Eine heilige Kuh

Wir leben in Zeiten der Hypersexualisierung und dem materialistischen Paradigma (Vorurteil) seit Freud, dass Sexualität per se gesund sei. Aber es gibt auch die Gegenthese, dass Sexualität und Aggressivitat näher beieinander liegen als Sexualität und Ausgeglichenheit. Schon in den Upanishaden (ca.750 v. Chr.) und in der Bhagavadgita wird der hohe heilsame Wert der Askese betont: „Wer über das Sâvitrafeuer mit einem dessen Kundigen sich unterredet, legt in ihn den Erfolg. Jenes, das dort brennt, gewährt ihm den Erfolg; Erfolg gewährt ihm Kasteiung; Kasteiung gewährt ihm Kraft; Kraft gewährt ihm Hauch“. Hier wird die Gewinnung von seelischer Energie thematisiert, die durch Sexualität extrem verschleudert wird. Für die Lösung von schwerwiegenden Problemen braucht man aber viel Bewusstsein (Hauch). Seelische Energie ermöglicht mehr Bewusstsein und mehr Geist. Wir wollen heute nicht den negativen Begriff der Kasteiung wählen, sondern den der Askese, der auf Einsicht beruht. Für die Überwindung von Krankheit bedarf es viel seelischer Energie, die durch Askese gewonnen werden kann. Sie gleicht aus, ermöglicht höhere Objektivität und Relativierung, auch eine Distanzierung von sich selbst: „Wer das kennt, was in der Höhle (des Herzens) verborgen ist, der löst den Knoten der Unwissenheit, mein Lieber.“ (Upanishaden) Aber ganz besonders intensiviert sie das Bewusstsein, durch das innere organische Vorgänge harmonisiert und kontrolliert werden. Diese hohe Energie informiert den gesamten Organismus positiv, man entwickelt leichter ein Flow. Im Fluss zu sein ermöglicht die Auflösung tief sitzender Blockaden, die den meisten Menschen aber gar nicht so unbewusst sind, wie immer behauptet wird. Jeder spürt sehr deutlich, wo die Energie ins Stocken geraten ist. Blockaden können überwunden werden, wenn sie ins Bewusstsein geholt werden. Hier kann man sie dann in Ruhe bearbeiten. Die Entwicklung eines höheren Bewusstseins generiert dann den Durchblick, der vom Leiden befreit.

Die hoffnungslose Überbewertung von Sexualität hat etwas Verdummendes. Sie ist das Resultat einer Propaganda, die gar nicht so viel Bewusstsein will. Sexualität ist Opium für das Volk. Man kann sogar so weit gehen zu sagen, dass Sexualität eine virtuelle Verschleierung ist. Viele Menschen halten sie für das höchste Glück – tatsächlich  handelt es sich um einen rein körperlichen Reiz-Reaktionsmechanismus ohne Nachhaltigkeit, ein Ersatz oft für die anhaltende Glückseligkeit eines spirituellen Bewusstseins, das man sich erarbeiten muss. Es geht hier nicht um eine Moralisierung, sondern um die Aufdeckung einer Massenmanipulation, die Menschen erheblich unter Druck setzt.  Sexualität kann  auch zwei Menschen nicht auf Dauer binden. Wer mental nicht übereinstimmt, der muss eben eines Tages erwachen. Hormone für eine zweifelhafte Bindung verantwortlich zu machen, ist einfach nur verblödend. Auch hier herrscht ein erschreckender Materialismus vor,  der die Macht des Geistes negiert. Man sollte nie den Körper entscheiden lassen, denn das führt garantiert nicht in die Glückseligkeit, die wir ja alle anstreben. Sie besteht in anhaltendem Glück, den Anderen in seinem einzigartigen Sosein annehmen zu können. Man kann nur bei einem anderen wirklich ankommen, wenn man sein Denken versteht und anerkennt, wenn er das eigene Lebensgefühl verstärkt und somit Geborgenheit entsteht. Ohne diese Synergie scheint es nicht zu gehen.

Der Trieb als solcher scheint an negative Erinnerungen anzukoppeln, da er ja selbst eine Mangelsituation ist, die Gedanken an Verluste und Entbehrungen reaktiviert.  Hier bleibt man Sklave seiner Einschränkungen und seines Leidens. Das ist auch der Grund, warum viele negativen Emotionen an den Trieb gekoppelt und nicht essentiell über die Triebbefriedigung überwindbar sind. Die Askese ist eine Befreiung aus solchen Kreisläufen des Leidens. Es ist aber so, als ob man eine heilige Kuh schlachtet, wenn man den Wert der Sexualität mindert. Materialismus und Sexualität sind eine Allianz eingegangen, die vielen nicht so bewusst ist und die wir hier gegen Max Weber erkennen müssen. Der Mensch wird hier schnell zu einer austauschbaren Ware und Opfer von Instrumentalisierungen oder Organisierungen. Sie ist nicht selten Ausdruck dunkler Leidenschaften, die nie das Licht der Erkenntnis erblicken. Sie ist etwas Bewusstloses und kann daher auch das Bewusstsein nicht befördern, auch keine tieferen Wahrheiten generieren. Hier ist sie ein Gegenspieler und muss deshalb mit großer Vorsicht betrachtet werden. Sexualität beeinträchtigt auch die Kreativität, für die man eben auch viel geistig-seelische Energie braucht.

Weise Menschen wie Mahatma Gandhi haben diese Zusammenhänge  in ihrer Autobiografie beschrieben in Kenntnis der alten spirituellen Schriften. Auch im Theravadabuddhismus und im Christentum gibt es solche Traditionen, nicht alle erklären aber den Zusammenhang und werden dann leider dogmatisch-moralisch. Das überzeugt natürlich nicht. Es gibt viele gute Gründe für ein freiwilliges Zölibat. Aber nicht jeder ist zu diesen Einsichten fähig. Wer dem Körperlichen anhängt, der versteht die Bedeutung asketischer Thesen nicht. Es bleibt bei einer Gefangenschaft im Unersättlichen, das den Reiz-Reaktionsmechanismus nicht durchbrechen kann. Wo das Körperliche dominiert, gerät der Mensch aus der Balance – auch eine Ursache  für viele Krankheiten neben  Verletzungsursachen. Und: Sexualität ist nicht mehr als eine Illusion von Glück, ein primitiver Entspannungsreflex. Askese bedeutet also  kein Opfer, sondern ist ein affirmatives Geheimnis auf dem Weg zur Weisheit und Gesundheit. Vermutlich steht sie in Verbindung mit Spontanheilungen, da Krankheiten aller Art mit enormen Energieverlusten verbunden sind.

Das Überholbare

In Ablehnung der vielen negativen Titel von  Büchern soll ein Ausweg aus dieser Sackgasse angedacht werden.  Keiner will hören, wo es nicht hingeht. Der Mensch braucht Perspektiven und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Dafür müssen die vielen schädlichen und dümmlichen Determinierungen aufgegeben werden. Wir wissen seit der Entdeckung der Epigenetik, dass wir nicht durch unsere Gene determiniert sind. Natürlich gibt es schwere genetische Defekte, aber auch die können heute schon therapiert werden (CRISPR/ CAS). Die meisten Krankheiten jedoch sind Umwelterkrankungen, also erworben. Wir sollten uns hier bewusst machen, wie schnell der Mensch aus dem Gleichgewicht geraten kann und ihn entsprechend (grundrechtlich) schützen. Diese Störung des Gleichgewichts reicht bis in die Ebene der Epigene, die die Gene steuern. Es muss also dringend ein Umdenken stattfinden, was die Behandlung von erworbenen Erkrankungen (dazu gehören vor  allem alle mentalen Krankheiten!) und deren  Prävention angeht. Der hohe Krankenstand in Deutschland ist höchst alarmierend.  Es scheint uns doch nicht so gut zu gehen, wie immer wieder betont wird. Wer auch die Schwächsten gängelt und unter Druck setzt, schwächt das Ganze. Dieses Bewusstsein hat sich bisher nicht durchgesetzt.

Evolution hält man seit Darwin für etwas Zufälliges, für etwas, worauf wir keinen Einfluss haben. Deshalb haben wir uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner – das Überleben- geeinigt, was Bruce Lipton und Steve Bhaermann in ihrem Buch Spontane Evolution. Unsere positive Zukunft und wie wir sie erreichen kritisieren. Sie schreiben: „Vielleicht besteht die nächste große Herausforderung an unser Vorstellungsvermögen darin, wie aus unserem derzeitigen Umgang miteinander eine neue Menschheitskultur auftauchen kann, in der die Menschen nicht nur überleben, sondern auf einer neuen Ebene der Komplexität kooperieren, wachsen und gedeihen.“(S. 220) Komplexität ist die Voraussetzung für Quantensprünge und Emergenzen. Diese Komplexität muss bewusst gemacht werden. Evolution ist also über ein entsprechendes Bewusstsein steuerbar. Dafür braucht man aber viele Einsichtige, die die Notwendigkeit von Entwicklung einsehen. Mit der Entdeckung der Epigenetik wurden auch die Gedanken Jean-Baptiste de Lamarcks wieder aktuell, der ja immer wieder lächerlich gemacht wurde. Es ist aber nicht auszuschließen, dass der Wille und geistige Kräfte Veränderungen bewirken können, die über die Epigene Einfluss auf die Gene nehmen und hier Mutationen bewirken, die vererbt werden können – gegen den reinen Materialismus Darwins. Wir können darüber entscheiden, welche Gene ein- und welche abgeschaltet werden und vielleicht auch darüber, welche weitergegeben werden.

Bewusstsein könnte also zu einer evolutionären Veränderung beitragen. Der Mensch besitzt sehr viel mehr Einflussmöglichkeiten, als er wahrhaben will. Das bedeutet aber auch mehr Verantwortung und Bewusstheit. Es geht hier nicht um Leistungsoptimierung, sondern um qualitative Entfaltungsmöglichkeiten im Einklang mit dem Planeten Erde. Eine kranke Erde und eine kranke negative Umwelt schädigen Menschen. Wie bringt man also mehr Gesundheit in die Systeme gegen zunehmende Konkurrenz und Leistungsdruck, den ja ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung auf den Rest ausübt. Da ist kein Raum für Spiritualität und Bewusstseinsentwicklung, die sich über die evolutive Schöpfung Gedanken machen könnte. Wenn wir diesen Bereich erfassen, wird uns der Auftrag bewusst und wir beginnen, uns zu verändern und begreifen den Zorn von Jesus Christus, dem Materiellen so viel Wert beizumessen. Vielleicht schaffen wir es, der Schöpfung gerechter zu werden.

Der etablierte Materialismus beherrscht auch das sogenannte Gesundheitssystem, das scheinbar völlig vergessen hat, was Heilung bedeutet und was Menschen wirklich brauchen, um zu gesunden. Iatrogene (durch ärztliche Einwirkungen entstanden) Folgen  sind die häufigsten Todesursachen noch vor Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs: http://www.lifeextension.com/magazine/2006/8/report_death/Page-01 ). Der Mensch ist keine Maschine, sondern ein Organismus aus Energie, die der Geist beeinflussen kann. Negative Gedanken und Erfahrungen schwächen den Organismus enorm und blockieren das gesamte Informations- und Immunsystem des Körpers. Die Psychoneuroimmunologie dokumentiert diese Zusammenhänge. Also hilft auch hier ein zunehmendes Bewusstsein, das sich von negativen Einflüssen distanzieren lernt. Das ist manchmal ein sehr anstrengender Prozess, da es ja immer wieder wenig achtsame Menschen und Systeme gibt, die sich die Folgen ihres Handelns eben nicht bewusst machen. Ein Land, das viele Kranke hervorbringt auch durch staatliche Maßnahmen, muss sich die Kritik gefallen lassen, dass es Opfer fahrlässig in Kauf nimmt als Kollateralschäden. Solche Verhältnisse auch noch europäisieren zu wollen, scheint ein doch recht fragwürdiges Ansinnen zu sein.

Der Mensch wird nur noch abgelenkt von sich selbst und den drängenden Problemen durch eine  Unterhaltungsindustrie (Lipton spricht von Massenablenkungswaffen), die die geistigen und emotionalen Kräfte des Menschen binden, anstatt sie dazu zu mobilisieren, sich für bessere Verhältnisse einzusetzen. Wir verkümmern, anstatt unsere geistigen Potenziale zu entfalten für bessere Arbeitsverhältnisse, ressourcenschonende Verhaltensweisen, bessere Wahrung der Grundrechte, sinnvolle Beschäftigungen, Förderung kreativer Leistungen und letztlich die Ermöglichung eines glücklichen Lebens. Die Teilhabe an sinnvoller Gestaltung muss für jeden zugänglich sein. Staatliche Institutionen müssen diese Wege unterstützen und nicht blockieren. Es geht nicht um ein Einordnen, sondern primär um ein Verändern, um eine Garantie dynamischer Entwicklungen, die unserem Gehirn entsprechen. Und wir wollen keine schmerzhaften Revolutionen, sondern mögliche Evolutionen durch Einsicht. Jeder Einzelne kann dazu beitragen. Wir können nicht jeden lieben, aber wo mal Liebe war, ist die Liebe nie ganz verloren. Sie ist ein guter Weg in die Heilung. Sie hat auch weniger mit Sexualität zu tun, als wir das heute wahrhaben wollen. Es lohnt, sich  in schweren Zeiten daran zu erinnern, welche Kraft sie hat, die Dinge zu verändern. Sie befähigt uns zum Mitgefühl. Von ihr geht die höchste Energie aus wie auch von einem klaren Bewusstsein, das wir durch die Meditation erreichen.

Bruce Lipton und Steve Bhaerman weisen in ihrem Buch Spontane Evolution. Unsere positive Zukunft und wie wir sie erreichen auf einen weiteren „dritten Transit über die Mittellinie zwischen dem materiellen und dem spirituellen Bereich“ hin. “ Wir können wählen, uns weiter an die uns vertraute Welt der duellierenden Dualitäten zu halten, in der religiöse Fundamentalisten und reduktionistische Wissenschaftler weiterhin die Öffentlichkeit zu polarisieren versuchen. Dieser Weg wird uns geradewegs zu dem Ziel führen, auf das wir jetzt schon zusteuern: unseren Untergang.“ (S. 281)

Ist das Politische transzendierbar?

Wenn eine selbsternannte Elite anfängt, Menschen existenziell zu schädigen, dann ist das Stadium der gesellschaftspolitischen Degeneration erreicht. Jede Reform, die sich gegen Menschen richtet, ist ein Rückschritt im Humanen und damit höchst bedenklich. Ein Fall aus meiner Praxis: Zwei Menschen begegnen sich im Studium. Die Frau wollte vorerst den brieflichen Kontakt (sie hatte eine gescheiterte Beziehung zu verkraften), die Auseinandersetzung auf einer geistigen Ebene, der Mann (Dozent) beendete hartherzig und abrupt den Briefkontakt auf Anraten seines Lehrers (Professor). Die Frau war noch nicht geschieden, war aber von ihrem Mann getrennt, was sie dem Dozenten auch mitteilte. Der Dozent misstraute ihr. Der Kontaktabbruch stürzte die Frau in eine tiefe und lähmende Krise. Aus finanziellen Gründen arbeitete sie in einem Verlag. Im Hintergrund ließ der Lehrer seine Beziehungen spielen und veranlasste den Promotionsausschuss, diese Frau existenziell schwer zu schädigen (Prüfungsdurchfall wegen Nichtanmeldung zur Prüfung bei Aufforderung des sofortigen Abschlusses und bei Verweigerung einer Rechtsbehelfsbelehrung, ohne vorher mit der Frau gesprochen zu haben). Die unter Schock stehende Frau verlor später wegen dieser Überlastung im Studium (Depression) nachfolgend  ihren Besitz, der auch noch hoch versichert war, und ihre Wohnung. Die Versicherung zahlte nicht. Wer seinen Besitz (Bücher, Aufzeichnungen, Zeichnungen etc.) verliert, verliert auch die Identität und den Schutz vor einer doch sehr profanen Welt. Man kann verstehen, dass sich hier viele Menschen das Leben nehmen. Es geht hier  nicht um die Materialität der Dinge, sondern um ihren ideellen Wert.

Die Frau wurde in der Folge aus genannten Gründen krank, verlor auch ihren Job, vor allem aber ihre Kreativität, die sie sich über außerinstitutionelle Bildung angeeignet hatte.  Beide hatten der Frau das Leben ruiniert, waren auch bemüht, der Frau zu versichern, wie bedeutungslos sie sei – und wie bedeutend sie selbst im Gegensatz dazu seien… Männlicher Chauvinismus und Frauendiskriminierung liegen ja eng beieinander. Dennoch sind solche Vorkommnisse doch erschreckend, ernüchternd und alarmierend. Frauen werden heute noch in gewissen Kreisen als Hexen denunziert und informell „verbrannt“.  Die Scheiterhaufen der Moderne sind nicht weniger wirksam als die des Mittelalters. Wenn eine Frau ahnungslos und gutgläubig ist, kann es sie sehr schwer treffen. Psychologischer Kriegsführung bei Anwendung von struktureller Gewalt sind Frauen selten gewachsen. Das wissen solche Männer nur allzu gut. Man möchte meinen, dass Bildung vor solchen Untaten schützt oder zumindest eine allgemeine Achtung vor dem Menschen und seinem Leben, das für niemanden zur Disposition steht. Es gilt besonders für Frauen, zu ihren individuellen Lebenswegen zu stehen und sich selbstbewusst gegen diesen narzisstischen Männerwahn zu wehren.

Der Dozent wurde später Professor an einer christlichen Institution. Nach etlichen Jahren veröffentlichte dieser Professor ein Buch, in dem er sich nicht etwa entschuldigte oder Einsicht in das Verursachte im Sinne einer Kultur der Fehlerkorrektur zeigte, nein, er beschuldigte die Frau weiter, diskriminierte sie wegen ihrer Krankheit auch noch auf das Schwerste (alles Unterstellungen, die nicht der Wahrheit entsprachen). Eine veröffentlichte Diskriminierung ist für einen kranken Menschen eine weitere schwere Verletzung. Die Frau konnte sich wegen ihrer Krankheit nicht orientieren und bat den Dozenten auch noch mehrfach um Hilfe, nicht realisierend, dass die beiden Genannten die Täter und keine Helfer in Not sind. Für eine rechtzeitige rechtliche Bearbeitung der Vorgänge fehlte ihr die Kraft, auch die Wehrhaftigkeit. Sie suchte in ihrer Fassungslosigkeit nach Antworten. Der Dozent bezeichnete ihr Ansinnen als lästige Störung; seine negativen Unterstellungen, die er ja auch noch veröffentlicht hatte,  sollten diese Haltung zementieren. Verletzungen, Beleidigungen, Denunziationen  und letztlich Sabotage als Formen der Gewalt einer Frau gegenüber, die sich in einer schwierigen Lage befand, machen fassungslos. Nun, da hilft wohl kein Beten mehr gegen ein Schmoren der Schuldigen in der Hölle. Beide verstehen sich aber als fromme Christen und gaben sich alle Mühe, der Frau nur Schlechtes und Schlimmstes nachzusagen, um ihre Taten zu rechtfertigen. Primitiv und extrem rücksichtslos, aber leider wahr. Die Frau hatte sich trotz aller Schwierigkeiten auf ein gewisses kulturelles Niveau in dieser doch akademischen Sphäre verlassen, das normalerweise  ein tieferes Verstehen ermöglicht – das ist ja auch der Sinn von Kultur. Leider war das ein folgenschwerer Irrtum.

So funktioniert das wohl in gewissen Kreisen. Beide hatten keine Ahnung, wer die Frau ist, was sie macht, was sie denkt, worum es ihr geht, womit sie zu kämpfen hatte. Sie stellten ihr nicht einmal eine Frage, bevor sie sie schädigten bzw. schädigen ließen. Und  es war ihnen bewusst, dass es eine Schädigung sein würde. Die Frau selbst hatte niemanden geschädigt, versuchte, auf alle Rücksicht zu nehmen und verlor beinahe ganz ihr Leben. Sie brauchte viele Jahre, um halbwegs zu gesunden – ohne jede Hilfe auch von ärztlicher Seite – hier aus Inkompetenz.  Jeder Dialog wurde beharrlich verweigert, man kaprizierte sich auf indirekte Mitteilungen, die wieder nur negative, verletzende  Informationen enthielten. Diese Gefühllosigkeit hat etwas Erschreckendes, ist Ausdruck auch eines männlich pervertierten Leistungsdenkens, das über Leichen geht. Man wähnt sich aber auf der richtigen Seite gegen einen vermeintlichen Verfall der Sitten. Sie verstehen sich weiterhin als Hüter der Moral und als Bewahrer eines allerdings erstarrten politischen Systems, das sich gegen jede Veränderung hoch gerüstet hat. Als Frau sollte man in diesem System gleichberechtigt sein, ohne sich den männlichen Paradigmen unterwerfen zu müssen. Darin liegt die Kunst.

Wir bemerken, dass solches Verhalten Aggression und irgendwie auch Hass bedeutet. Hass allein schädigt Menschen.  Hintergrund hier: Die beiden homosexuell Liierten (davon führte einer eine sogenannte gute katholische Ehe) fühlten sich durch die Einsichten dieser Frau (die wurden durch einen weiteren Professor bestätigt) ertappt und empfanden die Schädigungen der Frau auch deswegen als angemessen (eine Form der Genugtuung).  Sie hatten kein Interesse daran, dass sie sich erholte.  Der Frau war die Beziehung der beiden zueinander ziemlich gleichgültig, sie versteht nur nicht den moralischen Impetus, den beide an den Tag legten. Sie versteht nicht die Denunziationen, die von Menschen ausgehen, die sich selbst nicht an Regeln halten und dies bei anderen glauben bemängeln zu dürfen im Hinblick auf eine Scheidung, so dass sie Schädigungen als das Mittel der Wahl einsetzten. Der gesunde Weg wäre der einer hochentwickelten Toleranz sowie eines erweiterten Verständnisses anderen gegenüber gewesen. Für sich postulieren sie aber tatsächlich die Ausnahme, die sie anderen nicht zugestehen.  Das ist Herrschaftsmoral.

Wer möchte in so einer verdrehten Welt leben?   Irrsinnige Verhältnisse, die man gut durchschauen muss, um sie zu überwinden, lähmen den Fortschritt und sind für viele Erkrankungen verantwortlich.  Und vergeben kann man nur dem Einsichtigen, nicht dem Dauerschädiger, der jede Schuld von sich weisen will. In seinem Buch kritisierte der Professor auch, die Frau habe eine Narbe (für die sie wirklich nichts kann) über dem rechten Auge, was wohl auch Ausdruck einer inneren Asymmetrie sei – er meinte wohl, das sei ein  Zeichen einer inneren Disharmonie-, geschrieben von einem selbst adipösen (das hat der selbst zu verantworten) und doch gebildeten Menschen, dessen Äußeres allerdings eventuell auf ein wenig harmonisches Inneres schließen ließe: Gier, Begierde, Maßlosigkeit, Unbeherrschtheit, Aggressivität, Neid, Selbstverherrlichung treiben hier oft ihr Unwesen (natürlich nicht immer!). Das ist fies, aber nicht so gehässig wie die vorausgehende Anmaßung, die sich auf eine Operation bezieht.

Die Frau litt unter Ängsten, die beide in ihr ausgelöst haben. Sie hatte das Vertrauen in das Leben durch diese negativen Erfahrungen verloren. Die Begegnung mit diesen Menschen war traumatisch. Aber das lässt sich nicht rückgängig machen. Es kostet viel Kraft, die Energie zu entwickeln, diese Erfahrungen zu neutralisieren und bei Bewusstsein zu bleiben gegen diese Formen  struktureller und informeller Gewalt, die sie ertragen musste. Negative Informationen allein schon können die Gesundheit ruinieren. Als Frau spürt man deutlich, dass solche Männer für das Elend in der Welt verantwortlich sind. Das lässt sich nicht einfach transzendieren, das hat eine verdammt lange Tradition. Frauen dürfen hier nicht spirituell ausweichen oder unpolitisch werden. Es ist Zeit für einen selbstbewussten humanistischen und ökologischen Feminismus, für eine Wandlung dieser männerdominierten gewalttätigen Konkurrenzwelt in eine weibliche und fürsorgliche für ein qualitatives Wachstum und Gesundheit in Entfaltung ohne Ausbeutung.

Viele Menschen sind in der Folge durch universitäre „Reformen“(Säuberung der Universität  – man kennt ja solches Ansinnen…) geschädigt worden in ihrer Identität,   in ihrer Existenz und damit in ihrer Gesundheit. Eine „Gerechtigkeitslücke“ wollte man füllen – perverserweise durch einen Akt der Gewalt. Diese Verdummungsrhetorik hat Methode, denn Gerechtigkeit ist in erster Linie ein Gefühl und kein wissenschaftlicher Begriff. Gerechtigkeit setzt Kommunikation und Konsens voraus. All die Querdenker, Neudenker, Autodidakten, Kreativen, Künstler, Skeptiker, Zweifler, Universalisten, Holisten, tiefer Denkende, Kritiker sowie Verzweifelte, Kranke und gesundheitlich Eingeschränkte hat die Ultrakonservative als faul diffamiert und rausgeworfen.  In dieser Welt der Eindimensionalen gibt es nur Angepasste, der Rest wird verurteilt. Hier zählt nur die Reproduktionsleistung. Diese Gleichschaltung gipfelte dann in Bologna. Derartige Reformen wiederum führten zu einer Verarmung der Arbeitswelt.  Unternehmen üben wieder sehr viel Druck auf die Arbeitnehmer aus, anstatt die Arbeitswelt den Bedürfnissen der Menschen anzupassen. Eine Arbeitswelt, die Entfaltung ermöglicht, ist schließlich keine Utopie. Der alte Wagen soll aber weiter rollen, auch wenn die Wege ganz offensichtlich in die Sackgasse und zu einer Beschädigung der Volksgesundheit führen. Diejenigen, die herausführen könnten, hat man abgehängt und ist auch noch sehr stolz darauf. Das heilsame Ganze funktioniert aber nur in der Vielfalt der Kräfte. Entwicklung ist ein komplexer Prozess aus vielen Komponenten, die alle einen Sinn machen. Für diese Einsichten braucht man allerdings tiefer und umfassender denkende Menschen. Die hat man aber sozialdarwinistisch an den Rand des Abgrunds gedrängt.

Sabotage, Zwang und Repression  also statt Redefreiheit, Kommunikation und Kooperation? Julian Assange meint, dass die Unterdrückung von Kommunikation den Ausdruck dessen behindert zu sagen, was uns wirklich wichtig ist. So verlieren wir nur den Kontakt zu uns selbst und auch zu unseren Mitmenschen. Die Wirklichkeit entzieht sich und wird mit allerlei Blödsinn und Unzutreffendem  gefüllt. Der freie Fluss von Informationen ist deswegen so wichtig, weil wir nur so handlungsfähig bleiben. In diesem Sinne müssen wir bessere Demokraten werden, anstatt am Wert der Demokratie zu zweifeln und auch noch für eine Epistokratie zu werben. Was sich in diesem Sinn als wissend geriert, ist nämlich leider wieder nur eine Version männlichen Machtstrebens. Als Frau kann man nicht begreifen, wie es zu völlig unnötigen und  derart destruktiven Verhaltensweisen von Männern kommen kann, wo es doch konstruktive und affirmative Möglichkeiten gegeben hätte.  Es ist nur ein weiteres dunkles Kapitel der Einisicht in die doch  kriegerische Natur des Mannes – wohl ein Atavismus.

Vipassana-Meditation

Zutreffende Wahrnehmungen fördern den Erfolg, unzutreffende können das eigene Leben gefährden. Deshalb ist es so wichtig zu meditieren. Wir erkennen die eigenen festgefahrenen Gedanken und hemmenden Prämissen und entwickeln eine klare Intuition für das, was wirklich wichtig ist gegen jede Art von Manipulation und Propaganda. Es ist der Weg in die Freiheit. Genau zu erkennen, worauf es wirklich ankommt im Leben, ermöglicht eine Abgrenzung von Unerträglichem und durchschaubaren Interessen, die dem entgegenwirken wollen. Wo der Mensch unterdrückt wird, da wird er in seinem Menschsein nicht anerkannt. Er wurde instrumentalisiert und muss sich nun fügen. Wurde seine eigene Entwicklung nicht befördert, wird er in der Rente als erstes krank. Angesichts der hohen Erkrankungsrate in einem vermeintlichen Wohlstandsland sollten wir uns fragen, woran das liegen könnte. Niemand muss im Alter pflegebedürftig werden – es sei denn, er hat sein ganzes Leben gegen sich selbst gelebt und hatte keine Chance, auf sich selbst und seine Gesundheit zu achten.

Die Gesellschaft hat sich zum Negativen entwickelt und die vielen Kranken in diesem Land bezeugen diesen Rückschritt.  Ein Gesundheitssystem, das nur Symptome bekämpft, ist Ausdruck einer menschenfeindlichen Politik. Der Mensch ist aus dem Fokus geraten. Und hier muss man an vielen Stellen mit einer Therapie beginnen, die oft gar nicht so kostspielig ist, aber eben auch nur von Universalisten umgesetzt werden kann. Die gibt es wegen zunehmend verblödender Spezialisierung immer seltener. Damit schwinden auch die Möglichkeiten auf Heilung. Wir können auch nicht gesunden, wenn wir die Grundlagen unseres Lebens derart zerstören, wie wir das schon lange tun. Angefangen von einer brutalen Massentierhaltung über die gefährliche Verschmutzung der Atmossphäre. Aber wir machen weiter wie bisher und Warner werden immer wieder als Spinner verunglimpft. Der Meditierende weiß um diese Zusammenhänge und wird vorsichtig in Bezug auf eine lähmende Politik, die immer denselben Kurs fährt und immer mehr Zwänge und Gewalt einsetzt, um diesen Kurs zu zementieren. Die Alternativen werden schlichtweg ausgesetzt.

Ein Buddhismus-Student meinte, dass durch die Vipassana-Meditation die Unzulänglichkeiten ans Licht kämen und das beinhalte ein (politisch nicht gewolltes) Veränderungspotenzial. Dafür müssen wir erkennen, was ist, um es besser zu machen gegen politisches Geschwafel. Die Scheinliberalität ist hier erschreckend. Auch Frauen haben die Emanzipation falsch verstanden, denn sie verhalten sich wie Männer und glauben, sie hätten damit viel erreicht. Eine fürsorgliche Haltung stünde aber uns allen besser auch in Bezug auf den  Organismus Erde. Hier haben alle versagt und so werden noch viele krank werden, weil ohne Liebe, Rücksicht und Zuwendung nun einmal nichts geht. Auch giftige Beziehungen hemmen die Kreativität. Und auf die Kreativität der Menschen kommt es an und nicht auf die Anpassung an das Bestehende. Diese Erstarrung im Konservativen ruiniert auch unser Inneres. Der innere Raum wird beschädigt und beschädigt dann andere – relativ gewissenlos. Die Meditation führt aus solchen virulenten Kreisläufen heraus. Ich weiß, wer ich bin und befreie meinen inneren verletzten Raum aus den Verhängnissen, aus den schlechten Erfahrungen mit Menschen, die nichts wirklich durchdacht haben, sondern zu Handlangern der (vermeintlichen) Macht wurden. Durch die Meditation entziehen wir uns diesen negativen Kräften und erwachen zum wahren Leben in Verbindung. So werden wir fähig, wirklich zu sehen, was wir anrichten, denn die Kosten müssen alle tragen.

Eine Hoffnung

Es gibt diese langsamen Tage, in denen man nichts erklären, nichts richtig-stellen will gegen die vielen Missverständnisse, Vorurteile und gegen das Nichtwissen. Man hat diese Anstrengungen manchmal satt. Auf Verleumdung erfolgt Verleumdung und kein Ende in Sicht. Wie sollte es auch: Es fehlt an Einsicht, an dem Einverständnis, dass wir alle eine humanere Welt wollen und keine grausame, brutale, rücksichts- und verständnislose.  Aber der Arbeitslose wird beschimpft, er wolle nicht arbeiten, der Kranke wird diskriminiert, er sei an seiner Krankheit selber schuld, flüchtende Familien werden als Eindringlinge beschimpft. Haben wir das nötig, so zu denken? Wir sollten nicht so tun, als wäre bei uns alles in Ordnung, nur weil es besser ist als an anderen düsteren Orten, an denen eben auch keiner bleiben will.

Es gibt viel Hass in der Bevölkerung und sehr viel Verachtung. Dem wird heutzutage ohne Scham Ausdruck verliehen. Dieser Umgangston ist unerträglich, er vergiftet die Seelen und lässt uns abstumpfen. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass wir andere Menschen beliebig verletzen könnten. Es ist etwas verloren gegangen und dafür mag es viele Ursachen geben. Aber das ist keine Entschuldigung für derart Herabwürdigendes. Die Solidarität schwindet. Verständnis wurde abgeschafft und durch Diffamierung ersetzt. Schon wer ein gesundheitliches Problem hat, wird ausgegrenzt und zusätzlich angefeindet. Was nur ist aus uns geworden? Die Kirchen kämpfen nicht mehr für den Zusammenhalt, sondern geben sich ihren eigenen Kriegen hin, verlieren sich im Unwichtigen und pochen auf moralische Hoheit.

Ja, wir werden immer roher und  merken nicht, wie sehr das allen schadet. Der Geist von Woodstock ist verweht. Damals wollten wir so viel bewegen und sind nun im 21. Jahrhundert in einer gnadenlosen Konkurrenzgesellschaft gelandet, die nach allen Seiten hin tritt.  Nie hätte man gedacht, dass so viele mitmachen und die Gewalt siegen würde. Die Bedrohung kommt nicht von außen, sie kommt von denen, die die Menschlichkeit verraten und sich dafür auch noch rühmen. Wie konnte das geschehen?  Die Konkurrenz zerstört die Kultur. Wer kann, der rette sich von Zeit zu Zeit in den Elfenbeinturm mit ein paar guten Büchern und Musik. Von dort aus spüren wir dann noch manchmal die alten Hoffnungen: love, peace and understanding.

Korruption

Möglicherweise weichen wir aus, wenn wir Farbe bekennen sollten. Wir haben uns eingerichtet in der Komfortzone der Korruption. Eigentlich ging es uns mal um das Denken, sicher auch um die Wahrheit zumindest als Ausdruck des Authentischen. Wir wollten nie zu denen gehören, die nur nachplappern, was andere vorschreiben. Wir wollten selber denken und denen auf den Zahn fühlen, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, anderen das Leben zu erschweren. Es gibt sie diese hinterhältigen Sadisten, die ihre Werte verraten haben, um gut zu leben. Es war mal Programm, sich nichts vormachen zu lassen, alles auf den Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen und vor allem skeptisch zu bleiben in Bezug auf Politik und dubiose Interessen.

Viele sehen sich nun Parteiprogramme herunterbeten, haben ihr Denken verbeamtet: Ich denke immer dasselbe, also bin ich sicher. Sie haben jede Sensibilität verloren, merken nicht wie sie zu Gehilfen von Interessengruppen mutieren und sich gegen die Menschlichkeit richten. Sie sind wirklich keine Menschenrechtler geworden, sondern ungerechte Wichtigtuer, die unbedingt auf der richtigen Seite stehen wollen. Eigentlich sind sie alt und langweilig, aber leider auch in ihrem Mitläufertum gefährlich und entsetzlich enttäuschend. Sie wollen uns nicht den Schutz der Vielfalt garantieren, sondern die selige Einfalt des Immergleichen. Sie haben sich geduckt und erwarten das nun von jedem. Kein Aufschrei der Empörung kommt mehr über ihre Lippen. Sie lassen die Dinge geschehen und suchen auch noch gute Argumente für ihre Verweigerungen. Ja, man hätte Ihre Hilfe gebraucht, die hätte nichts gekostet außer eben Zivilcourage. Es gibt eine Rationalität der kleingeistigen Mutlosigkeit. Wir sind zu schwach, wirklich mit ganzem Herzen Denkende zu sein. Deshalb werden faule Kompromisse eingegangen, die nichts ändern, die Sache eigentlich nur verschlimmern. Jetzt werden fragwürdig gewordene reaktionäre  Werte gepredigt gegen Menschen, gegen die Freiheit, gegen das Glück, gegen die Entfaltung und damit gegen das Denken.

Es kommt nicht mehr zu Interferenzen zwischen einem Gesetzten und einem, der gezwungen ist, die Ungerechtigkeiten und Unzulänglichkeiten zu durchschauen, damit er überlebt. Er kämpft um sein Dasein, während der Andere immer merkwürdigere Bekannte um sich herum ansammelt, die ihn in seiner Blindheit bestätigen. Er hatte einmal Augen zu sehen, was wirklich zählt. Jetzt kriecht er denen hinterher, die sich eingerichtet haben im Verschleiern von Tatsachen in der Hoffnung, dass das keiner merkt. Wir sind ein armes Volk von Dummköpfen geworden und nehmen so vielen Menschen die Chance auf Heilung von falschen Behandlungen, falschen Einschätzungen, falschen Ratschlägen und falschen Leben. Wir lassen die Konkurrenz hoch leben und vergessen die Kooperation, wo sie denn noch möglich ist. Die Kritik wird verteufelt. Sie aber will die Bewegung, die Entwicklung, die Besserung. Ohne sie dümpelt alles im Halbschlaf dahin. Ein betagter Mann wie Stéphane Hessel hatte zur Empörung aufgerufen, aber wir werden angehalten, froh zu sein über fließendes Wasser, ausreichende Nahrungsmittel und einem Dach über dem Kopf. In der Bildung hält der Geldadel Einzug, nicht aber die Geisteselite. Die zieht sich mehr und mehr aus dem akademischen Betrieb zurück. Wir finanzieren aufwendige Forschungen, um sie dann nicht in humanere Innovationen umzusetzen. So werden wir schon lange betrogen und viele müssen das mit ihrem Leben bezahlen.

Wir träumen aber weiterhin von Helden, die uns retten werden. Wann werden wir begreifen, dass wir diese Helden selbst sein müssen, damit wir uns morgen noch im Spiegel ansehen können. Die geistigen Schrebergärten nehmen überhand. Aus solchen Sackgassen soll der Mensch den Menschen befreien. Das wäre eine christliche Botschaft und ein Erwachen im westlichen Sinne. Wir führen keine informellen Kriege mehr, sondern reichen uns die Hand, um wieder ganz authentisch zu werden wie damals, als wir noch Flügel hatten und uns nichts aufhalten konnte, diese Welt zu einer besseren zu machen. In dieser Haltung leben wir die Idee von Jesus Christus weiter, hierin ist er unsterblich mit uns verbunden. Erinnern wir uns an diesen hohen Wert, bevor wir uns weiter hinter Wertlosem verschanzen und auf dem bestehen, was ins Unglück führt.

Ratlos stehen wir vor den Trümmern unserer Hoffnungslosigkeit. Wir haben alles getan, um den Traum zu zerstören und glauben, das sei Vernunft. Die Stimme der Nächstenliebe sagt nichts mehr. Sie ist zur hohlen Phrase geworden. Die Nächstenliebe handelt und spricht und verurteilt nicht, was sie gar nicht beurteilen kann. Sie redet nicht so viel von Gerechtigkeit, wo keine ist. Sie findet ihren eigenen inneren Weg zum anderen und lässt sich nicht beirren von fehlendem Menschenvertrauen. Vernunft ist der Mut, sich einzulassen, ohne seine Werte zu verraten. Niemand hat das erwartet und alles Erdenkliche wurde getan, damit es gut ausgeht und klare Verhältnisse herrschen. Der eine hat Ersatz gefunden, der Andere weiß, dass niemand durch einen anderen ersetzt werden kann. Nein, das ist nicht das Denken, das man im Sinn hatte und womit ein ganzes Lebensgefühl verbunden war. Die Briefe ach so vieler geistreicher Korrespondenzen, die Literatur, die vielen freien Denker, die sich keinen Zwang angetan haben – sie alle wollen wir um Rat fragen, wiederentdecken, damit sie uns helfen gegen den zunehmenden Irrsinn des ganz realen Lebens.

Mit Quantenenergie in die Heilung

Krankheiten entstehen dann, wenn es zu einem eklatanten Energieverlust kommt meistens durch Verletzungen. Das weiß man im buddhistischen Denken schon lange und mahnt zur Achtsamkeit, weil wir verbunden sind. Auch die Quantentheorie macht auf die komplexe Struktur von Zusammenhängen aufmerksam und erweitert das lineare Verständnis, das oft die Realität nicht angemessen erfassen kann. Wir können und sollten uns bemühen, uns diese Komplexität bewusst zu machen, damit wir unser Leben und unsere Krankheiten besser verstehen.

Geist ist Energie, die auf Materie einwirkt. Vor allem die Energie der Selbstreflexion ist von Bedeutung, da sie Konditionierungen im Unbewussten auflösen kann und so zu mehr Freiheit kommt gegen determinierende Mechanismen. Es kommt aber auch hier auf einen ganzheitlichen Ansatz an, der in Richtung Harmonisierung strebt. Wir wollen das Verletzende nicht ignorieren, aber wir sollten es in einem synthetisierenden Akt neutralisieren können. Glück hat der, der sich mit den Widersachern einigen kann, einen Konsens findet, ernst genommen wird in seinem Leid. Wer ignoriert  wird, hat es sehr schwer.

Alles befindet sich in einem ständigen Austausch von Informationen. Wir brauchen diese Kommunikation, denn selbst unser Organismus besteht aus einem lebensnotwendigen Informationsfluss. Über die wichtigen Dinge im Leben müssen wir uns verständigen, austauschen, sonst gerät etwas ins Stocken, wird zu einem Dauerproblem, das Folgen nach sich zieht. Ein plötzlicher Kontaktabbruch ist Gewalt, der großen Schaden verursachen kann, wenn man keine Gründe angibt (rechtzeitig). Denken bedeutet, Gründe zu suchen und mitzuteilen. Darin besteht unser vernünftiges Leben. Wir sind es dem Anderen schuldig, Gründe anzugeben, damit er sich orientieren kann und nicht einen Schaden davonträgt. Manchmal verirren wir uns, erwarten etwas, was nicht realisiert werden kann. Gerade hier muss man eine klare Sprache sprechen, denn alles Nichtgegenseitige und Unausgesprochene  ist eine Belastung, die nicht sein muss.

Viele Tragödien könnten vermieden werden, wenn man verständlich macht, was geht oder was nicht geht. Argumente sind oft eine Erlösung von Illusionen und Fehleinschätzungen. Klarheit eröffnet Alternativen. Wir haben die Pflicht, aus diesem Leben das Beste zu machen, es zu gestalten, auch wenn es schwierig wird. Wir haben nirgendwo das Recht, Sackgassen zu produzieren – für niemanden. Wir müssen uns der Verantwortung bewusst werden, dass wir  eine Gemeinschaft bilden, die sich weiterentwickeln will. Wenn wir kollidieren, müssen wir uns achtsam auch wieder entlassen nach direkter Zuwendung als Ausdruck der Achtung vor der Würde des  Individuums. Wir können auch von unseren Ängsten sprechen und von dem. was wir nicht integrieren können oder wollen. Wahrheit befreit und setzt die Energie für das Veränderbare frei.

Menschen, die glauben, die Dinge würden sich von selbst auflösen, begreifen nicht, wie konfrontativ und aggressiv sie oft bleiben. Sie haben ein seltsames Interesse daran, Verletzungen virulent zu halten. Sie finden keinen versöhnlichen Ton, wollen aber, dass man ihnen verzeiht. Das ist extrem widersprüchlich und erlaubt keine Ablösung, um die sie angeblich so bemüht sind. Eine Verletzung kann nicht durch eine Verletzung geheilt oder neutralisiert werden. Wer sich von etwas befreien will, geht auf den Anderen ein und löst so die Verstrickung auf. Er muss sich als Akteur dieses Verhängnisses begreifen und kann den Verletzten nicht zwingen, dieses Problem mit anderen zu bewältigen, die weder die Kompetenz noch die Einsichten haben. Auch das ist wieder eine Verletzung im Sinne der  Verleugnung von Relevanz.

Wir können Werte nicht benutzen, um uns gegenseitig zu schädigen, sondern wir sollten alles tun, damit unterschiedliche Werthaltungen (oft ist das aber gar nicht der Fall) verständlich werden. Ich achte den Anderen, indem ich ihm die eigenen Präferenzen erkläre und ihn nicht schlecht mache, damit ich einen Grund habe, ihm nicht erklären zu müssen, wie sich die Dinge verhalten. Viele Probleme ließen sich auflösen, wenn ich mich in den Anderen hineinversetze und ihn befreie aus seinem Verletzungsgefängnis. Wir brauchen diese Harmonie dringender, als uns das bewusst ist. Es gibt keine Furcht vor der Wahrheit, sondern eine Furcht vor der Ver- und Missachtung.

Sehr viele Krankheiten wären vermeidbar, wenn wir uns bewusst machen würden, dass keiner wie Luft behandelt oder vollständig diskreditiert werden möchte, weil etwas Bestimmtes nicht realisierbar war. Das ist ein Zeichen für Nichtbewältigung, für Nichtheilung, für Nichtüberwindung. Und das bereitet Sorge, Ängste und ist Belastung. Wir können nicht mehr zu dem anfänglichen Positiven stehen und verleugnen so einen Teil von uns selbst. So fügen wir uns auch selbst einen Schaden zu. Es hat etwas Verbindendes gegeben, das uns befähigen sollte, uns zu verstehen. Das wäre ein heilender Ansatzpunkt.

Es ist nicht klug, sich in die Konfrontation zu treiben, sondern sich an den wahren harmonischen Augenblick zu erinnern, der so hoffnungsvoll eine Seelenverwandtschaft angedeutet hatte, wenn da nicht diese störenden und nebensächlichen Beurteilungen wären, die das Leben so erschweren. Eine starke Verbindung hätte sich darüber hinweggesetzt. Aber Oberflächlichkeiten und Äußerlichkeiten haben sich in den Vordergrund gedrängt: ein schmerzhaftes Erkennen. Trennendes soll nicht ignoriert werden, aber wir polarisieren oft übermäßig und treiben uns in Standpunkte hinein, die dann unversöhnlich konträr erscheinen. Insgeheim lieben wir das Verbindende und treten zu uns selbst in den Widerspruch. Daraus kann niemals Heilung werden. Erinnern wir uns also daran, dass wir als Wohlwollende dem Anderen das Beste wünschen und lernen wir, uns wieder wertzuschätzen. Wir können nur gewinnen.

https://psych-k.com

Von Büchern und Menschen

Die meisten Menschen schreiben Bücher, weil sie der Welt etwas Positives mitteilen wollen. Andere hingegen schreiben Bücher, weil sie andere Menschen denunzieren, demütigen, diffamieren und verletzen wollen -eine Art Bücher-Stalking mit verheerender Wirkung. Überzeugt von der eigenen Heiligkeit, sehen sie das Übel im Anderen und behandeln ihre miesen Unterstellungen wie Tatsachen. Der Mensch ist schlecht – ausgenommen derjenige, der dies feststellt. Misanthropie ist eine Krankheit, eine Art Zerstörungswut und vehemente Aggression. Dass solche Menschen zu struktureller und informeller Gewalt greifen, die sie entsprechend ihrer eigenen Veranlagung dann auch auf andere projizieren, verwundert niemanden.

Äußert man Kritik an solchen Versuchen der Unterminierung und Einschüchterung, führt das nicht in den demokratischen Diskurs, sondern zu weiteren Diffamierungen und Diskriminierungen. Damit will man den Kritisierenden mundtot machen, in die Ohnmacht treiben, ihm den Boden unter den Füßen wegziehen, ja ihn wieder nur schädigen bzw. krank machen. Dies gelingt nur, wenn der Betroffene diese Machenschaften nicht genügend durchschaut. Wird ihm bewusst, mit welchen Mitteln in manchen Kreisen gearbeitet wird, sollte er sich an die Öffentlichkeit wenden, denn im 21. Jahrhundert duldet man keine mafiösen Intentionen. Die werden immer dort eingesetzt, wo die Macht einer Gruppe von Menschen schwindet oder sich aufbläht, ihre Autorität infrage gestellt wird oder zementiert werden soll. Jede Institution muss sich heute aber bewähren. Mittel der Unterdrückung fliegen ziemlich schnell auf und schaden dem Image.

In diesen Milieus herrscht eine rigide Leistungsbesessenheit, die zu offenkundiger und verantwortungsloser Gedankenlosigkeit führt. Entlarvt man diesen Zusammenhang, kann man sich des Angriffs gewiss sein. Und hier schrecken diese Vertreter vor nichts zurück. Das geht bis zum Rufmord (s.o.) selbst in akademischen Kreisen, die ihren Einfluss schwinden sehen und sich vehement gegen neuere Forschungen einsetzen. Sie sind die Mitinitiatoren von repressiven Maßnahmen gegen Menschen im vollen Bewusstsein, dass andere dadurch geschädigt werden. Das ist sogar die Absicht. Eigentlich ist das Sozialdarwinismus, der hinter einigen „Reformen“ lauert. Der Öffentlichkeit soll dahingehend versichert werden, dass der sündige und natürlich faule Mensch eben unterdrückt werden muss. Da will man keine Zusammenhänge soziologisch und psychologisch verstehen und verbessern, da greift man zu den Mitteln der Macht, der Repression, der Aggression.  Das ist autokratisch primitiv und hebelt die Demokratie aus. Damit haben aber solche Menschenschinder nicht das geringste Problem. Sie feiern dann zu ihrer eigenen Selbstvergewisserung tridentinische Messen, anstatt sich zu entschuldigen oder ihre Bücher zu berichtigen. Sie heucheln öffentlich von der Gottebenbildlichkeit des Menschen und empfinden in Wahrheit nichts anderes als Hass und Verachtung für das, was sie sich nicht erklären können – gerade auch wenn es um Erkenntnisse anderer geht, die man lieber geheim halten wollte. Ganz allgemein kämpft das System der Reproduktion gegen das kreative. Reproduktion führt in die Dogmatik, die dann oft Tatsachen verschleiert gegen die erneuernde und aufdeckende Dynamik des Kreativen. Eigentlich müsste das kein Kampf sein, wenn man reproduzierende Systeme öffnet und nicht die Fehlerkorrektur verhindert. Verweigerte Differenzierungs-leistungen blockieren den Fortschritt.

Menschen möchten Bücher lesen, die sie persönlich weiterbringen, die ihnen helfen, das Leben besser zu bewältigen. Deshalb sollte man sich auch genau aussuchen, was man lesen will. Nicht jeder Professor hat wirklich etwas Positives zu sagen. Ein Professor hingegen, der  seinen Auftrag begriffen hat und die Menschheit befördert, ist Bruce Lipton: Intelligente Zellen – wie Erfahrungen unsere Gene steuern. Für alle, die von Menschen verletzt und geschädigt wurden, ist es ein wichtiges Buch gegen negative Einflüsse und ihre zum Teil schweren Folgen. Manch einem Schreiber ist die Verantwortung nicht bewusst, die er hat, wenn er negative Thesen in die Welt setzt. Die werden dann auch gegen den Diskurs abgeschottet. Hier liegt die Ursache für viel Verzweiflung und Krankheit. Gegen diese Form der demokratischen Degeneration (der Schreiber) helfen Bücher wie die von Bruce Lipton. Hier ist der Mensch ganz Gottes Geschöpf und kann seine Gesundheit in die eigenen Hände nehmen gegen alle schlechten Versuche, Menschen selbst in Büchern die Würde zu nehmen.

Werte

Es ist nicht Ausdruck einer großen geistigen Geste, wenn banale persönliche Abneigungen und Abweisungen zu einer Wertedebatte hochstilisiert werden. Der Verdacht erhärtet sich, dass man sich hinter einer vermeintlichen Moral versteckt und so einen Diskurs in Gang hält, der seltsam ins Leere läuft. Da hält jemand den Wert der Ehe hoch und daran fest, obwohl eine Ehe von den Betreffenden längst aufgekündigt wurde oft im gegenseitigen Einvernehmen. Der Wert der Ehe ist aber an eine Vereinbarung von zwei Menschen gekoppelt. Darüber hinaus hat sie keinen Wert an sich. Wer dies behauptet, möchte Menschen in die Knechtschaft zwingen, unerträgliche Verhältnisse auszuhalten, anstatt sie zu verändern. Dies unternimmt die katholische Kirche, indem sie die Wiederverheiratung von Geschiedenen verhindert und so eine Reihe von Tragödien verursacht.

Wir müssen anerkennen, dass sich zwei Menschen voneinander weg entwickeln können. Das hat intrinsische und extrinsische Gründe. Es sind nicht die Verlockungen am Rande, sondern die internen Zerwürfnisse, die zur Aufgabe einer Ehe zwingen. Mit Gewalt lässt sich kein Fremdwerden aufhalten. Und diese Fremdheit  kann eintreten. Es sind die Bücher, die wir lesen, die Aufklärung und Perspektiven, die wir durchmachen und einnehmen, die uns verändern. Der Mensch ist einer lebenslangen Entwicklung unterworfen und bestenfalls finden sich zwei Menschen immer wieder neu. Aber für diesen Prozess bedarf es eben beider Verständnis und nicht eines äußeren Vertrages. Menschen wollen wahrhaftig leben, weil sie sonst krank werden, wir sind offenbar darauf angelegt, authentisch zu sein. Wer dies ignoriert, der geht ein hohes Risiko für sich ein.

Es ist weniger der Streit, der Menschen entzweit, es ist die fehlende Nähe, die zur Einsamkeit in der Ehe führen kann und so ein Leiden entsteht, das einen Krankheitsprozess initiiert. Den kann man nicht wollen. Die Zeiten sind vorbei, in denen wir bewusst zugrunde gehen. Der gesunde vitale Impuls wäre also die Aufgabe einer geistig unfruchtbaren Ehe, die jede Kreativität im Keim erstickt. Die Liebe war nicht stark genug, um die jeweilige Entwicklung des anderen zu befördern. Ehe ist nicht Unterwerfung oder Aufopferung, sondern sie ist ein Verband der gegenseitigen Förderung. Wer dem nicht zustimmt, der sollte lieber Single bleiben, denn alles andere führt zur Instrumentalisierung und behindert die individuelle Entfaltung, die die Genexpression braucht, um diese Energie nicht gegen sich selbst zu richten. Potenzialentfaltung ist auch hier eine Notwendigkeit und kein Luxus. Hier erfährt eine Gesellschaft auch eine sinnvolle Bereicherung, hat also darin auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen. Der sollte aber nicht an erster Stelle stehen, denn wir arbeiten, um zu leben.

Eine Gesellschaft kann sich nur insoweit entwickeln, wie sich der einzelne Bürger entfaltet. Dieser Zusammenhang ist deutlich und kann nicht geleugnet werden. Werte verändern sich entsprechend dieser Dynamik und müssen ständig hinterfragt werden. Wer an etwas festhält, was vor über 2000 Jahren einen Sinn hatte, aber heute nur noch schadet, der muss sich als Feind der natürlichen geistigen Evolution beschimpfen lassen. Wir sind ihr nicht unterworfen, wir gestalten sie und das ist Ausdruck unserer Einsichten und unserer Freiheit, die wir zum Guten einsetzen müssen. Und hier bleibt es bei einem der höchsten Werte überhaupt, niemandem zu schaden, nicht zu verletzen und nach Wahrhaftigkeit in allen Lebenslagen zu streben. Nichtauthentische Institutionen haben keine Zukunft. In diesem Sinn kann man nur jedem Menschen eine gute und konfliktfreie Entwicklung bis ins hohe Alter wünschen gegen die Zunahme mentaler Krankheiten durch Prozesse der Entwicklungsbehinderung. Arbeiten wir uns also  in die Freiheit und befreien wir uns gegenseitig zu einem höheren Miteinander. John Stuart Mill wusste um den hohen Wert der Freiheit (On liberty 1859) und freiheitlicher Entscheidungen. Ohne sie macht Demokratie keinen Sinn.

Gerald Hüther, Michael von Brück, Konstantin Wecker und viele andere haben das wichtige Thema Potenzialentfaltung aufgreifend eine hilfreiche Organisation gegründet, die eben Forschungsergebnisse umsetzt. Die Frage sei erlaubt, warum akademische Forschung so selten gesellschaftliche Umsetzung nach sich zieht.

http://www.akademiefuerpotentialentfaltung.org/

Der heilige Schein

Der Theologe David Berger zeigt in seinem gleichnamigen Buch eine katholische Kirche, die man nur als bedenklich bezeichnen kann. Eine Kirche, die Liebende diffamiert, denunziert und diskriminiert, hat sich weit von der christlichen Kernaussage  entfernt. Fundamentalisten gehören eigentlich in die Mottenkiste und sind eine Gefahr für die Demokratie und das Wohlergehen von Menschen. Wer die Bibel heute noch wörtlich nimmt, will sich durch Ausgrenzung abgrenzen und das Schlechte im anderen sehen: Der Klerus gegen die vermeintlich sittenwidrige Zivilgesellschaft. Darin kann man keine christliche Botschaft mehr erkennen. Diese Haltung ist mehr als fragwürdig, denn eine Kirche sollte für Menschen da sein und sie auf ihren oftmals schwierigen Wegen spirituell begleiten. Dafür muss man aber die Menschen lieben, ihre Probleme verstehen, anstatt zu verurteilen. Menschen haben Gründe für ihre Entscheidungen, sie sind mündige Wesen, die man ernst nehmen muss.

Dass in diesem Männergesangsverein Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Antisemitismus immer noch salonfähig sind, ist für den aufgeklärten und denkenden Menschen nicht erträglich. Erstaunlich ist, dass sich nun gerade Homosexuelle von der katholischen Kirche angezogen fühlen. Man kann das nur als eine Art Masochismus verstehen, der dann zu einem Sadismus in Bezug auf andere führt. Wer sich in seinen Neigungen nicht angenommen fühlt, der kann auch andere nicht anerkennen. Ein zutiefst krankes System, das wenig Affirmatives hervorbringen kann. Erzkonservative klammern sich an Worte aus einer Zeit, in der Menschen noch nicht so sein konnten, wie das heute zum Glück möglich ist. Das ist eine Frage des Wissens und der Toleranz. Das heterosexuelle Modell zu verabsolutieren und zu glorifizieren ist nicht begründet. Wir sind nicht auf der Welt, um uns beliebig fortzupflanzen.

Die Kirche macht sich selbst überflüssig, wenn sie den Fundamentalisten hinterherläuft und sich nicht auf das besinnt, was sie positiv leisten könnte: eine Stütze für Menschen zu sein, die sich an die liebende Botschaft Jesus Christus halten wollen und dafür die Kraft einer annehmenden Gemeinschaft brauchen und suchen. Die Liebe in Gottes Liebe zu erkennen und zu leben ist der beste Weg des Gelingens und der moralischen Orientierung. Wo ich im Einklang mit Gott bin, da kann nichts Unrechtes geschehen. Und die Möglichkeit, eine reife Sexualität zu leben ist auch der beste Schutz vor krimineller Pädophilie.  Wer stark genug ist, kann auch den freiwilligen Zölibat leben. Auch dafür gibt es gute Gründe. Alles sollte aber ohne Gewalt und ohne Unterdrückung geschehen.

Der Mensch braucht heute weniger eine Moralagentur als eine Institution der Wahrhaftigkeit. Hier mangelt es. Das Leben verlangt viel Verstellung und Anpassung an unsinnige Gegebenheiten. Wie schön wäre es, wenn die Kirche ein Ort des Angenommenseins bedeuten würde gegen zunehmende Instrumentalisierung. Die Einzigartigkeit eines jeden könnte sie heiligen als Gottes Schöpfung und nicht den Mitläufer, der den oftmals schlechten Status Quo zementiert. Sie könnte Menschen ermutigen, ganz sie selbst zu sein und sie auf diesen Wegen der Gemeinschaftssuche begleiten gegen Vereinzelung und Isolierung. Es gäbe so viel zu tun für ein diesseitig glücklicheres Leben gegen Hass, Verleumdung und schwerste Diskriminierung. Bemühen wir uns  also um mehr Offenheit und wahre Nächstenliebe in den Kirchen.

Das Nachdenken über die Frauenpriesterschaft sollte kein Tabu sein, denn Frauen haben Eigenschaften, die das Zusammenleben befördern gegen Sektierertum und elitäre Zirkel. Vielleicht haben sie auch das bessere Verhältnis zur Wahrheit. Vieles spricht dafür. Uns täte mehr Wahrhaftigkeit gut in allen Bereichen unseres Seins. Ihre Rationalität ist nicht eine losgelöste, sie ist intentional gegen ein l’art pour l’art des meist selbstgefälligen männlichen Denkens, das oft Tatsachen schaffen will, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. Sackgassenproduzenten braucht niemand, sondern Menschen, die immer wieder in der Lage sind, auf Menschen zuzugehen und Konflikte wirklich aufzulösen. Feminismus und Christentum sind vereinbar. Kann sich die katholische Kirche auch für diese Haltung öffnen?

Man muss sensibilisieren für die blockierenden Ambivalenzen gerade in der katholischen Kirche. Wo sich Menschen verstellen müssen und offenkundige double-bind-Strukturen herrschen, entsteht kein Klima der Entfaltung, der psychischen Reifung. Dieses Entwicklungshindernis führt dann zu einem fundamentalistischen „Traditionalismus“, der sich nicht mehr hinterfragt und sich abschottet gegen jede Veränderung. Die Psyche dahinter ist eine unterdrückte und unterwürfige, aber keineswegs der aufrechte Gang. Der führte in der Vergangenheit zum Rausschmiss vieler genialer Menschen, die die katholische Kirche hätten reformieren können. Dieses Klima der Abweisungen, der Diskreditierungen und Denunzierungen widerspricht einem christlichen Verständnis vehement. Hier verliert die Kirche auch ihre Glaubwürdigkeit. Sich gegen wohl begründete demokratische Prozesse abzuschotten ist ein Fehlverständnis dessen, was Christentum leisten soll. Die Kirche traut dem vermeintlich sündigen Menschen nichts zu. Mit dieser Haltung kann sich eben darum auch keiner mehr identifizieren. Verstehen wir den Sinn der christlichen Botschaft also richtig, dass Christus die Befreiung zum Glück wollte und nicht die Nachfolge seines Martyriums.