts für immer festlegt, so dass zu jeder Zeit Entwicklung möglich und das Einerlei der Routine nicht zum Maßstab des Miteinanders wird.

Eudaimonia über die optimale Entwicklung des Selbsts und seiner integrierten Fähigkeiten

Corona ist eine Warnung an uns alle, mehr für eine neues Paradigma von Gesundheit, die wir auch bewusster als ein Auftrag an den Einzelnen verstehen müssen und uns nicht einer Krankenkassenmentalität unterwerfen sollten. Wir haben es meistens in der Hand und wissen, was uns krank macht und was gesund. Dies gelingt heute nur im Zusammenhang mit der ganzen Welt, deren partielles Leiden auf uns zurückwirkt und unsere eigene Entwicklung bremst. Wir sind zu Höherem fähig, aber wir leben dies nicht und verharren auf einer Entwicklungsstufe, die man nur als bedenklich bezeichnen kann. Und wer die Liebe nicht vom Eros trennen kann, der verfällt einem schwerwiegenden und fehl geleitetem Irrtum. Die nicht entwickelte Emotionalität und die Betonung der Triebhaftigkeit des Menschen reduziert seine Höherentwicklung zu mehr Einsichten und zu mehr Empathie,  Die Sexualität zwischen Liebenden soll nicht eliminiert werden, aber sie darf keine Macht über den Evolutionsdruck in eine andere Richtung erhalten. Sexualität macht nicht empathisch und erst recht nicht klüger, sie kann schwere Schäden verursachen. Ehepartner sollten vor allem darauf achten, dass sie ihre Fähigkeiten ausbauen und kultivieren für die Erreichung der Eudaimonia. Die Bindungsforschung muss sich belehren lassen, was die vielen Scheidungsfälle dokumentieren. Das höhere Bewusstsein sucht nicht den Kick, sondern das Verstehen. Da wir uns alle auf unterschiedlichen Bewusstseinsstufen befinden, kann eine Verbundenheit nicht allgemein sein, weil die Prämissen dafür nicht erarbeitet wurden. Sie liegen nicht im Eros, sondern in der Verantwortung. Interessen sind Diversifikationsmerkmale und müssen ausgehalten werden, dienen nicht der Identifizierung mit allen möglichen Existenzen. Ein mystisches Wir ist eine Täuschung und verursacht nur Missverständnisse. Selbst der Entwicklungs- und Evolutionsdruck ist wirklich nicht bei allen angekommen.

 

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